Lüdenscheid. Am Sonntag, 31. Mai, wird in den Städtischen Museum die Ausstellung „Freunde.“ eröffnet. Zu sehen sind Bilder des Lüdenscheider Fotografen Guido Raith. Sie zeigen Freundschaften, die über Alters-, Kultur-, Religions- und Nationalitätsgrenzen hinwegreichen. Die Vernissage zur Ausstellungseröffnung beginnt um 16 Uhr. Der Eintritt ist frei. Es spielt die Band „Soultrain“. „Freunde.“ ist ein Projekt im Rahmen der Kunst- und Kulturförderung NRW. Es wird vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport sowie von der Sparkasse Lüdenscheid unterstützt.

Guido Raith
Guido Raith hat die 30 Freundespaare fotografiert.

Zu den Fotos kommen Texte, die nach Interviews mit den Freunden geführt worden sind. Die Interviews führten Dorna Hatamlooy und Ulrike Tütemann, beide wissenschaftliche Mitarbeiterinnen des Museums und 1. bzw. 2. Vorsitzende des Vereins „Wir hier!“ sowie Museumsleiter Dr. Eckhard Trox. Ihre Texte werden zum Teil von den Porträtierten ergänzt.

Wer mehr über die Freunde Tlako und Alex erfahren möchte, kann hier weiterlesen:

Weltoffen, tolerant, vorurteilsfrei?

Für Außenstehende wirken Potlako und Alexander, ihren Liebsten besser bekannt als Tlako und Alex, wie langjährige Freunde, die sich vom ersten Augenblick an blind verstanden haben. Kennt man die beiden besser, müsste man davon ausgehen, dass zwei so weltoffene, tolerante und liebenswerte Menschen sich völlig vorurteilsfrei begegnet sind. Doch weit gefehlt…

Die beiden erinnern sich noch sehr genau an ihr erstes Aufeinandertreffen. Alex war als Techniker für ein Gastspiel von Tlakos Band engagiert. Tlako war überrascht und nicht minder skeptisch, einem so jungen Menschen die technische Leitung für sein Konzert anzuvertrauen. „Alex schien mir viel zu jung und viel zu gut gelaunt, um eine solche Aufgabe zu bewältigen“, erinnert sich Tlako. Alexander war nicht minder überrascht über „einen Afrikaner als Frontmann einer deutschen Schlagertruppe, der mit Sicherheit alle Klischees und Vorurteile bedient, die man so über Musiker, die nebenbei auch noch Reggae spielen, hat“.

Engagment bei „Wir hier!“ verbindet

Es sollte dann noch über ein Jahr vergehen, bis die beiden zum ersten Mal bei einer Veranstaltung in den Museen der Stadt Lüdenscheid ins Gespräch kamen. „Wir haben uns da ganz lange unterhalten und festgestellt, dass wir dieselbe Sprache sprechen, also im übertragenen Sinn.“ Was die beiden heute besonders verbindet? Ihr Engagement im Verein „Wir hier!“, als Mitglieder der „ersten Stunde“ bereichern sie jedes Treffen des Vereins mit Ideenreichtum und Mut, neue Wege gemeinsam zu gehen.

Tlako schreibt über Alex:

Alex bei der Gründungsversammlung von „Wir hier!“ dabei zu haben, das fand ich wirklich bewundernswert, weil er damit ein klares Zeichen für das Verständnis setzte, dass eine gesellschaftliche Entwicklung nur einher geht mit einer Vielfalt in der Gesellschaft, sowohl politisch als auch kulturell. Alexander ist ein Mensch, der überhaupt keine Ressentiments hegt, wenn er auf andere trifft. In seinen Augen sind die Dinge so, wie sie sind und sind gut so. Nichts wird problematisiert oder kaputt geredet. Wenn jemand in so jungen Jahren zu so einer Lebenshaltung gekommen ist, dann ist er vielen ihrer Zeit um einiges voraus. Das verdient meinen Respekt.

(Potlako Meinhardt Thandiwe Mokgadi)

Alex schreibt über Tlako:

Tlako ist einer der Menschen in unserem Verein, der eine positiv motivierende Haltung in die Arbeit einbringt. In der Begegnung mit Menschen bringt er ein Selbstverständnis mit, das sämtliche Grenzen und Berührungsängste auflöst. Er nimmt jeden Menschen einfach so, wie er ist.

(Alexander Kaiser)

 

 

 

 

 

 

 

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