Große Resonanz seitens Bürgerinnen und Bürgern fand die Begehung der Innenstadt am Mittwoch, 6. September 2017. Timo Herrmann vom Planungsbüro bbz Landschaftsarchitekten erläuterte zu jedem einzelnen Baum in der Innenstadt, ob und warum er nach seiner Meinung entfernt werden sollte. Meinungen und Anregungen der Bürger/innen wurden ebenfalls gehört. Foto: Bernhard Schlütter
Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Weit über 100 Bürgerinnen und Bürger nahmen am Mittwoch (6. September) am Innenstadtrundgang teil, bei der Baum für Baum der aktuelle Stand der Überlegungen für die Neugestaltung erörtert wurde. Bürgermeister Ulrich Schulte betonte, dass noch über keinen Stadtbaum das Urteil gefällt worden sei. Alle Anregungen würden aufgenommen, im Arbeitskreis Innenstadt und in den Fachausschüssen diskutiert. „Ganz am Ende trifft die Politik im Rat die Entscheidung.“

Foto: Bernhard Schlütter

Timo Herrmann (bbz Landschaftsplaner) hatte beim Bürgerinformationsabend im Juli die Zahl von 43 Bäumen genannt, die entfernt und nur zum Teil durch neue Pflanzungen ersetzt werden sollten. Dagegen formierte sich Widerstand, der sich nicht zuletzt in rund 1000 Unterschriften äußert, die bei zwei parallelen Aktionen, initiiert von Klaus Lehnert und Jörg Zabrowski, gesammelt und am 5. September Bürgermeister Ulrich Schulte überreicht wurden.

Während am Mittwoch ein Teil der Teilnehmer für den Erhalt aller vorhandenen Bäume in der Innenstadt eintrat, äußerten andere die Meinung, dass den geplanten Veränderungen auch einige Bäume weichen müssten.

Die „Pro-Stadt-Bäume“-Anhänger führten als Argumente an, dass die zum Teil Jahrzehnte alten Bäume den Charakter der Innenstadt prägte, sie als Schattenspender geschätzt würden und nicht zuletzt wiesen sie auf die ökologische Funktion der Stadtbäume hin.

Andere Stimmen äußerten Verständnis und Zustimmung dafür, dass einige Bäume aus gestalterischen Gründen weichen sollen, aber auch weil sie sich nach Beschreibung von Timo Herrmann in schlechtem Zustand befinden.

Kirchplatz Foto: Bernhard Schlütter

Besonders emotional, teilweise hitzig, wurde die Diskussion über den Bereich rund um die Christuskirche und über den Alten Markt mit dem Stephansdachstuhl geführt.

Auch ein Fernsehteam hatte Interesse an der Plettenberger Baum-Diskussion. Foto: Bernhard Schlütter

„Hier soll alles genauso bleiben wie es ist“, forderte Jörg Zabrowski an der Christuskirche unter dem Beifall eines Teils der Bürger/innen. Und Karin Gutschlag erinnerte sich daran, dass der damalige Bürgermeister Heinz Baberg bei der Innenstadtsanierung Ende der 70er Jahre stolz darauf war, dass die Kirchplatzgestaltung an die historischen Gegebenheiten anschloss. Dem widersprach Günter Heerich vom Heimatkreis energisch: „Hier ist nichts historisch!“ Und dafür erntete auch er Beifall.

Timo Herrmann führte aus, dass nach seinen Vorstellungen im Bereich der Christuskirche lediglich zwei kleinere und jüngere Bäume entfernt werden sollten. Insgesamt solle der Bereich einen besinnlichen Charakter behalten, dabei einladender und offener werden.

Verschieden sind die Geschmäcker auch, was die Baumumrandung des Stephansdachstuhls angeht. Der bbz-Planer möchte am liebsten alle neun Platanen dort entfernen, um den einzigartigen Stephansdachstuhl besser in Szene zu setzen. Dieser Meinung möchte sich offenbar niemand in Plettenberg anschließen. Zur Disposition stehen aber die jeweils drei Bäume an den Seiten. Entgegen wiederholt vorgebrachter Behauptungen, spenden diese keinerlei Schatten unter dem Stephansdachstuhl. Allerdings empfinden viele das Ensemble aus Platanen und Stephansdachstuhl als sehr attraktiv.

Diese vier Ahornbäume würde Timo Herrmann entfernen. Foto: Bernhard Schlütter

Die meisten Bäume sollen nach Vorstellungen der Planer auf dem Maiplatz weichen (14). Das ist zum einen auf vorgesehene Veränderungen in der Verkehrsführung zurückzuführen, zum anderen weil es für die Stadt nicht gut geignete Baumarten seien, erklärte Timo Herrmann. Er spricht sich auch für den Abbau des Hochbeets vor dem Eiscafé Sagui aus, um dort mehr Platz für Außengastronomie zu erhalten. „Das ist enorm wichtig für diesen Platz.“ Die im Hochbeet stehende Linde könne eventuell erhalten bleiben. Doch auch hiergegen wurde Widerspruch laut. Das Hochbeet diene dem Schutz der Gäste am Eiscafé, biete Sitzgelegenheiten außerhalb der Gastronomie. Einige meinten gar, das Hochbeet sei ein Alleinstellungsmerkmal für Plettenberg.

Die Diskussion um die Innenstadtbäume wird sicher weitergehen. Ulrich Schulte kündigte aber an, dass in nächster Zeit die nötigen Entscheidungen getroffen würden, damit man mit der Innenstadterneuerung loslegen könne.

 

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1 KOMMENTAR

  1. Den meisten Kritikern der Innestadtsanierung muß ich entgegenhalten das es ihnen nicht um die Sache geht sondern um die Durchsetzung ihrer Meinung. Sie konzentrieren sich z.B. auf die Bäume, die angeblich schon immer so in der Stadt standen, was aber nicht stimmt, das kann ich mit alten Bildern beweisen.

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