Glück im Unglück hatten die beiden Insassen beim Unfall in der Oestertalstraße.

Plettenberg. Die Feuerwehr wurde am Pfingstwochenende zu mehreren Hilfeleistungseinsätzen gerufen.

Am Freitagabend musste die Besatzung des Hilfeleistungslöschfahrzeuges der Feuerwache in zwei Fällen den Rettungsdienst unterstützen. Hier waren die Treppenräume jeweils so beengt, dass mehrere helfende Hände benötigt wurden um die Patienten nach der medizinischen Erstversorgung aus Obergeschossen ihrer Wohnungen zum Rettungswagen zu verbringen.

Nachdem am Samstagmorgen gegen 10:20 Uhr in der Eiringhauser Poststraße eine kleinere Ölspur beseitigt werden musste, rückten Feuerwehr und Rettungsdienst gegen 13:40 Uhr zu einem Verkehrsunfall in die Bahnhofstraße aus. Hier war es zu einer Kollision zwischen einem Motorroller und einem PKW gekommen, wobei die Rollerfahrerin verletzt wurde. Während der notärztlichen Versorgung auf der Straße errichtete die Brandschutzbesatzung einen Sichtschutzvorhang, um die Verletzte vor den Blicken zahlreicher Schaulustiger zu bewahren. Die Verletzte wurde anschließend per Rettungswagen dem Plettenberger Krankenhaus zugeführt.

Zwei Leichtverletzte bei Verkehrsunfall auf Oestertalstraße

Am frühen Sonntagmorgen kurz nach 7:00 Uhr kam es auf der Oestertalstraße zu einem Alleinunfall eines mit zwei Personen besetzten PKW. Von Oesterau kommend, ausgangs einer langgezogenen Linkskurve, verlor der Fahrer aus noch ungeklärter Ursache offensichtlich die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte in eine Böschung, bevor er auf der gegenüberliegenden Straßenseite schwer beschädigt zu Stehen kam. Beide Insassen wurden zum Glück nur leicht verletzt, wobei der Beifahrer vorsorglich mit dem Rettungswagen zur genaueren Untersuchung in das Plettenberger Krankenhaus gebracht wurde. Die Feuerwehr sicherte die Unfallstelle und beseitigte abschließend durch Vornahme eines Löschrohres die Straße von aufgeworfenem Erdreich und Trümmerteilen.

Gegen 21:40 Uhr wurde am Sonntagabend dann die hauptberufliche Wachbereitschaft zu einer Notfalltüröffnung in die Posensche Straße gerufen. Aufgrund eines Anrufs beim hausärztlichen Notdienst über einen verschlechterten Gesundheitszustand des Meldenden, fuhr eine Bereitschaftsärztin zur angeforderten Zieladresse. Nachdem aber niemand die Tür öffnete, bestand der dringende Verdacht, dem Patienten sei nun etwas Ernsthaftes zugestoßen. Die angeforderte Feuerwehr inklusive Notarzt und Rettungswagen verschaffte sich einen Zugang zur Wohnung, konnte dort aber niemanden vorfinden. Der Wohnungsinhaber, welcher sich vermutlich anderweitig in ärztliche Behandlung begeben hatte wird nun im Nachgang von der Polizei über das vorsorgliche Eindringen der Einsatzkräfte informiert. 

Von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag übernahmen drei ehrenamtliche Kräfte aus den Löschgruppen Oestertal und Ohle eine Brandsicherheitswache beim Immecke Open Air Festival. Keine besonderen Vorkommnisse war hier das Resümee seitens der Feuerwehr. Lediglich in einem Fall musste ein Rettungswagen auf Grund einer Kreislauferkrankung angefordert werden.

INFO

Thema Notfalltüröffnung

Für die Feuerwehren gehört die Notfalltüröffnung im Rahmen der technischen Hilfeleistung fast schon zum Alltagsgeschäft. Immer wenn eine begründete Notfallsituation ein schnelles und gewaltsames Eindringen in einen Wohnraum erforderlich macht, rücken die Einsatzkräfte mit entsprechendem Gerät an. In Plettenberg, wie aber auch in anderen Kommunen, rücken in der Regel hierzu ein Hilfeleistungslöschfahrzeug oder Rüstwagen, die Drehleiter und mindestens ein Rettungswagen aus. Aber bevor die Feuerwehr sich Zugang in einen Wohnraum verschafft, müssen begründete Indizien für einen Notfall vorliegen. Erst wenn sich der begründete Verdacht erhärtet, beispielsweise durch Befragung von Nachbarn über Alter oder Gesundheitszustände, ein massiv überquellender Briefkasten, Hilferufe aus der Wohnung, ein Brandverdacht oder etwa in Amtshilfe für die Polizei, wird die Öffnung der Wohnung vollzogen. Und auch hier wägen die Einsatzkräfte den Weg des geringsten Schadens im Sinne für die Wohnungsinhaber ab. Ist beispielswiese ein Fenster auf Kipp geöffnet, oder beim Nachbarn wurde ein Schlüssel hinterlegt, ist es in der Regel einfacher für die Feuerwehr einzudringen. Auch ein Blick durch die Fenster von außen, beispielsweise über die in Stellung gebrachte Drehleiter, kann manchmal Aufschluss über den Verbleib eines Vermissten bringen. Sind alle Möglichkeiten ausgeschöpft wird die Wohnungstür „gewaltsam“ geöffnet. Hierfür sind die Einsatzkräfte speziell geschult und halten entsprechende, teils schwere Gerätschaften auf den Fahrzeugen vor, denn nicht immer sind die Türen nur aus Holz. Nach erfolgreicher Öffnung der Tür und Einleitung einer möglicherweise medizinischen Notfallversorgung, verschließt die Feuerwehr abschließend maximal möglich die Tür. In den meisten Fällen wird abschließend die Wohnung an die Polizei, oder wenn möglich an Angehörige übergeben.

Feuerwehr ist kein Schlüsseldienst

Wer sich nur ausgesperrt hat und etwa einen Notfall in der eigenen Wohnung vortäuscht, um diese durch die Feuerwehr öffnen zu lassen, muss mit einer entsprechenden Anzeige und einer empfindlichen Geldbuße rechnen. Außerdem sind die Kosten des Feuerwehreinsatzes in solchen Fällen selbst zu tragen.

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