Vertreter von Kampfmittelräumdienst, Bauleitung, Polizei, Feuerwehr und Stadt Kierspe besprachen die Sicherheitsmaßnahmen vor Ort. Foto: Arne Machel

Kierspe. Bombenalarm in Kierspe am Mittwoch-Vormittag: Bei Erdarbeiten im Bereich des zukünftigen Volme-Freizeitparks wurde eine 250-Kilo-Bombe aus dem 2. Weltkrieg entdeckt. Der Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Arnsberg rückte an, um den Blindgänger zu entschärfen. Die Bewohner der umliegenden Häuser wurden für die Dauer der Sicherungsarbeiten evakuiert, die B54 für den Verkehr gesperrt.

Bombe am Vormittag bei Bauarbeiten gefunden

Gegen 10.45 Uhr waren Bauarbeiter auf dem Gelände hinter dem Raiffeisen-Markt auf den Blindgänger gestoßen. Hier laufen zurzeit die Arbeiten für die Umgestaltung des Flusslaufes der Volme. Die Arbeiten wurden sofort eingestellt, Polizei und Ordnungsamt informiert. Die Zufahrt zu dem abgesperrten Baustellengelände wurde dichtgemacht. Vertreter von Polizei, Feuerwehr und der Stadt Kierspe besprachen die Sicherheitsmaßnahmen vor Ort mit den Experten des Kampfmittelräumdienstes.

Evakuierung ohne Probleme verlaufen

Die Bewohner der oberhalb der Gefahrenzone liegenden Straßen Windfuhr und Hoher Hahn mussten ihre Häuser verlassen. Gegen 14.30 Uhr wurde dann auch die Bundesstraße 54 zwischen dem Abzweig Tannenbaum und der Zufahrt zu Fürwigge-Talsperre für den Verkehr gesperrt, damit die Entschärfung der Bombe anlaufen konnte. Um 15.25 Uhr wurde die Sperrung aufgehoben. Die Menschen im Umfeld des geplanten Freizeitparks an der Volme konnten zurück in ihre Wohnungen.

Im Umkreis vom 250 Metern um die Fundstelle mussten die Anwohner ihre Wohnungen  oder Arbeitsplätze verlassen. Im Kreativzentrum an der Kölner Straße hatte die Stadt kurzfristig eine Anlaufstelle eingerichtet, wo auch Getränke und Verpflegung bereit standen. Als glücklichen Umstand bei aller Dramatik sah Dorette Vormann-Berg, Sachgebietsleiterin zentrale Verwaltung, es an, „dass das tagsüber passiert ist. Da waren aus beruflichen Gründen viele nicht in ihrer Wohnung.“ Bei der Evakuierung sprang das DRK einer Rollstuhlfahrerin bei, die Probleme hatte, alleine ihre Wohnung zu verlassen. Die Polizei war mit einem Einsatzfahrzeug und zwei Krädern im Einsatz, um die Stadt bei der Sperrung zu unterstützen. DRK und Feuerwehr waren ebenfalls im Einsatz.

Fund für Experten ungewöhnlich

Bei der Bombe handelte es sich um eine 250-Kilo-Fliegerbombe des Typs „Demolition Bomb 250 AN-M64“. Einen Bombenfund in dieser Größenordnung hat es nach unseren Informationen in Kierspe bislang nicht gegeben, allenfalls wurden Munitionsreste oder kleinere Granaten im Stadtgebiet entdeckt. Industrielle oder militärische Ziele, die eine Bombardierung während des Krieges hätten verursachen können, fehlten in der Volmestadt. Die Experten vermuteten, dass es sich bei dem Bombenabwurf um eine Erleichterungsmaßnahme eines möglicherweise beschädigten Kampfflugzeuges gehandelt hat.

Text: Arne Machel
In Auszügen auch: Sven Parnemann und Rüdiger Kahlke

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