"Bücherei weiterdenken" - das will der Vorstand um Rolf Scholten (5. von links). Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Mit über 135.000 Nutzern jährlich ist die Stadtbücherei die am besten besuchte Einrichtung der Stadt. Sie müsse, das fordert der Förderverein „Freunde der Stadtbücherei Lüdenscheid“, auch im integrierten Handlungskonzept für die Altstadt eine zentrale Rolle spielen. Diesen Anspruch untermauerte Vorsitzender Rolf Scholten bei der Jahreshauptversammlung des Fördervereins.

Bei bloßen Forderungen soll es nicht bleiben. Noch in diesem Jahr wollen die Bibliotheks-Förderer einen entscheidenden Beitrag zur Errichtung einer eigenen Jugendbücherei im ersten Obergeschoss des Gebäudes am Graf-Engelbert-Platz leisten. Die Ausstattung, erläuterte Bibliothekleiterin Dagmar Plümer bei der Versammlung, soll sich an den speziellen Bedürfnissen der 13- bis 17-jährigen Nutzer orientieren. Die eigene Abteilung soll als sogenannte „schulfreie Zone“ gestaltet werden.

Zuwendung an Krimi-Festival

Die Freunde der Stadtbücherei stellen für diesen Vorhaben 2000 Euro zur Verfügung und hoffen auf weitere Spenden. Weiter beteiligen sich die Förderer an der Gutschein-Aktion zur Werbung neuer Büchereikunden und an der Ausgabe von Gutscheinen für interessierte Flüchtlinge. Eine Zuwendung erhalten auch die Lüdenscheider Veranstaltungen im Rahmen des Krimi-Festivals „Mord am Hellweg“. Zurzeit sind Lesungen im Sparkassentheater, der Phänomenta sowie der Stadtbücherei geplant.

Freundeskreis als „Lobby für Kultur“

Am 24. Oktober 2015 stellten sich die Freunde der Stadtbücherei Lüdenscheid bei einem Familientag vor. Für Musik sorgten die "Firsters" vom BGL. Foto: Wolfgang Teipel
Am 24. Oktober 2015 stellten sich die Freunde der Stadtbücherei Lüdenscheid bei einem Familientag vor. Für Musik sorgten die „Firsters“ vom BGL. Foto: Wolfgang Teipel

Angesichts schrumpfender Kulturetats wolle der Förderkreis ein Zeichen setzen, sagte Rolf Scholten. „Nicht die Rückführung der Arbeit ist nötig, sondern ihre Ausweitung.“ Und deshalb verstehe sich der Freundeskreis als „Lobby für Kultur“. Das bedeute aber nicht, dass die Stadt aus ihrer Pflicht entlassen werden solle. Für Rolf Scholten ergeben klare Forderungen an Verwaltung und Politik in Lüdenscheid. Dazu zählt der Beibehalt der aktuellen Öffnungszeiten. „Sie dürfen nicht eingeschränkt werden.“ Ebenso solle die Stadt auf Gebührenerhöhungen verzichten. „Sie würden nur einen Rückgang der Nutzerzahlen zur Folge haben.“ Außerdem drängt der Förderverein auf die Überprüfung geplanter Personalkürzungen.

Inzwischen 50 Mitglieder

Ein weiteres Anliegen ist die Wiedereröffnung des Marktes für Veranstaltungen und Vermietungen. Für Rolf Scholten zählt der Markt in der Bücherei zu den „wohl schönsten städtischen Räumen“. Zu den ursprünglichen Empfehlungen zum Handlungskonzept für die Altstadt habe auch der Ausbau der Bücherei gehört. „Die Stadt nutzt diese Chance nicht“, kritisierte Rolf Scholten. Immerhin sei auf Antrag der CDU ein Prüfauftrag an die Verwaltung gegangen.

Der Förderverein, der am 21. Mai durch 18 Gründungsmitglieder ins Leben gerufen worden ist, zählt inzwischen 50 Mitglieder. Bis zum Jahresende, wünscht sich der Vorstand, solle sich diese Zahl verdoppeln. Auch an anderer Stelle soll sich die Arbeit der Freunde der Stadtbücherei auszahlen. „Wir setzen auf einen erkennbaren Zuwachs bei den zahlenden Nutzern“, unterstrich Rolf Scholten.

 

 

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