Die Freigabe der neuen Bahnhofsbrücke in Meinerzhagen verzögert sich weiter. Das Archivbild stammt aus dem April 2015.

Meinerzhagen. Die Arbeiten am Brückenbauwerk der Fußgängerbrücke ZOB als verbindendes städtisches Element sowie Zugang zu Bahnhof und Omnibusbahnhof stehen vor ihrem Abschluss. Doch auch nach intensiven Bemühungen aller Beteiligten und zahlreichen zusätzlichen Anstrengungen kann die Fußgängerbrücke nicht wie geplant zum Schulstart in Betrieb gehen.

Wichtige Dokumente fehlen noch

Grund für die erneute Verzögerung ist neben noch laufenden Arbeiten der Deutschen Bahn eine ausstehende Fertigstellungsanzeige mit Revisionsunterlagen des bis Juni beauftragten Unternehmens, das für die Errichtung der Brücke verantwortlich zeichnet. Das teilt die Stadt Meinerzhagen mit. Diese Dokumente seien Voraussetzung für eine abschließende Abnahme und damit die Freigabe der Brücke. Der Busverkehr zum evangelischen Gymnasium bleibe aber gesichert.

Stadt macht Unternehmen verantwortlich

Ursache für die ohnehin späte Fertigstellung der Fußgängerbrücke ZOB waren verschiedene Zeitverzögerungen in der Terminkette seit Baubeginn, herbeigeführt durch das ursprünglich beauftragte Stahlbauunternehmen. Nachdem die Stadt Meinerzhagen im Juni als Konsequenz aus den Unstimmigkeiten in der Auftragsausführung drei andere Unternehmen beauftragt hatte, wurden die noch ausstehenden Brückenarbeiten effizient und zeitgerecht durchgeführt. Dazu gehören Handlauf- und Mittelbahnsteigzugangsbeleuchtung, Blitz- und Erdungsschutz sowie Pflasterarbeiten, die unmittelbar vor ihrem Abschluss stehen. Somit sind die in städtischer Verantwortung liegenden Arbeiten zum Schulstart beendet.

Für eine vollständige Abnahme eines Bauwerks – bei der insbesondere sicherheitsrelevante Aspekte eine wesentliche Rolle spielen – muss der für die Errichtung verantwortliche Auftragnehmer eine Fertigstellungsanzeige mit Revisionsunterlagen einbringen. Die Dokumente, darunter Schweiß- und Materialnachweise, belegen, dass der Bau gemäß der statischen Berechnung und Planung durchgeführt wurde. Ein solcher Konformitätsnachweis kann nur von dem Unternehmen erbracht werden, das den Bau tatsächlich auch durchgeführt hat. Diese Unterlagen sind jedoch trotz mehrfacher Nachfrage bis dato nicht eingegangen, können aber auch nicht von einer anderen Partei geliefert werden.

Installation der Aufzüge verschiebt sich auch

Neben den Bauarbeiten der Brücke selbst liegen weitere Maßnahmen im Verantwortungsbereich der Deutschen Bahn. Da sich die Installation der Aufzüge zur Sicherung der Barrierefreiheit durch einen  Rahmenvertragspartner der Bahn ebenfalls verschiebt, wird die endgültige Abnahme der im Verantwortungsbereich der Bahn befindlichen Teilprojekte erst im Herbst abgeschlossen sein. Auch hierfür sind allerdings Unterlagen des Stahlbauunternehmens notwendig, die ebenfalls noch einzubringen sind.

Bürgermeister Nesselrath: „Mehr als ärgerlich“

„Natürlich drängen wir mit aller Intensität darauf, dass nun endlich die Arbeiten an der Fußgängerbrücke ZOB abgeschlossen werden und das Bauwerk freigegeben wird“, unterstreicht Bürgermeister Jan Nesselrath. „Dass wir so viele Steine aus dem Weg zu räumen hatten und immer noch haben, ist mehr als ärgerlich. Trotzdem möchte ich auch hervorheben, dass alle aktuell Beteiligten alles daran gesetzt haben, schnellstmöglich, verantwortungsvoll und zuverlässig ihre Aufgaben abzuarbeiten. Ich hoffe daher sehr, dass wir in absehbarer Zeit mit einer erfolgreichen Übergabe des Projekts rechnen können.“

Sicherer Schulweg ist gewährleistet

Ein wesentliches Augenmerk liege nun darauf, dass die Schülerinnen und Schüler des evangelischen Gymnasiums Meinerzhagen sicher zur Schule kommen, heißt es in der Mitteilung der Stadt Meinerzhagen. Auf Bitte der Stadt habe die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) den mit Schulbeginn angeordneten Busfahrplan, der den Zentralen Omnibusbahnhof als Haltestelle vorsah, per Antrag bei der Bezirksregierung geändert: Bis zur endgültigen Inbetriebnahme der Fußgängerbrücke werden die Busse weiterhin das Gymnasium auf dem Bamberg über die Weststraße anfahren und so einen sicheren Schulweg gewährleisten.

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