Eine der acht Infostelen des Wegeleitsystems entsteht am Bahnhof. Nach unserer Berichterstattung meldeten sich zahlreiche Kritiker zu Wort. Wir haben die Stadt nun mit den Vorwürfen konfrontiert. V.l.n.r.: Lars Bursian (Fachdienstleiter Stadtplanung und Verkehr), Verena Reuter (Fachdienst Stadtplanung und Verkehr), Bastian Both und Dirk Miekeley (Miekeley Architekten), Jasmin Ochmann (David&Goliath). Foto: David&Goliath

Lüdenscheid. Braucht die Lüdenscheider Innenstadt wirklich ein Fußgängerleitsystem? Wenn es nach Vertretern der Stadt geht, lautet die Antwort ja. Nach unserer gestrigen Berichterstattung zu dem Thema hatten grade in den sozialen Medien viele Lüdenscheider diese Maßnahme kritisiert und ihre Notwendigkeit in frage gestellt. So schrieb ein Nutzer zum Beispiel die Maßnahme sei „Eine politische Art von Rinderwahn“ und man solle das Geld lieber in die Erneuerung des Rathaustunnels oder marode Straßen investieren. Wir haben die Stadt heute mit diesen Vorwürfen konfrontiert und nach dem Nutzen dieses Projekts gefragt.

Gelder zweckgebunden

Grade der Vorwurf, dass die Gelder im Zuge dieser Maßnahme verschwendet würden, wiegt schwer. Denn grade im Straßenbau gäbe es im wahrsten Sinne, „viele Löcher zu stopfen“. In einer Erklärung der Stadt Lüdenscheid heißt es dazu: „Im Rahmen des Regionale-Projektes Denkfabrik sind von Bund und Land Mittel für das Wegeleitsystem bewilligt worden. Da diese Mittel ausschließlich für die Errichtung des Wegeleitsystems bereitgestellt werden, können die Gelder nicht für andere Maßnahmen aufgewendet werden.“ Damit ist die Verwendung der Gelder für andere Zwecke nicht möglich.

Wegeleitsystem als Orientierung für Touristen

Die Notwendigkeit eines solchen Systems wurde von den Kritikern in den sozialen Netzwerken vor allem auch vor dem Hintergrund in Frage gestellt, dass der Lüdenscheider seine Stadt im Grunde kennt. Und auch aufgrund der Größe der Innenstadt ein solches System überflüssig sei. Dazu die Pressestelle der Stadt: „In der Lüdenscheider Innenstadt fehlt es bisher an einem durchgängigen Wegeleitsystem, so dass vor allem Gäste Zielpunkte und Wegeverbindungen suchen. Bewohner einer Stadt haben in der Regel „den Stadtplan im Kopf“, aber diese „mental map“ fehlt Besuchern häufig und sie benötigen Unterstützung. Mit Hilfe der Wegweiser können die jeweiligen Ziele aufgefunden werden. Die Infotafeln bieten zusätzlich eine Übersichtskarte. Das ist ein Teil der Tourismusförderung und somit eine Stärkung der Stadt Lüdenscheid. Die Wegeführungen und Zielorte sind beispielsweise mit den Stadtführern erarbeitet worden.“

Verbindung von Denkfabrik und Innenstadt/Altstadt fördern

Ziel des Leitsystems ist es laut Pressestelle, die Verflechtungen zwischen dem Denkfabrik-Quartier im Bereich des Lüdenscheider Bahnhofviertels und der Innen- beziehungsweise Altstadt zu unterstützen. „Das Wegeleitsystem umfasst die Altstadt und das Quartier der Denkfabrik – also die gesamte Innenstadt. In der Altstadt sind damit zum Beispiel die ÖPNV-Verknüpfungspunkte klar ausgewiesen. Auch Parkhäuser und -plätze sind auf der Übersichtskarte ebenso wieder zu finden, wie öffentliche Gebäude und Einrichtungen (Kulturhaus, Museum, Bücherei, etc.). Durch das Wegeleitsystem im Bereich der Denkfabrik können sich Besucher der Phänomenta, der Fachhochschule oder der Institute in der Innenstadt orientieren und so in die Innenstadt gelangen“, heißt es weiter in der Erklärung.

Neben Übersichtskarte auch Informationen geboten

Die Informationsstelen bieten neben einer Übersichtskarte und ausgewählten Zielpunkten laut Pressestelle auch interessante Informationen zu dem direkten Umfeld. Darüber hinaus gelangen Nutzer über den QR-Code auf die städtische Internetseite, auf der detaillierte Informationen und die Übersichtskarte bereitstehen. Neben der Präsentation in politischen Gremien und einer Befragung in der Öffentlichkeit sind ebenso die Interessenvertretung von beeinträchtigten Menschen, der Stadtführerdienst und verschiedenste Dienststellen eingebunden worden.

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