Frauenmantel
Im Mittelalter wurden dem Frauenmantel magische Kräfte zugesprochen.

Märkischer Kreis. Seit Urzeiten stellen Pflanzen die Nahrungsgrundlage für uns Menschen dar. Ebenfalls seit Urzeiten heilen Menschen mit der Kraft der Pflanzen. In Zeiten, in denen man alles im Supermarkt oder der Apotheke kaufen kann, ist das Wissen um Heil- und Wildkräuter und ihre Zubereitung fast verloren gegangen. Das ist bequem, macht aber auch in hohem Maße abhängig von den bestehenden Strukturen und dem herrschenden System. Selbst wissen und tun macht frei, stark und unabhängig. In einer neuen Serie stellt unserlünsche einige Heilpflanzen vor. Heute geht es um den Frauenmantel.

Wer ist der Frauen bester Freund? Eindeutig der Frauenmantel. Da ist sich die Volksheilkunde sicher. „Er ist die Pflanze für das gesamte Frauenleben“, meint Sonja Borner. Sie kennt sich aus. Sie ist Heilpraktikerin und Lehrerin für Heilpflanzenkunde. Sonja Borner gibt ihr Wissen über die Natur in ihrer „Schule für Heilpflanzenkunde“ in Niederlangenberg weiter.

Frauenmantel heißt auch Mutterkraut

Offiziell heißt der Frauenmantel Alchemilla vulgaris. Ladys mantle – ein Geschenk der Natur. „Die Pflanze bietet in jeder hormonellen Situation ihre Hilfe an und wirkt auf den gesamten weiblichen Organismus ausgleichend und regulierend“, verdeutlicht Sonja Borner. Nicht umsonst nennt man Ladys Mantle auch Mutterkraut oder Allerfrauenheil.

Äußerlich angewandt hilft Frauenmantel-Tee als Bad, Umschlag oder Waschung gegen vielerlei Hautbeschwerden. Schon Hildegard von Bingen empfahl die kleine Alchemistin. Übrigens, Frauenmantel ist ein Geschenk nicht nur für Frauen. Er ist fester Bestandteile in einer Teemischung für Magen- und Darmerkrankungen mit Krämpfen und Durchfall.

Kristallklare Tropfen am Blattrand

Die gelben Blüten sind Tag und Nacht geöffnet. Die Blätter bergen ein besonderes Geheimnis: Kristallklare Tropfen am Rand. Sie glitzern wie Edelsteine in der Sonne. In der Blattmitte verschmelzen sie zu einer schillernden Zauberperle. „Wer sich mit diesem Wasser wäscht, dem ist Schönheit gewiss“, beschreibt die Kräuterexpertin, welche Wirkung unsere Vorfahren dem Alchemistenwasser unter anderem zuschreibt.

Auf Weiden und an Wegrändern

Innerlich angewandt helfe die Pflanze „gebrochen lüt“, Menschen mit seelischen Problemen. Im Mittelalter sprach man dem Frauenmantel magische Heilkräfte zu. In der medizinischen Astrologie steht der Frauenmantel für klares Denken und weibliche Kreativität. Der Frauenmantel wächst vorzugsweise auf Weiden und an Wegrändern. Die Pflanzen duften honigsüß. Informationen unter www.schule-heilpflanzenkunde.de.

©Text und Foto: Elke Teipel

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