Das leerstehende Restaurant "Stadthaus" könnte im Zuge der Sanierung und des Umbaus der Stadthalle abgerissen werden. Foto: Wolfgang Teipel

Meinerzhagen. „Der Platz muss belebt werden, wie auch immer.“ Dieses klare Statement aus der Bürgerschaft nahmen Bürgermeister Jan Nesselrath und die Meinerzhagener Ratspolitiker aus der gestrigen Sitzung mit. Dazu kam ein klares Votum zum Umbau und zur Sanierung der Stadthalle: Bei zwei Gegenstimmen nahm der Rat einen komplexen Verwaltungsvorschlag der Stadthalle an.

Neuer Verbindungstrakt

Die zentralen Punkte: Der Gastronomie-Anbau wird abgerissen. Es soll ein Angebot mit zentralen kommerziellen Nutzungen (Einzelhandel, Gastronomie, Parkraum) im Bereich des ehemaligen Stadthauses und der dahinterliegenden Freifläche entstehen. Weiter soll ein Verbindungstrakt zwischen Stadthalle und dem neuen kommerziellen Angebot gebaut werden. Das könnten die Voraussetzungen für den Erhalt und die Sanierung der Stadthalle sein.

Büro soll konkreten Vorschlag erarbeiten

Ein Architektenbüro soll nach der Auftragsvergabe am Dienstag (11. Juli) durch den Bau- und Vergabeausschuss ein Gesamtkonzept inklusive Kosteneinschätzung erarbeiten. Das Konzept soll einen konkreten Vorschlag für die drei Elemente Stadthalle, Neubau und Zwischentrakt enthalten und dann auch die Grundlage für die Beantragung von Fördermitteln zur Sanierung und zum Umbau der Stadthalle bilden.

Ohne Investor geht’s nicht

Für eine schnelle Bürgerbeteiligung wie von Georg Foliert (Die Linke) gefordert, ist es nach Auffassung von Volkmar Rüsche (CDU) noch zu früh. „Was soll der Bürgermeister dann erzählen. Wir brauchen erst mal mehr Fleisch am Knochen.“

Ohnehin sind die Planungen, die auf Kosten von rund sieben Millionen Euro hinauslaufern, nicht ohne einen Investor und Fördermitteln aus dem Städtebauministerium zu stemmen. „Wir müssen prüfen, welche Gestaltungsmöglichkeiten uns bleiben“, sagte Volkmar Rüsche.

Alle Generationen einbeziehen

Für Ingolf Becker (Die Grünen, 2. von links) sind noch viele Fragen offen. Foto: Wolfgang Teipel

Raimo Benger (UWG) sprach sich in der Sitzung gegen die Ansiedlung von Einzelhandel aus. „Wir müssen den Einzelhandel da stärken, wo er heute sitzt.“ Petra Freudenreich (SPD) forderte eine „sinnvolle Erweiterung“. Alle Generationen müssten mit einbezogen werden. Kai Krause setzte sich für eine „ergebnisoffene Diskussion“ zu einem möglichen Einzelhandelsstandort Stadthalle ein.

Offene Fragen bei den Grünen

Offene Fragen gibt es bei den Grünen, beispielsweise danach, wie der ortsbildprägende Charakter der Stadthalle sichergestellt werden soll. „Gibt es zum Beispiel Vorgaben zur Dimensionierung und Lage eines möglichen Anbaus?“ fragte Ingolf Becker.

Stadt unter Zeitdruck

Über all diese Details solle, so Bürgermeister Jan Nesselrath, selbstverständlich gesprochen werden. Vorrangig sei es aber, dass Sanierungskonzept so voranzutreiben, dass Anträge auf Fördermittel gestellt werden könnten. Er sieht gute Chancen, dass im Zuge der Ausfinanzierung der Regionale 2013-Projekte Mittel aus der Städtebauförderung fließen könnten. Das setze die Stadt aber unter Zeitdruck.

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