Stadthalle
Da geht's lang: Erhard Pierlings (rechts, mit dem damaligen Regierungspräsidenten Helmut Diegel und Dr. Rainer Müller von Busch & Müller) hat 25 Jahre lang die Geschicke Meinerzhagens entscheidend beeinflusst. Foto: Volker Lübke

Meinerzhagen. Erhard Pierlings hat lange geschwiegen. Jetzt äußert sich der Mann, der von 1988 bis 1999 Stadtdirektor in Meinerzhagen und danach bis zum 22. Juni 2014 hauptamtlicher Bürgermeister der Volmestadt war erstmals öffentlich in der Debatte um die Zukunft der Stadthalle. „Mein Fazit: Pro Stadthalle!“ schreibt er in einer Stellungnahme, die er der TACH!-Redaktion übermittelt hat. Weiter heißt es:

„Ob das transparent war, was bislang zur Stadthalle aus dem Rathaus und von den Fraktionen zu lesen und zu hören war – oder auch nicht -, mag jeder selbst beurteilen. Jedenfalls bleiben auch aus meiner Sicht einige Fakten klar zu stellen:

Schon 2013 gegen Überlegungen externer Planer

Richtig ist, dass es schon bei den Weichenstellungen für die Regionale 2013 bei externen Planern und Investoren Überlegungen gegeben hat, die Stadthalle zugunsten eines jetzt diskutierten Einkaufs- und Kommunikationszentrums aufzugeben. Ich habe damals schon – wie auch heute noch – nichts davon gehalten und mich dagegen ausgesprochen. Stattdessen sind dann unter dem Titel „Stadthallenumfeld“ die Planungen für den Platz vor der Stadthalle  und die Öffnung der Volme forciert und letztlich nach intensiven öffentlichen Auseinandersetzungen auf den Weg gebracht worden.

Lediglich alternativ zum Erhalt des Komplexes ist dann im Juni 2013 in einer Ergänzung des „Integrierten Handlungskonzeptes Innenstadt Meinerzhagen Programm Urbanität“ angesprochen worden, dass „die Stadthalle in einen Neubau an diesem Standort integriert“ wird, „der zur Stärkung des innerstädtischen Einzelhandels und weiterer zentraler Funktionen attraktive Einzelhandels- und Dienstleistungsfunktionen aufnimmt“  (siehe genanntes Konzept, Stadt Meinerzhagen, Juni 2013, Seite 47). Diese Alternative halte ich allerdings nach wie vor nicht für gegeben, weil sie die noch vorhandenen Einzelhandels-, Gastronomie- und Dienstleistungsbetriebe eher schwächen als stärken dürfte.

Nicht unattraktiv und marode

Die Brunnenanlage an der Stadthalle: Auch er ist, wie der gesamte Komplex, ein Kind der 1970er Jahre. Foto: Wolfgang Teipel
Die Brunnenanlage an der Stadthalle: Auch er ist, wie der gesamte Komplex, ein Kind der 1970er Jahre. Foto: Wolfgang Teipel

Falsch ist, dass die Stadthalle unattraktiv und marode sein soll. Dagegen sprechen ihre bisherige kulturelle, gesellschaftliche und gewerbliche Nutzung und der tatsächliche, von der Stadt bislang erfreulicherweise geleistete Unterhaltungs- und Instandsetzungsaufwand einschließlich der seit 2003 aus der Otto-Rudolf-Fuchs-Stiftung zugunsten der Stadthalle transferierten Erträge. Sicherlich ist sie mit ihrer Fassade und den Toiletten „Kind ihrer Zeit“, und manches könnte auch ansprechender oder besser sein. Aber: Sie ist weit über Meinerzhagen hinaus DAS Alleinstellungsmerkmal einer Stadt unserer Größenordnung.

Kulturangebote in der Stadthalle aufrechterhalten

Und: Kultur zu pflegen und ihr im Wortsinne Raum zu geben gehört zum Kernbereich kommunaler Daseinsvorsorge. Das sollte unserer Stadt mit Blick auf die schon längst vor allem auch bürgerschaftlich getragene, äußerst erfolgreiche Kulturarbeit motivieren, belastbare Vorstellungen zur Aufrechterhaltung dieser Angebote in der Stadthalle zu entwickeln.

Rasches Bürgervotum möglich

Richtig ist, dass eine etwaige denkmalschutzrechliche Einordnung der Stadthalle Maßnahmen zu ihrer Sanierung, etwa bei der Fassade, oder zur baulichen Veränderung, etwa bei der Umgestaltung des Restauranttrakts, erschweren, wohl auch verteuern dürfte. Aber: Einer solchen denkmalrechtlichen Unterschutzstellung könnte man, wollte man es, gestützt auf ein schlüssiges Sanierungskonzept und auf ein auch im jetzt gegebenen denkmalrechtlichen Verfahren durchaus mögliches, rasches Bürgervotum Pro Stadthalle entgegenwirken.

 

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2 KOMMENTARE

  1. Herr Pierlings spricht mir aus der Seele. Die Stadthalle muss bleiben. Ist sie doch ein wichtiger Treffpunkt für Meinerzhagen. Sie passt mit ihrem Erscheinungsbild sehr gut in das sie umgebende Umfeld.

    Viele Veranstaltungen hat sie schon gesehen mit vielen begeisterten Gästen und Akteuren.

    Kunst sollte uns wichtiger sein, als der Konsum, der durch ein neues Einkaufszentrum erreicht werden soll. Wer die Kunst und die Kultur verliert, der verliert auch seine Identität.

    Ich bin für den Erhalt der Stadthalle.

  2. Ich komme mir hier gerade vor wie in einem Schilbürgerstreich….
    Seid 26 Jahren lebe ich nun hier im schönen Meinerzhagen – Valbert, aber wenn ich persönlich ein Fazit ziehen darf, hat Meinerzhagen diesen Schritt zum Umbau und zur Stärkung des Einzelhandels vor 15 Jahren machen müssen, warum gehen den die meisten Bürger in anderen Städten einkaufen, um es mal mit Charme zu sagen, weil es die meisten nicht aus den Sessel reisst um in Meinerzhagen einkaufen zu gehen, es ist hier auch nicht das Thema ob die Stadthalle plötzlich jetzt auch zur Debatte steht, das man das Umfeld um die Stadthalle attraktiver machen möchte damit kann ich Leben aber bevor das ein Thema wird, seht doch erstmal zu das ihr die Innenstadt zum Leben erweckt,es ist erschreckend welches Bild diese City abgibt.
    Das wäre mal ein Ansatzpunkt, frage mich nur wie das Städte wie Attendorn und Olpe bewältigen, ich würde auch lieber vor Ort kaufen, aber wenn keine Geschäfte anwesend sind die einen nicht ansprechen, wundert es mich nicht.

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