Friedhofskultur
Dieses Foto von Ron Haseldens auf dem evangelischen Friedhof (LichtRouten 2006) ist Teil der Bewerbung. Foto: Initiative Kulturerbe Friedhof.

von Frank Winter

Hamburg/Lüdenscheid. Die deutsche Friedhofskultur gehört auf die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit. Davon ist die Initiative Kulturerbe Friedhof überzeugt. Sie hat am Mittwoch in Hamburg einen entsprechenden Antrag eingereicht und gleichzeitig der Öffentlichkeit vorgestellt.

Foto von den LichtRouten 2006

Indirekt ist auch Lüdenscheid an dieser Bewerbung beteiligt. Unter den zehn Fotos, die den Antrag grafisch unterstützen, findet sich auch eines vom neuen evangelischen Friedhof der Stadt. Ron Haseldens Installation während der LichtRouten 2006 gilt als Beispiel für die Entdeckung des Kulturraums Friedhof als Ausstellungsfläche. Auch im Textteil wird das Lichtkunstfestival erwähnt.

„Friedhofskultur prägt unser Selbstbild“

Das immaterielle Kulturerbe umfasst Sitten, Gebräuche und Rituale ebenso wie Fertigkeiten und Handwerkskunst. „Die Friedhofskultur prägt unser Leben und unser Selbstbild mit. An den Gräbern werden unsere persönlichen Lebenslinien genauso sichtbar wie die Geschichte unseres Landes, unserer Städte, unserer Dörfer“, sagt Tobias Pehle, Sprecher der Initiative aus Friedhofsverwaltern, Bestattern, Friedhofsgärtnern und Steinmetzen.

Lebendige und identitätsstiftende Kulturgüter

Für den Eintrag in die UNESCO-Liste steht im Vordergrund, dass die Kulturgüter lebendig und identitätsstiftend sind. Beides sieht die Initiative bei der Friedhofskultur in besonderem Maße gegeben. Ziel der es, die Bedeutung der deutschen Friedhofskultur wieder stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.

Nach der Einreichung des Antrags ist nun viel Geduld gefragt. Denn erst muss das innerstaatliche Auswahlverfahren abgewartet werden. Erst in etwa zwei Jahren wird die UNESCO-Kommission ihre Entscheidung über die aktuellen Bewerbungen zum Listeneintrag verkünden. Dann wird sich zeigen, ob auch Lüdenscheid seinen kleinen Beitrag zum Erwerb des Titels „immaterielles Kulturerbe der Menschheit“ geleistet hat.

 

 

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