OGS Spormecke
Eine Arabisch-Dolmetscherin aus dem Islamischen Zentrum sprang ein, wenn's mit Gesten und Blicken nicht mehr weiterging.

Schalksmühle. Ein Ausflug in die deutsche Schulwelt: Sieben Kinder aus der Lüdenscheid Flüchtlings-Notunterkunft haben am Freitag die Grundschule Spormecke und die Offene Ganztagsgrundschule besucht. Ein Ausflug mit Folgen für die Mädchen und Jungen und Susanne Berndt, Koordinatorin für die von der AWO betriebenen Betreuungsangebote. Die sieben Kinder aus Tschetschenien (3), dem Irak (2) und aus Syrien (2) haben einen kleinen Vorgeschmack aus das deutsche Schulwesen erhalten. „Die Kinder waren begeistert“, sagt Britta Thater von der OGS Spormecke. Auch Schulleiter Ralf Gensmann hält das Experiment für geglückt. Das sieht auch Susanne Berndt so. Sie will jetzt versuchen auch an anderen Orten junge Flüchtlinge auch diese Weise mit deutschen Kindern zusammenzubringen.

Die Kinder sind völlig unbefangen

„Die Kinder sind völlig unbefangen“, berichtet Britta Thater. „Gleich bei der Ankunft hat eins unserer Mädchen seinen Arm um eins der anderen Kinder gelegt.“ Dann nahmen die Neuankömmlinge zwei Stunden lang am Unterricht teil. „Wir haben ein möglichst sprachfreies Angebot ausgewählt“, sagt Ralf Gensmann. „Die Kinder besitzen ja keinerlei Deutschkenntnisse.“ Sprachbarrieren wurden am Freitag auf einfache Weise gelöst – mit Gesten und Blicken, mit einigen Brocken Grundschul-Englisch und mit Unterstützung einer Arabisch-Dolmetscherin aus dem Islamischen Zentrum.

OGS-Team hatte die Idee und alle zogen mit

„Manchmal kann alles eben auch ganz einfach sein, freut sich Jan Schimanski. Er betreut im Auftrag der Johanniter das Freizeitprogramm für die Flüchtlinge in der Lüdenscheider Notunterkunft am Dickenberg.

Kleiner Plausch beim Mittagessen in der OGS Spormecke.
Kleiner Plausch beim Mittagessen in der OGS Spormecke.

Die Idee zu dieser Aktion hatte das Team der Offenen Ganztagsgrundschule. „Als wir gesehen haben, wie die ersten Flüchtlinge am Dortmunder Bahnhof ankamen, haben wir gedacht: Wir müssen ein Stück von dem, was wir besitzen, teilen.“ Gesagt getan: Schnell war das Kollegium der Grundschule mit im Boot. Es bereitete die Schüler auf den Besuch vor. Eltern backten Kuchen, der Lüdenscheider Caterer, der die OGS mit Essen versorgt, sorgte für zusätzliche warme Mahlzeiten und das Halveraner Busunternehmen Busch übernahm den Transport der Kinder.

Freundinnen fürs Leben können die beiden Mädchen, die sich am Freitag so herzlich begrüßt haben, nicht werden. Die Flüchtlingskinder sind seit neun Tagen in Lüdenscheid und werden schon bald auf anderen Städte und Gemeinden verteilt.

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here