Symbol-Bild: (Foto: Jochen Tack)

Lüdenscheid. Der Schock wirkt nach. In der vergangenen Woche ist in die Geschäftsräume der ARB GmbH an der Friedrichstraße eingebrochen worden. „Laptops, Rechner, Monitore, Drucker – alles weg“, sagt Geschäftsführer Adrian Babczyk. Alle Räume durchwühlt, sämtliche Schranktüren aufgerissen – am Mittwoch nach Pfingsten entdeckte er das Chaos im Büro. Zur Fassungslosigkeit kommt die Wut. Das bundesweit arbeitende Unternehmen ist dabei, sich auf den Markt in Lüdenscheid und der näheren Region zu konzentrieren. Da ist es schon ein Rückschlag, wenn bei einem Einbruch Geschäftsunterlagen verschwinden. „Wir arbeiten das auf“, sagt Adrian Babczyk. Seine Mitarbeiter, darunter auch Elisabeth Just, haben seit dem Einbruch jede Menge Überstunden geschoben.

Ständige Bedrohung plötzlich Realität

„Das alles lässt sich verkraften“, sagt Geschäftsführer Babczyk. Schwerer zu verarbeiten ist die Tatsache, dass die ständige Bedrohung Opfer eines Einbruchs für ihn und das Unternehmen zur Realität geworden ist. „Wie sind die Täter auf die ARB-Verwaltung an der Friedrichstraße gekommen? Sind wir über längere Zeit ausgekundschaftet worden? Kannten die Täter vielleicht sogar die Räumlichkeiten?“ Solche Fragen lassen Elisabeth Just und Adrian Babczyk bis heute nicht los. „Es ist so ein nagendes Gefühl“, sagt Elisabeth Just.

Täter waren keine Anfänger

Klar ist: Die Täter waren keine Anfänger. Sie haben den Bewegungsmelder tot geschaltet und dann mit einem Spezialwerkzeug das besonders gesicherte Schloss der Eingangstür herausgebrochen. Dass Autos im Hof standen und im Gebäude Licht brannte, hat sie offenbar nicht weiter gestört. Immerhin fanden sie noch Zeit, Büroräume eines weiteren Unternehmens in demselben Gebäude heimzusuchen. Bei ARB ließen sie neben vielen anderen Dingen sogar zwei Hände voll Textmarker mitgehen. „Was soll das?“ fragt sich Adrian Babczyk noch immer.

Adrian Babczyk: „Es kann jeden treffen“

Als Betroffener möchte er jetzt bei anderen das Bewusstsein wachrütteln, dass Einbrecher eine ganz reale Bedrohung sind. „Es kann jeden treffen“, sagt er. Er wird auf Anraten der Polizei die ARB-Verwaltung besonders sichern. Die Möbel wurden bereits umgestellt. „Nichts soll an den Einbruch erinnern“, sagt er. Als Lüdenscheider, der im Alter von sechs Monaten mit seinen Eltern in die Bergstadt gekommen ist, will er seine Heimatstadt nicht verlassen. „Freunde und Bekannte fragen schon länger: Was machst Du noch da?“, sagt er. Auch sie sorgen sich vor den Folgen steigender Kriminalität.

167.136 Eigentumsdelikte im Jahr 2015

Dabei zählt Lüdenscheid sicherlich nicht zu den gefährlichsten Städten in Deutschland. Das ist überall so: Die Polizei bekommt die Einbrecher nicht in den Griff. Laut Kriminalstatistik ist die Zahl der Einbrüche von 2014 auf 2015 um 9,9 Prozent auf 167.136 bekannte Fälle gestiegen.

Von den Beamten ernst genommen

Dabei macht Adrian Babczyk der Polizei keinen Vorwurf. „Wir fühlten uns von den Beamten ernst genommen.“ Sie hätten sorgfältig gearbeitet und schnell einen Fußabdruck auf einem Briefumschlag sowie abgerissene Fingerkuppen eines Einweg-Handschuhs entdeckt. Das nagende Gefühl, dass so ein Einbruch auch bei ARB immer wieder passieren kann, das konnten ihm die Beamten allerdings nicht nehmen. „Aber auch das werden wir nach und nach aufarbeiten“, kündigte der ARB-Mann im Gespräch mit der TACH!-Redaktion an. „Sozusagen als Kampfansage an die nächste Bande.“

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here