Serena Schiavone brachte ein kleines Stück Italien in die Lüdenscheider Bar Lönneberga. Fotos: Iris Kannenberg

Lüdenscheid. Eine gelungene Zusammenstellung begabter junger Musiker bot die Bar Lönneberga an der Hochstraße auch an diesem Abend ihrem zahlreichen Publikum. An diesem sonnigen Donnerstag waren viele Lüdenscheider in die kleine Bar gekommen, um einen emotionsgeladenen Abend mit fünf Live-Acts zu erleben, die man so kaum besser hätte kombinieren können.

„Gedankengut“ bereitete „Ewige Augenblicke“

Gedankengut aus Unna, sie spielten Songs aus ihrer CD.
Gedankengut aus Unna, sie spielten Songs aus ihrer CD.

Den Anfang machte die Indie Pop Band „Gedankengut“, drei Jungs aus Unna, die das volle „Lönne“ dazu nutzten, ihre erste CD „Ewiger Augenblick!“ zu supporten.

Wer auf nachdenkliche, melancholische Texte und dabei durchaus mitreißende Melodien steht, kam an diesem Abend bei den drei Musikern voll auf seine Kosten.

„Gedankengut“, die im „Lönne“ noch unter ihrem alten Namen „Dealing Drunk“ auftraten, waren nicht das erste Mal in Lüdenscheid. Sie waren bereits einmal beim „SPH Songcontest“ im Stock dabei und konnten bereits dort mit ihrem Können überzeugen.

Kurt Martin, der Sänger mit Herz

Er war sicher die Überraschung des Abends: Kurt Martin aus Plettenberg ging ohne Umwege ins Herz.
Er war sicher die Überraschung des Abends: Kurt Martin aus Plettenberg ging ohne Umwege ins Herz.

Nach ihnen betrat jemand die Bühne, den man sich ebenfalls merken sollte. Kurt Martin, der eigentlich unter dem Namen Martin Hausmann in Plettenberg lebt, war sicher derjenige, der die meisten Emotionen an diesem Abend weckte.

Obwohl er im Gegensatz zu den anderen „nur“ coverte, rührte er sein Publikum buchstäblich und ganz real zu Tränen. Bei ihm wurde es still. Niemand, den er nicht angerührt hätte. Ein eher kleiner Mann mit einer großartigen Stimme. Seine Ausstrahlung – außergewöhnlich! Und es gab keinen unter den Gästen vor Ort, der das anders gesehen hätte. ER war das Gespräch des Abends. Mehr von Kurt Martin wäre nicht nur wünschenswert, sondern eigentlich ein unbedingtes MUSS!

Serena Schiavone – Italiens Feuer im nordischen Lönne

Die kleine Italienerin Serena hat eine wirklich riesige Stimme.
Die kleine Italienerin Serena hat eine wirklich riesige Stimme.

Nach ihm wurde es temperamentvoll: Serena, ihres Zeichens 1,55 m geballtes Italien, hat Charme, eine riesengroße Stimme und soviel Leben in sich, dass es locker für zehn weitere Menschen reicht. Wer in ihrer Gegenwart Trübsal blasen kann, der ist es selber Schuld. Denn eigentlich ist das unmöglich. Serena versprüht Wärme wie ein kleiner Ofen und brachte an diesem Abend definitiv mediterranes, südliches Leben in das eher nordische Lönneberga. Sie zu sehen, macht Spaß, und öffnet immer wieder aufs Neue eine kleine Tür, die Italiens Sonne wohltuend ins eher prosaische Lüdenscheid strahlen lässt.

Hannah, die Souveräne

Hannah, junge und sehr taff. Es machte Spaß, ihr zuzuhören.
Hannah, 18 Jahre jung und sehr taff. Es machte Spaß, ihr zuzuhören.

Die junge Hannah Stienen, mit gerade Mal 18 Jahren das „Küken“ unter den Musikern dieses Abends, bildete mit ihrer Gitarre den Abschluss einer gelungen zusammengestellten Singer-/Songwriter-Riege. Hannah, die eigene Songs mit ihrer ausdrucksstarken Stimme selbstbewusst vortrug, ist ein „Typ“.

Sie weiß, was sie will, strahlt trotz ihrer Jugend Souveränität aus und überzeugte durch gelungene Interaktion mit ihrem Publikum und Songs, die von einer jungen Frau Zeugnis gaben, die schon einen tiefen Blick in ein manchmal doch auch sehr rätselhaftes Leben getan hat. Auch sie eine Künstlerin, die eine wirklich überzeugende musikalische Qualität bot.

Nancy Siskou, die Überraschung

Nancy Siskou, sie war der Überraschungsgast.
Nancy Siskou, sie war der Überraschungsgast.

Die Überraschung des Abends bildete Nancy Siskou. Nancy, die versehentlich angenommen hatte, dass es sich um eine „Open Stage“ handelte, war gekommen, um zu singen und hatte ihre Gitarre dabei.

Nach kurzer Absprache mit den anderen Musikern, nutzte sie die Pause zum zweiten Set zur Freude des Publikums, um ebenfalls einige eigene Songs vorzustellen. Nancy und ihre Stimme überzeugen immer. Daher: „Daumen hoch“, schön, dass es Pausen gibt, die man mit Nancy füllen kann.

Wohlwollendes, positiv gestimmtes Publikum

Diese beiden waren noch kurz vorher in Berlin und fanden, dass das Lönneberga auch gut in die dortige Kneipenlandschaft passen würde. Sie waren extra für Kurt Martin gekommen..
Diese beiden waren noch kurz vorher in Berlin und fanden, dass das Lönneberga auch gut in die dortige Kneipenlandschaft passen würde. Sie waren extra für Kurt Martin gekommen.

Das ganze Geschehen auf der kleinen Bühne wurde tatkräftig unterstützt von einem sehr wohlwollenden, positiv gestimmten Publikum.

Der Singer- / Songwriterabend im Lönneberga hält trotz diverser Unkenrufe weiterhin sein hohes Niveau und ist für junge Künstler und gerade diejenigen, die vielleicht noch nicht so viele Möglichkeiten hatten, aufzutreten, eine gute Plattform, in einem, durch die Veranstalter Farina Kirmse und Steffen Schulte-Lippern behutsam geschützten Rahmen, zu zeigen, was sie drauf haben.

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