Erstes Rudelsingen unter freiem Himmel in Lüdenscheid. Trotz Regens waren viele begeisterte Sänger an den Loh gekommen. Fotos: Kannenberg

Lüdenscheid. Wenn der Lüdenscheider in großen Massen zusammenkommt, dann geht es entweder um eine Demonstration, ein Volksfest oder aber um Musik. So wie an diesem Sonntagmorgen, an dem sich trotz Regenwetters viele Musikbegeisterte auf dem Schützenplatz am Loh versammelten, um gemeinsam und im „Rudel“ zu singen. Um 12 Uhr gings los. Auf der Bühne am Loh läuteten Hannes Weyland an der Gitarre und Philip Ritter, den der eine oder andere als Keyboarder der Band „Sonnabend“ wiedererkannte das erste Lüdenscheider Rudelsingen unter freiem Himmel ein.

Was ist Rudelsingen?

Hannes Weyland und Philip Ritter waren die beiden Leiter des Rudelsingens.
Hannes Weyland und Philip Ritter waren die beiden Leiter des Rudelsingens.

Rudelsingen ist ein Trend, dem immer mehr Menschen in Deutschland begeistert folgen. Das gemeinschaftliche Erlebnis des Singens findet dabei wieder verstärkt Zulauf.

In lockerer Atmosphäre treffen sich Menschen jeden Alters und singen gemeinsam Hits und Gassenhauer von damals bis heute. Dabei werden sie live von Sängern und Pianisten begleitet. Die Texte werden per Beamer an die Wand projiziert. An diesem Sonntag waren das Hits von ABBA, den Beatles, Udo Jürgens, den Toten Hosen und viele mehr! Rudelsingen hat nur eine einzige Regel, es wird im Stehen gesungen! Dazu kann getanzt, gejubelt, geklatscht und geschunkelt werden. Auch „Hejho“-Rufe sind durchaus erwünscht – besonders bei den Country-Songs kommt das ausgesprochen gut;-)

Große Freude am gemeinsamen Singen

An diesem TAg gab es aus technischen Gründen keine Leinwand, aber die Liedblätter reichten auch völlig aus. Die Lieder kannten sowieso fast alle auswendig.
An diesem Tag gab es aus technischen Gründen keinen Beamer, aber die Liedblätter reichten auch völlig aus. Die Lieder kannten sowieso fast alle auswendig.

An diesem Tag hatte es viele Lüdenscheider Bürger mit Regenschirmen in der Hand und in Regenkleidung gewandet zu diesem Ereignis gezogen. Und tatsächlich sang man in großer Einmütigkeit und mit großer Freude und noch mehr Hingabe die allen bekannten Lieder. Hannes und Philip gaben dabei ihr Bestes, die nassen Sänger durch alle Lieder hindurchzubegleiten und entsprechend zu motivieren. Was ihnen trotz des immer heftigeren Regens so sehr gelang, dass die nassen SängerInnen sogar noch eine Zugabe forderten.

Erfunden hat das Rudelsingen David Rautenberg, ein Berufsmusiker aus Niedersachsen, der sehr erfolgreich Gospelworkshops in ganz Deutschland leitete und sich dachte, was bei Gospel geht, geht auch mit der Säkularmusik der letzten 50 Jahre. Singen macht doch eigentlich jedem Spaß.

Und nach dieser Devise einfach loslegte mit dem Rudelsingen. Seine vier Teams, die jeweils von zwei bis drei professionellen Musikern geleitet werden, ziehen mittlerweile sehr erfolgreich quer durch Deutschland und sorgen dafür, das Jung und Alt wieder Spaß daran bekommen, gemeinsam zu singen. So wie das früher mal war, in der vordigitalisierten Zeit, als es Usus war, dass zu jeder guten Party und zu jedem Grillabend die „Klampfe“ hervorgeholt und gemeinsam gesungen wurde. Schön, wenn sich solche guten Traditionen wiederbeleben lassen und sogar zu einem gemeinsamen Großevent führen, bei dem sich völlig fremde Menschen unterschiedlichesten Alter und Kultur durch die Musik näher kommen.

Nächstes Rudelsingen in der Gaststätte Dahlmann

Philip Ritter erklärte jedes Lied und motivierte die Anwesenden zu Höchstleistungen.
Philip Ritter erklärte jedes Lied und motivierte die Anwesenden zu Höchstleistungen.

Das Rudelsingen am Sonntag diente als Einstimmung für ein Rudelsing-Abend, zu dem die Gaststätte Dahlmann am 2. September ab 19.30 Uhr in ihren großen Saal lädt.

Der hat zum Glück ein Dach und genug Platz, so dass an diesem Abend ganz sicher alle trockenen Fusses und beschwingt den beiden Rudelführern Hannes und Philip durch die Hits und Gassenhauer der letzten 40 Jahre folgen werden.

Natürlich im Stehen. Denn das ist die – natürlich mit Einschränkung für die, die aus Krankheitsgründen oder Altersbedingt nicht mehr stehen können – einzige Bedingung!

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