Fabian Rockenfeller (2. von links) mit Bernhard Seltmann, Arno Seltmann und Frank Seltmann bei der Preisverleihung. Foto: Sven Parnemann

Lüdenscheid. Fabian Rockenfeller ist Preisträger des Seltmann-Fotopreises „geschossen + gedruckt“. Der junge Fotograf, der an der Fachhochschule Bielefeld zurzeit ein Masterstudium absolviert, nahm seinen Preis am Sonntag bei einer festlichen Veranstaltung in den Museen der Stadt Lüdenscheid entgegen. Mit dem Titel seiner Arbeit „Es ist nicht alles Gold und es glänzt“ scheint Fabian Rockenfeller irgendwie verwachsen zu sein. Bei der Preisverleihung trug er ein goldgelbes Halstuch.

Glauben an das Fotobuch

Arno Seltmann und seine Söhne Arno und Bernhard besitzen einen unerschütterlichen Glauben an das Fotobuch. Beweis gefällig: Preisträger Fabian Rockenfeller wird mit Seltmann Printart ein eigenes Fotobuch produzieren. Die Kosten werden von der heimischen Familiendruckerei übernommen.

Forum für innovative Fotografie

„Die Fotografie prägt die Menschen an der Spitze unseres Unternehmens“, sagte Frank Seltmann am Sonntag vor rund 200 Gästen im Museum. Er sei stolz darauf, dass sich der Preis „geschossen + gedruckt“ inzwischen zu einem Forum für innovative Fotografie entwickelt habe. Frank Seltmann sprach außerdem über die tiefgreifenden Veränderungen, die das über 500 Jahre alte Druckergewerbe angesichts des unaufhaltsamen Aufstiegs des Internets durchmache. Viele Unternehmen seien in Schwierigkeiten geraten.

Grafische Industrie erschüttert

Im Grußwort zur Ausstellung in der Städtischen Galerie schreibt Frank Seltmann: „Dieser umwälzende Prozess, bis in die tiefsten Winkel des sozialen Verhaltens, und der unaufhaltsame Aufstieg des Internets mit seinen tausendfachen, preiswerten Möglichkeiten der Kommunikation lassen die seit 500 Jahren gewachsene Struktur der grafischen Industrie erschüttern. Umso größer mein Stolz, diesem Trend bisher die Stirn bieten zu können. Ein gelungener Generationswechsel, vernünftige Investitionen in Mensch und Technik, ein höchster Qualitätsanspruch an die eigene Arbeit, der ungebrochene Fleiß aller Seltmann-Mitarbeiter und das Vertrauen auf unser gemeinsames, durch Generationen erarbeitetes Fachwissen lassen uns hier die vielfältigen Früchte unserer Arbeit betrachten.“

350 Bewerberinnen und Bewerber

350 Fotografinnen und Fotografen haben sich um den Seltmann-Fotopreis 2014 beworben. Das Thema lautete „Unveröffentlichte Serien“.

Ein Motiv aus der Siegerserie "Es ist nicht alles Gold und es glänzt. Kunst vs. Natur". Foto: Ausstellungskatalog
Ein Motiv aus der Siegerserie „Es ist nicht alles Gold und es glänzt. Kunst vs. Natur“. Foto: Ausstellungskatalog

Zur Serie des Preisträgers „Es ist nicht alles Gold und es glänzt. Natur vs. Kultur“, hält die Jury fest: „Die Fotografien von Fabian Rockenfeller überzeugen durch eine starke, ikonische Komposition. Die zentrierten und schlaglicht-beleuchteten Motive entfalten in aller inhaltlichen Schwere eine explosive Kraft, donnern nach vorn und sprengen den Rahmen. Der Mensch im Kampf mit sich selbst, den selbst auferlegten Regeln, eingeklemmt zwischen Festplattenspeichern und dem stummen Diener. Geknickt und belastet, gebrochen und ausgekotzt, die Szenarien lassen keinen anderen Schluss zu: Entweder man bricht zusammen oder man explodiert.“

Vier Auszeichnungen in Silber

Die vier Preisträger, deren Arbeiten die Jury mit Silber ausgezeichnet hat, sind Maren Demant („Relationship“), Peter Franck („Pinups“), Johannes Heinke („blinds“) und Superultraextra („It“).

Auch ihre Serien sind im Katalog, der zur Ausstellung erschienen ist, zu sehen. Dazu kommen die Bilder der 43 Fotografinnen und Fotografen, die von der Jury mit einer Auszeichnung bedacht worden sind. Der Bildband kostet 15 Euro.

Öffentliche Führungen

Die Ausstellung in der Städtischen Galerie ist bis zum 30. August zu sehen. Um dem großen Interesse am Seltmann-Fotopreis gerecht zu werden, werden wieder öffentlichen Führungen angeboten und zwar m 22. Juni, 6. Und 20. Juli, 10. Und 24. August. Die Führungen beginnen um 15 Uhr. Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Ausstellung wird auch in das dreitägige Kinder-Ferienprogramm des Museums einbezogen.

Öffnungszeiten des Museums: mittwochs bis sonntags jeweils von 11 bis 18 Uhr.

 

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