Musiker, dreifacher Gastronom, Veranstalter und Mediengestalter. Langeweile hat der 35-jährige Fabian Kärnbach aus Lüdenscheid sicherlich nicht. Denn seine To-Do-Listen, die sich aus diesen Tätigkeitsfeldern ergeben lassen kaum Platz für „Freizeitprobleme“. Fabian ist kein Freund der großen Worte und drängt sich auch sonst nicht besonders gerne in die 1. Reihe. Wohl ein Grund, warum sein Name fast ausschließlich Szenekennern in der Bergstadt ein Begriff ist. Die Projekte, an deren Entstehung er beteiligt ist, sind dafür aber umso bekannter. Denn wenn wir auch hierfür eine Liste anlegen würden, fänden sich darauf Schlagworte wie „Johnny Mauser“, „Lønneberga“, „Franz von Hahn“, „Liebe Ist.“, „Tonicá“ oder „Tiniundtus“. Allesamt keine Unbekannten. Im Gegenteil.

Was es nicht gibt wird eben selbst geschaffen: Das Lønneberga

Grade die Gastronomiebetriebe, sind wohl eines der Aushängeschilder von Fabian. Alle drei stehen mittlerweile für eine gewisse Qualität und treffen in Lüdenscheid und Menden den Nerv einer Zielgruppe zu der auch Fabian sich vor einigen Jahren zählte. So zumindest kam die Idee zum Lønneberga. 2012, vor Kurzem hatte Fabian zusammen mit Phillip Nieland den Johnny Mauser Club in Lüdenscheid eröffnet und freute sich zusammen mit Phillip über immer bessere Etablierung ihres neuen Angebots in Lüdenscheid.

Das Lönneberga in der Hochstraße.
Das Lönneberga in der Hochstraße.

Irgendwann in dieser Zeit befasste sich Fabian zusammen mit einem weiteren engen Freund, dem Lüdenscheider Fotograf „Steve“, mit einer der wichtigsten Fragen unserer Zeit: „Wo können wir heute Abend gemütlich ein kaltes Bier trinken gehen und dabei eventuell noch einige Kumpels treffen?“ Eine Frage, die Fabian und Steve 2012 für sich garnicht so leicht beantworten konnten. Denn das Angebot in dieser Richtung war in Lüdenscheid zu diesem Zeitpunkt nicht sonderlich ausgeprägt. „Wir sind keine großen Freunde der Systemgastronomie, daher kam das für uns schonmal nicht in Frage. Und dann wurde es für uns auch schon schwer was Passendes zu finden“, erinnert Fabian sich an diesen Abend zurück.

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Das Lönneberga von innen. Szeniges Großstadtflair.

Irgendwann landeten die beiden dann in einer damals stadtbekannten Cocktailbar. „Das war zwar nett, aber nicht das was wir uns vorgestellt haben.“ Wenigen Tage später reifte in den beiden ein Plan heran: „Wir wollten eine Bar aufmachen, in der man sich locker mit Freunden treffen konnte und in gemütlicher Runde mal ein oder zwei Bier trinken konnte. Etwas für Leute in unserem Alter. Denn das fehlte in Lüdenscheid.“ Der Plan stand, und nach einer kurzen Inspirationsreise nach Berlin, wurde auch die passende Location in Lüdenscheid schnell gefunden. So entstand an der Hochstraße in Lüdenscheid das „Lønneberga“, welches Fabian zusammen mit Steve heute noch betreibt.

Johnny und Franz gehören mit zur Familie

Wie bereits erwähnt ist das Lønneberga nicht die einzige gastronomische Wirkungsstätte von Fabian. Neben der Bar in der Lüdenscheider Oberstadt stehen auch zwei Clubs auf der Liste des Lüdenscheiders. Das Johnny Mauser in Lüdenscheid und Franz von Hahn in Menden. Beide Läden eröffnete und führt Fabian zusammen mit Phillip Nieland den man in Lüdenscheid vor allem durch die „Rock Inc“ Partys oder Großevents wie die Electronic Nation kennt. Doch auch Fabian hat als Veranstalter bereits einiges auf dem Kerbholz. So legte er vor rund 8 Jahren den Grundstein seiner Veranstalterlaufbahn mit Partyreihen, wie „liebe ist“ oder „tonicá“ die er zusammen mit anderen ins Leben gerufen hatte.

Daraus resultierte irgendwann der Übergang von Veranstalter hin zum Clubbetreiber. Zusammen mit Phillip eröffnete er das Johnny Mauser in Lüdenscheid Innenstadt in dem die beiden Veranstalter ab diesem Zeitpunkt ihre eigenen Events bündelten und auch Fremdveranstaltern Raum gaben um Ihre Ideen in die Tat, um zu setzen. Im Februar 2014 verließen Phillip und Fabian dann erstmals die heimischen Gefilde und wagten den Schritt in den Nordteil des Märkischen Kreises. In Menden eröffneten Sie damals ihr neues Baby. Den „Franz von Hahn“ Club in den Räumen des ehemaligen Tiefenrauschs. Mit den Erfahrungen aus den jeweiligen Gastrobetrieben aus Lüdenscheid wagten die beiden diesen Schritt. Und heute, etwas mehr als ein Jahr später, scheint sich dieser Schritt ebenfalls zu einer Erfolgsstory zu formieren. Auch wenn es viel Arbeit bedeutet wie Fabian versichert. „Aber wir haben das Glück auf ein super Netzwerk aus Mitarbeitern zurückgreifen zu können, die wir nicht nur als Mitarbeiter betrachten, sondern mittlerweile auch als Freunde.“

Fabian Kärnbach der Musiker

Vom Veranstalter zum Gastronom. Diese Wandlung zu durchleben ist nicht einfach. Vieles ändert sich. Vor allem aber auch die Tatsache, dass auf einen Gastronom und Clubbetreiber wesentlich mehr Arbeit einprasselt als auf einen Veranstalter. Diese Erfahrung machte auch Fabian. Sie ist zudem einer der Hauptgründe, warum der 35-jährige Lüdenscheider vor allem als Musiker heute weniger in Erscheinung tritt als noch vor einigen Jahren. „Mir fehlt dazu einfach die Zeit“, bedauert Fabian in unserem Gespräch. Zeit zum Beispiel um als Dj aufzulegen. Als „Noah“ kennt man Fabian in Lüdenscheid und auch anderen Städten als Dj. Neben seinen eigenen Veranstaltungen legte auch oft auf anderen Partys auf. Mit 17 Jahren startete er seine Laufbahn als Dj und hatte damals große Pläne. „Ich wollte Dj und Musiker werden und damit meinen Lebensunterhalt verdienen.“ Dass er das schaffen konnte, da war Fabian sich sicher. Doch vor allem durch den Schritt in die Gastronomie fehlt ihm hierfür heute schlicht die Zeit. Bis auf einige wenige Sets, die er heute noch als Dj spielt tritt er als solcher kaum noch in Erscheinung.

Auch für das Bandprojekt „tiniundtuswelches Fabian, zusammen mit Arthur und Daniel ins Leben gerufen hat findet Fabian heute kaum noch Zeit. „tiniundtus“ gibt es noch, aber wir befinden uns in einer, sagen wir längeren Kreativpause.“ Doch zumindest hier ist Fabian nicht allein. Denn auch die übrigen Bandmitglieder haben durch ihre Berufe und andere Projekte kaum noch Zeit für das gemeinsame Projekt. Dass sich daran etwas ändern wird und „tiniundtus“ wieder verstärkt auftritt will Fabian aber nicht ausschließen. Das Ganze im Auge zu behalten dürfte also nicht falsch sein.

Selbstständig als Mediengestalter

Jeder braucht einen ordentlichen Beruf. Da ist auch Fabian keine Ausnahme. Und so absolvierte er, während er an seiner Karriere als Musiker arbeitete auch eine Ausbildung zum Mediengestalter in einer Agentur in Altena. Diese beiden Welten – Musik und Mediengestaltung – verschwammen damals immer mehr. Als Fabian also den Entschluss fasste, sein Glück als Vollzeit-Musiker, DJ und Produzent zu versuchen und seinen Agenturchef um ein Jahr Auszeit bat – die er auch bekam – dauerte es nicht besonders lange, bis ihn sein Job als Gestalter wieder einholte. „Langjährige Kunden, die ich damals nicht verlieren wollte, stand ich also weiterhin als Grafiker zur Seite“, erklärt Fabian. Eine Entscheidung, die seine Karriere als Musiker dann doch einschränkte. Denn die Aufträge aus dem Gestalterischen nahmen zu, Fabian machte sich in dem Bereich selbstständig und sein Arbeitsschwerpunkt verlagerte sich.

Und auch heute ist seine Arbeit als Gestalter immer noch ein wichtiges Standbein für den Lüdenscheider. Auch wenn in ihm viele nur den „Wochenend-Gastronom“ sehen der ab und zu mal ein paar Flyer macht, ist dieser Teil in Fabians Leben weitaus umfangreicher als man von außen beurteilen könnte.

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Ich bin 31 Jahre jung und gehöre zur viel besprochenen Generation Y. Seit 1999 nutze ich digitale Kommunikationswege und seit 2012 bin ich Online-Unternehmer und berate und betreue Unternehmen als Social Media Experte.

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