Abschlussveranstaltung des Aktionstages "Freiräume für Dich" im Foyer des Rathauses. Fotos: Kannenberg

Lüdenscheid. Am 17.Juni 2015 fand in Lüdenscheid ein großer Aktionstag für Schüler/innen unter dem Motto „Freiräume für Dich“ statt. Anlass der Initiative war die Erkenntnis, dass die Mitgliederzahlen in Vereinen, Musikschulen, Initiativen, Verbänden und Sportvereinen, die durch die Anwesenheit von Jugendlichen getragen werden, stetig rückläufig sind. Im Nachmittagsbereich merkt man das besonders stark. Ein Trend, der mittlerweile für alle Anbieter spürbar ist und der über kurz oder lang auf die gesamte Gesellschaft und ihre Strukturen Auswirkungen hat.

Ehrenamt unter Jugendlichen rückläufig

Auch Bürgermeister Dzewas und der Landtagsabgeordnete Dudas hatten Spaß.
Auch Bürgermeister Dzewas und der Landtagsabgeordnete Dudas hatten ihren Spaß.

So alarmiert, hat der Stadtjugendring beschlossen, auf diesen Missstand aufmerksam zu machen. Zu den Betroffenen gehören natürlich auch Kirchengemeinden, der CVJM und die Pfadfinder, wodurch insbesondere das Ehrenamt betroffen ist. Das Ehrenamt unter Jugendlichen ist nämlich ebenfalls stetig rückläufig. Auch bei Feuerwehren, THW und DRK. Dies ist natürlich nicht nur in Lüdenscheid so, sondern bereits eine bundesweite Tatsache. So ist in den letzten zwei Jahren landesweit innerhalb der Verbände und Kirchen die Frage aufgekommen, ob die Schüler nicht einfach überfordert sind, über die Maßen belastet durch den steigenden Nachmittagsunterricht. Und die Erkenntniss sich durchsetzt, dass die Schüler mittlerweile sehr unter dem steigenden Druck der Schulen leiden.

Initiative auf Landesebene

Parallel dazu hat sich daher zunächst eine Initiative auf Landesebene gegründet, diese vom Landesjugendring initiiert. Die Initiative „Umdenken – jungdenken“, die schon 2013 ein Jugendforum in Lüdenscheid veranstaltet hat.

Daraus ist jetzt im Jahr 2015 der Tag „Freiräume für Dich“ entstanden. Die Schüler/innen hatten dafür ab 14 Uhr Unterrichts- und Hausaufgabenfrei und gingen statt dessen den unterschiedlichsten Aktivitäten nach, die Verbände, Vereine, Musikschulen, Stadtjugendring und Kirchengemeinden ihnen anboten.

Fotosafari durch die Stadt

Gesa Dittmann, Mitgleid im Stadtjugendring und eine der Initiatorinnen des Tages.
Gesa Dittmann vom Jugendkulturbüro, Mitglied im Stadtjugendring und eine der Initiatorinnen des Tages.

Da wurden Fahnen geschwenkt mit den Lüdenscheider Schützen, Lippgloss selber gemacht mit dem CVJM, die Künstlerin Christina Appelt führte eine Trupp von 50 jungen Leuten auf Fotosafari durch die Stadt, es wurden Videos gedreht, eigene Musikstücke geschrieben, komponiert und aufgenommen bei der Musikschule Music Store, gemeinsam musiziert in der Städtischen Musikschule oder in der Tanzschule S ein HipHop-Tanz eingeübt und vorgeführt. Dazu gab es Fechten, Geoacoaching, Cocktailmixen und vieles, vieles mehr an diesem Nachmittag als Angebot an die Schüler. Ein Tag, so bunt und lebendig, dass man ihn so schnell wohl nicht vergisst. Fast 10000 Schüler waren aufgefordert, dieses Angebot zu nutzen und viele von ihnen waren den ganzen Tag in der Stadt unterwegs.

Abschlussveranstaltung im Rathaus

Abends luden dann Verbände, Schulen, Bürgermeister Dzewas, der Landtagsabgeordnete Dudas und der Stadtjugendring zur großen Abschlussveranstaltungs ins Foyer des Rathauses. Hier wurden einzelne Projekte noch einmal vorgeführt und es gab eine große Podiumsdiskussion, in der außer Lehrern, Politikern und Verbandsträgern auch die Schüler selbst zu Worte kamen. Man wurde sich dabei nicht einig, ob es sinnvoll sei, generell die Ganztagsschule einzuführen oder ob man bei dem jetzigen Schulsystem mit seinen ständig steigenden Unterrichtsstunden bleiben solle. Alles in allem, war man sich aber einige, dass dieser Tag für alle ein voller Erfolg war, zum Nachdenken angeregt hat und unbedingt wiederholt werden sollte.

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