Semira Klasnja arbeitet seit Oktober im Pflegeheim Wohlbehagen. Foto: Jobcenter

Hagen. Behutsam geleitet die Betreuerin die alte Dame an ihren Platz, hilft ihr bei der Mahlzeit und hat immer ein gutes Wort parat, ebenso wie für die anderen älteren Herrschaften, die häufig immer wieder die gleichen Fragen stellen.
Geduld und Einfühlungsvermögen hat sie, und die braucht sie auch als qualifizierte Demenzbetreuerin. Samira Klasnja (49), Mutter einer erwachsenen Tochter und eines elfjährigen Sohnes, ist seit Oktober im Pflegeheim Wohlbehagen im Hochschulviertel in Hagen beschäftigt. Nach Jahren der Familienphase sitzt sie beruflich wieder fest im Sattel – ermöglicht durch eine Qualifizierung der Agentur für Arbeit.

Fernstudium

Klasnja jobbte in den letzten Jahren in unterschiedlichen Bereichen. Mehrere Jahre suchte sie nach dem passenden Wiedereinstieg ins Berufsleben. Per Fernstudium qualifizierte sie sich mit besten Noten im Bereich „Psychologische Beratung“,
Berufsziel Altentherapeutin. Durch ehrenamtliche Tätigkeiten in der sozialtherapeutischen Einzelbetreuung und als Demenzbetreuerin bekam sie Interesse an der
Arbeit mit Senioren.

Jobcenter ermöglichte Fortbildung mit Praktikum

Die Wiedereinstiegsberaterin der Agentur für Arbeit Hagen, Britta Beckmann, ermöglichte ihr in diesem Bereich eine Fortbildung mit Praktikum. Dies war die ideale Vorbereitung für einen festen Arbeitsplatz in der Demenzbetreuung. Den fand sie im Pflegeheim Wohnbehagen.

Frank Scheibe, Leiter des Pflegeheims, ist von seiner neuen Mitarbeiterin begeistert. Foto: Jobcenter
Frank Scheibe, Leiter des Pflegeheims, ist von seiner neuen Mitarbeiterin begeistert. Foto: Jobcenter

Chef ist begeistert

Frank Scheibe, Leiter des Hagener Pflegeheimes Wohlbehagen im Hochschulviertel an der Berchumer Strasse, ist voll des Lobes über seine neue Mitarbeiterin. Er hatte sie schon im Praktikum kennengelernt. Franke: „Sie ist sehr zuverlässig, hat eine angenehme Art und eine gute Einstellung zu ihrer Arbeit. Ich kann anderen Arbeitgebern nur empfehlen, Müttern eine Chance zu geben.“

Müttern eine Chance geben

Das Pflegeheim in der Berchumer Straße 5 gegenüber der Fachhochschule Südwestfalen ist sozusagen das „Wohlbehagen-Stammhaus“. Hier werden seit 2002 insgesamt 79 Pflegeheimplätze angeboten. Zusätzlich wird in neun seniorengerechten Wohnungen ein integratives Wohnkonzept realisiert, das Selbstständigkeit bis ins höhere Alter fördert und die Nutzung von Unterstützungsangeboten je nach Bedarf ermöglicht.

Mit Geduld und Einfühlungsvermögen kümmert sich Semira Klasnja um die Bewohnerinnen und Bewohner des Pflegeheims. Fotos: Jobcenter
Mit Geduld und Einfühlungsvermögen kümmert sich Semira Klasnja um die Bewohnerinnen und Bewohner des Pflegeheims. Fotos: Jobcenter

Großer Bedarf im Gesundheitswesen

Gerade Personen mit Familienpflichten, die viele Jahre nicht beruflich tätig waren, haben gute Möglichkeiten, ihre Arbeitsmarktchancen durch eine Qualifizierung entscheidend zu verbessern“, so Regine Bleckmann, Beauftragte für Chancengleichheit der Agentur für Arbeit Hagen. „Der Bedarf ist groß – gerade im Gesundheitswesen. Qualifikation ist der Schlüssel für den Zugang zur Arbeit und ein wirksames Mittel gegen den Fachkräftemangel. Am Ende gewinnen beide: der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber, wie das Beispiel von Frau Klasnja zeigt.“

Individuelle Beratung

Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer, die Interesse an einer Beratung haben, sollten bei der Wiedereinstiegsberaterin Britta Beckmann, unter der Telefonnummer 02331/202-168 oder der kostenlosen Service-Hotline 0800 4 5555 00 kurzfristig einen Termin für ein Beratungsgespräch vereinbaren. In einer individuellen Beratung wird geprüft, was sich an beruflicher Weiterbildung realisieren lässt und was später auf dem Arbeitsmarkt auch tatsächlich gesucht wird.

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