Verwirrende Kaffeesiegel: Welches tatsächlich für fair gehandelten Kaffee steht, erläutert das Team von der Verbraucherberatung an der Altenaer Straße gern. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Die Deutschen lieben ihren Kaffee: 162 Liter trank jeder Deutsche im Jahr 2016. Das einstige Luxusprodukt gehört inzwischen fest zum Alltag dazu. „Nur vier von 100 Tassen sind fair gehandelt, dabei ist fairer Kaffee im Handel vergleichsweise häufig zu finden“, sagt Viola Link, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale in Lüdenscheid anlässlich der Fairen Woche, die sich in diesem Jahr rund um das Wachmacher-Getränk dreht. Kaffee hat am Gesamtumsatz des Fairen Handels die Spitzenposition: 36 Prozent aller fair gehandelten Produkte sind Kaffeebohnen oder -pulver.

Vorteile für Bauern und Verbraucher

„Wir empfehlen Kaffee aus fairem Handel, weil er für Kaffeebauern und Verbraucher Vorteile bringt“, so die Umweltberatung. Da der Begriff „Fair“ gesetzlich nicht geschützt ist und immer mehr Fair-Label am Markt verfügbar sind, ist es für Verbraucher nicht ganz einfach, den Durchblick zu behalten. Damit Verbraucher faire Produkte besser erkennen können, gibt die Verbraucherzentrale einige Tipps:

  • Welchen Siegeln vertrauen? Bei Lebensmitteln können sich Käufer gut am hellgrün-blauen Fairtrade Siegel auf schwarzem Grund orientieren. Auch die Erkennungszeichen und Schriftzüge der traditionellen Fair-Handelshäuser wie Gepa, El Puente, dwp sowie die Produkte aus den Weltläden weisen Verbrauchern einen sicheren Weg zu fair gehandelten Waren.
  • Vorteil für Kaffeebauern: Der Kaffeepreis unterliegt auf dem Weltmarkt starken Schwankungen. Grund sind Spekulationsgeschäfte und auch durch den Klimawandel erschwerte Anbaubedingungen. Gerade deshalb gibt der Faire Handel den Produzenten Planungssicherheit durch garantierte Mindestpreise und langfristige Handelsbeziehungen. Da 80% der Kaffeebohnen auf den Feldern von Kleinbauern wachsen, sind diese besonders auf die Unterstützung im Geschäft mit den mächtigen Kaffeeröstern angewiesen.

    Verzicht auf Pestizide

  • Fairer Kaffee ist oft auch Bio: 75 Prozent des fair gehandelten Kaffees sind Bio-zertifiziert. So genießen faire Kaffeetrinker häufig auch die Vorteile des ökologischen Anbaus, bei dem z.B. auf Pestizide verzichtet wird.

    Im Sortiment des Weltladens an der Marienstraße: Elf fair gehandelte Schokoladensorten, ansprechend verpackt in eine Hülle mit Lüdenscheider Motiven. Foto: Wolfgang Teipel

Welche Kennzeichnungen wirklich halten, was sie versprechen, erklärt die Verbraucherzentrale NRW unter: www.verbraucherzentrale.nrw/label-faire-lebensmittel.

Fair gehandelter Kaffee und fair gehandelte Schokolade machen den Hauptumsatz des Lüdenscheider Weltladens aus. Er hat sein Angebot erweitert. Lüdenscheid-Schokolade ist seit Anfang September in elf Geschmacksvariationen erhältlich von „Fleur du Sel“ über „Feinherb 55%“ bis hin zum Naschwerk mit ungewöhnlichem Curry-Geschmack. Ein weiterer Clou: Helmut Rose hat eine Hülle mit Lüdenscheider Motiven für die faire Schokolade entworfen.

Die Faire Woche 2017 fand in diesem Jahr vom 15. bis 27. September bereits zum 17. Mal statt und machte darauf aufmerksam, dass immer mehr Verbraucher beim Einkauf auf die Herkunft der Produkte achten und auch die Produktionsbedingungen in den Herkunftsländer hinterfragen.

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