Lüdenscheid. Die aktuelle Lage ist eine Herausforderung für alle. Das Thema Flüchtlinge beherrscht seit Monaten, wie kein anderes, die Medien. Nicht nur auf Bundesebene. Auch im Lokalen ist das Thema zum elementaren Bestandteil der Berichterstattungen geworden. Ein Thema, das durchaus polarisiert. So sehr, dass ehrenamtliche Helfer nun offenbar Opfer von Einschüchterungsversuchen werden.

Die „unaufhaltsame Islamisierung Deutschlands“

Zum wiederholten Male tauchte nun ein Schreiben auf, in dem sich der Verfasser in großen Buchstaben gegen die aktuelle Flüchtlingssituation ausspricht. Er findet dabei deutliche, teilweise sehr fragwürdige Worte für sein Anliegen. Von der „unaufhaltsamen Islamisierung Deutschlands“ ist dort die Rede. Gepaart mit weiteren „Anti Flüchtlings-Parolen“. Zudem wird die „sofortige Rückführung aller Flüchtlinge in ihre Heimatländer“ gefordert.

Erstmals tauchte dieser Brief, nach TACH!-Informationen, Mitte November bei einem Breckerfelder auf, der sich vor allem in Schalksmühle engagiert und dort auch eine Aktion mit dem „Netzwerk Flüchtlingsarbeit“ organisierte. Gestern tauchte das gleiche Schreiben bei dem Lüdenscheider Lokalpolitiker Michael Thomas-Lienkämper (Die Linke) auf, der erst am 4. Dezember, durch einen Redebeitrag bei der Kundgebung für das Bleiberecht einer Familie aus dem Kosovo in den Medien Beachtung fand.

Strafrechtlich keine Grundlage – aber ein ungutes Gefühl

Uwe Böhm, der stellvertretende Leiter des Staatsschutzes in Hagen, kennt diese Art von Post. „Manchmal kommen diese Schreiben per Post, oder aber landen direkt in den Briefkästen von Flüchtlingshelfern. Auch als Flyer“, erklärt er auf Anfrage der TACH!-Redaktion. Er sagt zudem: „Dieses Schreiben hat aber keine strafrechtliche Grundlage, auf der wir eine Strafverfolgung aufbauen können. Wir ermitteln aber dennoch und versuchen den Absender ausfindig zu machen.“ Schreiben dieser Art tauchen nicht nur in Breckerfeld oder Lüdenscheid auf. Sondern Bundesweit.

Ungutes Gefühl bei Helfern

Diejenigen, die dieses oder ein ähnliches Schreiben im Briefkasten finden, werden darin nicht direkt bedroht. Ein fader Beigeschmack und die Botschaft „Wir wissen, wo du wohnst und wer du bist“ schwingt dabei aber deutlich mit. Das bestätigt auch Uwe Böhm: „Wer so etwas im privaten Briefkasten findet, hat natürlich erstmal ein ungutes Gefühl.“ Grundsätzlich gilt bei solchen Einschüchterungsversuchen jedoch, dass man sich nicht verunsichern lassen sollte. Wer einen solchen Brief bekommt, sollte sich bei der örtlichen Polizei melden.

Anonymität macht mutig

Die aktuelle Situation verleitet offenbar viele Menschen dazu, ihre politische Meinung jedem mitzuteilen, der eine andere Meinung besitzt. Meist, wie in diesen Fällen, aus dem Schutz der Anonymität heraus. Böhm: „Gerade auch bei Facebook schießen viele bei Diskussionen schnell über das Ziel hinaus“, sie bewegen sich dann oft in einem Bereich, der strafrechtlich relevant ist und Uwe Böhm und seine Kollegen auf den Plan ruft.

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Ich bin 31 Jahre jung und gehöre zur viel besprochenen Generation Y. Seit 1999 nutze ich digitale Kommunikationswege und seit 2012 bin ich Online-Unternehmer und berate und betreue Unternehmen als Social Media Experte.

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