Lüdenscheid. In der Bergstadt sind wieder Enkeltrickbetrüger unterwegs. Davor warnte gestern die Polizei in einer Pressemitteilung. So soll es am gestrigen Dienstag zu mehreren Vorfällen in Lüdenscheid gekommen sein, die der Polizei gemeldet wurden. Glücklicherweise reagierten die Angerufenen richtig und informierten umgehend die Polizei. Diese hat bis zum gestrigen Nachmittag vier Anzeigen wegen versuchten Trick-Enkelbetruges aufgenommen.

Senioren Hauptopfergruppe

Vor allem Senioren sind das Ziel der Enkeltrickbetrüger. Dabei rufen die Täter ihre potenziellen Opfer an und geben vor, ein Verwandter zu sein. Meist Enkel, Neffe oder Ähnliches. Meistens wird mit einem Satz wie „Rate mal, wer am Telefon ist?“ eröffnet um die ahnungslosen Opfer auf eine falsche Spur zu locken. Hat das Opfer angebissen, geben die Täter vor das Sie, als der vermeintliche Enkel oder Neffe, in einer finanziellen Notlage steckt. Zum Beispiel aufgrund eines Autounfalls. Oma und/oder Opa sollen an dieser Stelle aushelfen und man bittet darum, das Geld auf ein Konto zu überweisen. Alternativ ist auch die Variante eines Geldboten beliebt. Dabei wird mit den Senioren ein Kennwort vereinbar welches ein Freund des „Enkels“ nennt, wenn er persönlich vorbei kommt, um das Geld in Empfang zu nehmen. Das alles natürlich, weil der geliebte Enkel nicht selbst vorbei kommen kann.

Kommen die Täter beim ersten Anruf nicht zum Ziel, merken aber, dass ihnen die Rolle des Enkels abgenommen wurde, wird der Druck auf die Opfer durch weitere Anrufe in kurzer Zeit erhöht. Durch Appelle wie „Hilf mir bitte!“ sollen die Opfer dann zu einer Herausgabe des Geldes bewogen werden. Gegenüber Dritten, wie etwa weiteren Verwandten, fordern die Täter absolute Verschwiegenheit. Also zu in zahlreichen Fällen haben die älteren Opfer nach solchen Gesprächen hohe Geldbeträge von ihrem Konto abgehoben, um dem vermeintlichen Enkel oder anderen Verwandten bzw. Bekannten zu helfen.

Was können Angehörige unternehmen?

Was Sie tun können, um ältere Menschen in Ihrem Umfeld zu schützen? Sprechen Sie mit ihnen über die Enkeltrickmethode. Erklären Sie wie die Masche der Betrüger funktioniert. Es kann auch helfen, eine bestimmte Begrüßungsfloskel für die gemeinsamen Telefonate einzuführen. Ähnliches half einer Seniorin im Januar 2015 dabei, einen Enkeltrickbetrüger zu erkennen.

Tipps für Senioren

  1. Seien Sie misstrauisch, wenn Sie jemand telefonisch um Geld bittet.
  2. Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner, z. B. oft ein angeblicher Enkel, Geld von Ihnen fordert!
  3. Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter ist. Rufen Sie ihn über die Ihnen bekannte oder selbst herausgesuchte Rufnummer zurück!
  4. Übergeben Sie niemals Geld an Ihnen unbekannte Personen.
  5. Informieren Sie sofort die Polizei über den Notruf 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt:
  6. Wenden Sie sich auf jeden Fall an die Polizei, wenn Sie Opfer geworden sind und erstatten Sie eine Anzeige.
  7. Bei Fragen helfen Ihnen die im Opferschutz besonders geschulten Beamtinnen und Beamten Ihrer örtlichen Polizei gerne!

Alle tippf gibt es auch in einem Infoblatt der Polizei zum Ausdrucken

Vorbeugungstipps für ältere Menschen zu weiteren Themen finden Sie in der Broschüre „Der goldene Herbst“ und auf den Internetseiten des Programms Polizeiliche Kriminalprävention unter: www.polizei-beratung.de

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