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5,5 Millionen legale Schusswaffen gibt es in Deutschland. Sie verteilen sich auf 1,45 Millionen Besitzer. In der Regel handelt es sich um Jäger, Sportschützen, Sammler oder Sicherheitsunternehmer. Im Märkischen Kreis sind aktuell 33858 Waffen registriert. Ein Wert für Freunde der Statistik: Das macht auf 1000 Einwohner 81 registrierte Büchsen, Flinten, Pistolen, Revolver und anderes Schießgerät.

Das hat die Wochenzeitung ZEIT in einer aufwändigen Recherche herausgefunden. Danach kommen im Hochsauerlandkreis auf 1000 Einwohner immerhin 119 Schusswaffen, im Kreis Olpe noch 98. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Dortmund/Unna sind aktuell Schießprügel pro 1000 Einwohner angemeldet, im Oberbergischen Kreis 86.

Auch legale Waffen sind gefährlich

Auch legale Waffen sind nicht immer harmlos. Dennoch wird vielfach behauptet, dass nur von illegalen Waffen eine große Gefahr ausgehe. Dabei wird auf Raubmörder, kriminelle Banden und Terroristen verwiesen. Doch auch legale Waffen sind gefährlich. Nach Recherchen der ZEIT wurden allein im vergangenen Jahr mindestens 27 Menschen in Deutschland mit registrierten Schusswaffen getötet – bei insgesamt 54 bekannt gewordenen Todesfällen durch Schusswaffen. Dazu kommen mutmaßlich mehrere Hundert Selbstmorde.

Der Freiburger Kriminologe Dietrich Oberwittler untersucht seit sieben Jahren „Familiendramen“ in Deutschland: Taten, bei denen meistens Männer ihre Frauen, Ex-Partnerinnen oder Nebenbuhler töten und sich danach oft das Leben nehmen. Sagte der ZEIT, die Verfügbarkeit von Schusswaffen erhöhe das Risiko, dass solche „Amokläufe im Privaten“ tödlich enden könnten. Oft kämen hier legale Waffen zum Einsatz.

GdP-Chef: Zu viele Schusswaffen in Deutschland

Für Arnold Plickert, Chef der Polizei-Gewerkschaft in Nordrhein-Westfalen (GdP) ist die Sache klar: „Es gibt nach wie vor zu viele Schusswaffen in Deutschland“, sagt er. Und: „Nicht jeder, der derzeit eine Waffe hat, sollte diese wirklich haben.“

Das Nationale Waffenregister, das am 1. Januar 2013 in Betrieb gegangen ist, soll insbesondere für mehr Transparenz sorgen. Seit wenig mehr als einem Jahr können alle deutschen Sicherheits- und Waffenbehörden einen gemeinsamen, stets aktuell gehaltenen Datenpool nutzen.

Mehr Sicherheit durch nationales Waffenregister

Aus Sicht der Bundesregierung leistet dieses Register einen Beitrag zur Verbesserung der öffentlichen Sicherheit, z.B. durch vereinfachte, komplexe, deutschlandweite Recherchen. Es ermögliche der Polizei die bundesweite Überprüfung von legalem Waffenbesitz. In einer weiteren Entwicklungsstufe sollen auch Herstellung, Handel, Import und Beschuss in das Nationale Waffenregister aufgenommen werden. Der Grund: Die Behörden sollen nachvollziehen können, welche Stationen eine Waffe in ihrem Lebenszyklus vom aktuellen Besitzer über etwaige Vorbesitzer und den Handel bis zum Hersteller oder Importeur durchlaufen hat.

Die ZEIT hat eine Übersicht über die Verteilung von Schusswaffen in Deutschland veröffentlicht. Sie ist unter http://www.zeit.de/2014/04/waffen-deutschland zu finden.

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