Der Abgasschlauch klemmt ohne Funktion unter der Decke. Foto: Die Linke

Lüdenscheid. Am 26. Oktober wird sich der Rat der Stadt Lüdenscheid in einer Sondersitzung mit der Feuerwache befassen. Die Einrichtung am Dukatenweg muss voraussichtlich erneuert werden, nachdem ein Gutachterbüro festgestellt hat, dass sie die Vorschriften des Arbeitsschutzes nicht erfüllt. Vor der Sondersitzung wollte sich die Ratsfraktion „Die Linke“ am Dienstag vor Ort ein Bild verschaffen. Das persönliche Fazit Michael Thomas-Lienkämper, Sprecher der Fraktion, lautet: „Erschütternd“.

Seine Eindrückte hat er wie folgt zusammengefasst:

„Am heutigen Tage (Anmerkung der Redaktion: Dienstag, 11. Oktober) hatten wir eine Besichtigung der Feuerwache mit fast all ihren Räumen. Wir wollten uns ein persönliches Bild vom Zustand derselben machen, um in den entsprechenden politischen und gesellschaftlichen Diskussionen eine noch breitere Wissensbasis zu haben.

Das Fazit war für uns einfach niederschmetternd.
Unser Foto zeigt einen Abgasschlauch, welcher beispielsweise beim Anlassen der (zu allermeist) Dieselmotoren der Einsatzfahrzeuge an den Auspuff geklemmt wird, um die schädlichen Emissionen abzusaugen.

Stolperfalle in enger Halle

Er wird allerdings nicht eingesetzt, da er am Boden liegend eine Stolperfalle für die Mitarbeiter darstellt, wenn sie zu ihren Fahrzeugen müssen, die in der inzwischen viel zu engen Halle stehen. Ferner ist davon auszugehen, dass die Anlage an sich mehr oder weniger defekt ist. Ob die Abschlüsse an die heutigen Auspuffanlagen passen, ist ebenfalls zu bestreiten.

Natürlich kann man Emissionen bei geöffneten Fenstern und vielleicht offenen Rolltoren messen, aber niemand sollte sich schlechte Beispiele aus der Automobilbranche oder sonst wo zu eigen machen.

Nur offene Umkleidemöglichkeiten

Somit sind die Einsatzkräfte seit Jahren den Schadstoffen schutzlos ausgeliefert und werden es wahrscheinlich auch bis zu einem Neubau der Wache bleiben, da eine andere technische Lösung im jetzigen Gebäude als unrealistisch erscheint.
Die offenen Umkleidemöglichkeiten direkt hinter den Fahrzeugen dienen ebenfalls nicht der Gesundheit. Ihre Ausstattung spottet jeder Beschreibung. Natürlich wird nicht nach Geschlechtern getrennt.

Schlafplätze eine „Katastrophe“

Die Sozialräume, hier die Schlafmöglichkeiten, erinnern mich (Jahrgang 1962) an frühere Jugendherbergssituationen.
Drei Personen auf engem Raum mit einem Möblierungscharme der 70er Jahre sind ebenfalls eine Katastrophe.

Fragen über Fragen

Natürlich lässt ein Gebäude aus den 50er Jahren umbautechnisch vieles nicht mehr zu, aber wir sind gut sechzig Jahre weiter. Das Dilemma ist doch schon seit Jahren bekannt. Hat ein Betriebsarzt einmal die Feuerwache und die Gesundheit der MitarbeiterInnen begutachtet? Wieso hat die Feuerwehr als Einheit nicht ordentlich „auf den Putz hauen“ können? Wie hat sich eigentlich die Leitung im Sinne der notwendigen Verbesserungen engagiert? Wo waren das Verantwortungsbewusstsein, die Courage, das Gewissen und das Rückgrat bei so manchem Hauptverantwortlichen angesichts dieser teilweise unmenschlichen Bedingungen? Wie kann die Stadt guten Gewissens um Nachwuchs werben oder ihn dann einstellen?

Im Übrigen geht es beim dort ansässigen Rettungsdienst nicht weniger beengt zu.

Fragen über Fragen und wir erwarten zügige, tiefgreifende Antworten und entsprechende Veränderungen.“

Sollten diese Veränderungen nicht erfolgen, kündigt Die Linke an, wolle sie weiter öffentlichen Druck aufbauen und andere Institutionen einschalten.

 

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