Franziska Wilhelm
Franziska Wilhelm zählt zu den Kandidaten, die sich bei der öffentlichen Lesungen um das Literatur-Stipendium bewerben. Foto: Andreas Ende

Lüdenscheid. Am Dienstag, 4. November, wird über das Märkische Stipendium für Literatur 2015 entschieden. Die Fachjury Literatur der „Märkischen Kulturkonferenz e.V“. hat drei Autorinnen und Autoren ausgewählt, die sich in der Stadtbücherei Lüdenscheid in einer öffentlichen Lesung vorstellen. Unmittelbar nach der Lesung zieht sich die Jury zur Beratung zurück und das Publikum stimmt per Stimmzettel ab. Das Votum des Publikums geht als Stimme in die Jurywertung ein. Wer sich für Literatur interessiert und über die Vergabe des Stipendiums mit entscheiden möchte, ist herzlich zur Lesung um 19.30 Uhr im Saal der Stadtbücherei eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Um das Stipendium 2015 bewerben sich: Franziska Wilhelm, Fabian Hischmann und Matthias Nawrat.

Skurrile Erzählungen  von Franziska Wilhelm

Nach ihrem Abitur jobbte die 1981 in Erfurt geborene Autorin ein Jahr lang in einem Londoner Mädcheninternat und studierte später in Madrid und Leipzig. Sie ist Mitglied der Leipziger Lesebühne „Schkeuditzer Kreuz“, die monatlich neue Texte auf die Bühne bringt. Mit ihrem Romandebüt „Meine Mutter schwebt im Weltall und Großmutter zieht Furchen“ machte Franziska Wilhelm als Geschichtenerzählerin die Kritiker auf sich aufmerksam. Sie lässt die 18-jährige Milla Enders zu Wort kommen, die weg will aus dem Alltagstrott und mit einem Lebensmüden in einem Bulli aufbricht, um ihren verschwundenen Onkel zu suchen. „Ein Roadtrip durch das Land des morbiden Charmes“ schreibt der Verlag Klett-Cotta über den im Januar 2014 erschienenen Roman. Franziska Wilhelm hat vor der Veröffentlichung ihres ersten Romans mit zumeist skurrilen Erzählungen bereits mehrere Preise gewonnen.

Autobiographisches von Fabian Hischmann

Der 1983 in Donaueschingen geborene Autor studierte in Hildesheim und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig und lebt heute in Berlin. !Peng! Und dann knallt es wirklich und Max Leben fliegt ihm um die Ohren. Fabian Hischmann erzählt sanft und melancholisch von kleinen und großen Abgründen, denen, über die wir hinwegtänzeln und denen, in die wir fallen – denn sie liegen in uns“, schreibt der Berlin-Verlag über den im Februar dieses Jahres erschienenen Debütroman von Hischmann. Zwei Jahre hat er an seinem ersten Roman „Am Ende schmeißen wir mit Gold“ geschrieben, in dem er auch Autobiographisches verarbeitete. Der Roman wurde für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert, eine Nominierung, die polarisierte, denn nicht alle Literaturkritiker beurteilten den „Coming of Age“-Roman mit Wohlwollen.

Kelag-Preis für Matthias Nawrat

Im Jahr 1989 kam der in Opole (Oppeln) in Polen geborene Autor mit seiner Familie nach Bamberg. Nach dem Studium der Biologie in Heidelberg und Freiburg im Breisgau nahm er 2009 ein Studium am Schweizerischen Literaturinstitut Biel/Bienne auf. In seinem ersten Roman, verlegt bei dem zur Hanse-Gruppe gehörenden Verlag Nagel und Kimche in Zürich, schreibt Nawrat „über die große Liebe und ihr manchmal atemberaubend hohes Risiko“, so der Verlag. Sein zweiter Roman wurde bei Rowohlt verlegt. Der Verlag beschreibt das Buch mit den Worten: „‚Unternehmer‘ sucht nach dem Wert und dem Wesen der Arbeit, der Familie, der Liebe, überhaupt der Beziehungen untereinander und berichtet davon mit den Mitteln der Poesie: witzig, warmherzig und auch weise.“ Für Auszüge aus seinem zweiten Roman wurde der bereits mehrfach preisgekrönte Matthias Nawrat schon 2012 mit dem Kelag-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet.

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