Die Erde dreht sich wirklich: Das beweisen die Schwingungen des Foucault'schen Pendels.

Lüdenscheid. Endlich: Das Foucault’sche Pendel im neuen Wahrzeichens Lüdenscheid schwingt. Am Freitagnachmittag (8. Mai) bewunderten die Gäste der offiziellen Phänomenta-Eröffnungsfeier das Riesen-Experiment, das dem Betrachter die Erdrotation veranschaulicht. Faszinierend auch ein Blick in den verspiegelten Turm, in dem das Pendel aufgehängt ist. Die Veranstaltung mit zahlreichen Gäste aus Industrie, Verbänden, Politik und Verwaltung war eine Sternstunde für die Phänomenta-Macher und für Dr. Walter Hueck, Mitglied des Phänomenta-Stiftungsbeirates. Auf ihn geht die Idee zurück, das Lüdenscheider Wissenschaftszentrum mit dem Foucault’schen Pendel auszustatten. Seine Vision ist Wirklichkeit geworden. Passend zur Sternstunde spielten die „Schreibershofer Musikfreunde“ unter anderem Melodien aus den Erfolgsfilm „Star Wars“ und „Star Treck“.

Lockere Talk-Runden mit Matthias Bongard

Moderator Matthias Bongard im Gespräch mit Dr. Walter Hueck: Hueck ist Mitglied des Phänomenta-Stiftungsbeirates. Auf ihn geht die Idee zurück, in Lüdenscheid ein Foucault'sches Pendel zu errichten.
Moderator Matthias Bongard im Gespräch mit Dr. Walter Hueck: Hueck ist Mitglied des Phänomenta-Stiftungsbeirates. Auf ihn geht die Idee zurück, in Lüdenscheid ein Foucault’sches Pendel zu errichten.

„Ich werde garantiert nicht das letzte Mal hier gewesen sein“, versprach NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin in einer lockeren Talkrunde mit Matthias Bongard. Die Wissenschafts-Experimente seien einfach faszinierend. Sein 13-jähriger Sohn werde sicher ebenso begeistert sein wie er selbst.

In den Gesprächen mit dem beliebten Radio-Moderator Matthias Bongard bekannten sich der Minister, Bürgermeister Dieter Dzewas, Dr. Helmut Kostal, Vorsitzender des Stiftungsbeirates und Tim Hendrik Maack, Vorsitzender des Vereins Technikförderung Südwestfalen, zur Phänomenta und dem rund 200 Quadratmeter großen Technik-Zentrum des Fördervereins.

„Größter Baustein der Denkfabrik“

„Das ist unser größter Baustein der Denkfabrik“, sagte Dieter Dzewas. Mit diesem Projekt der Regionale hätten Lüdenscheid und ganz Südwestfalen einen wichtigen Schritt nach vorn gemacht. Für den Wirtschaftsminister ist das Projekt Denkfabrik ein wichtiger Faktor in der Quartierentwicklung. „Solche Impulse brauchen wir“, bekräftigte Garrelt Duin.

Johannes Pöpping, Dr. Walter Hueck, NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin und SIHK-Präsident Harald Rutenbeck während der Eröffnungsfeier.
Johannes Pöpping, Dr. Walter Hueck, NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin und SIHK-Präsident Harald Rutenbeck während der Eröffnungsfeier.

Harald Rutenbeck, Präsident der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer, glaubt, das sowohl die Phänomenta als auch das Technikzentrum bei jungen Leuten Begeisterung für Naturwissenschaften auslösen können. Das sei angesichts des Fachkräftemangels in der heimischen Industrie wichtig und werde angesichts der demografischen Entwicklung immer bedeutsamer.

Als „Spielkind“ unterwegs

Johannes Pöpping, Leiter der Phänomenta, bekannte im Gespräch mit Matthias Bongard, er gehe nicht als Naturwissenschaftler, sondern eher als „Spielkind“ durch die Ausstellung. „Wenn ich sehe, dass die Experimente funktionieren, freue ich mich einfach.“ Am Freitag dürfte die Freude besonders groß gewesen sein. Pöpping und Bongard ließen bei einem Experiment eine Glasschale in einer mit Öl gefüllten Schüssel verschwinden. Physiker Pöpping liefert prompt die Erklärung. Öl und Glasschale hatten in diesem Fall die gleiche Lichtbrechung. So wurde die Schale plötzlich unsichtbar.

Vor einigen Jahren noch „Wanderausstellung“

Holger Abel und Martin Schmidt vom Verein Phänomenta schenkten Pöpping zur Feier des Tages eine eigene Experimentier-Station. Übereicht wurde sie als Blackbox. „Wir wissen schließlich noch nicht, was es werden soll“, schmunzelten die beiden Männer, die sich ehrenamtlich für die Phänomenta engagieren. Zurzeit bereiten sie Materialien für Lehrer und Schüler auf, damit der Phänomenta-Besuch später aufgearbeitet werden kann. Martin Schmidt zählt zu den Phänomenta-Pionieren. „Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass wir vor einigen Jahren noch als Wander-Ausstellung unterwegs waren“, erinnerte er sich. So habe man mit gerade sechs kleinen Stationen in der Stadtbücherei gestanden.

Über 70 Stationen auf 4000 Quadratmetern

Erste Experimente mit Moderator Matthias Bongard.
Erste Experimente mit Moderator Matthias Bongard.

Heute bietet das erweiterte Wissenschaftszentrum auf 4000 Quadratmeter Fläche über 70 Stationen. In einem Raum unter dem Foucault’schen Pendel, dem Phänorama, erhalten die Besucher einen 360°-Panoramablick über Lüdenscheid. Aus den Perspektiven von Kameras, die im Turm der Christuskirche installiert werden, kann dann auch ein Blick auf die Phänomenta selbst und ihre Umgebung geworfen werden.

Rundum-Blick im „Phänorama“

Dieser „Rundum-Blick“ wird auf eine 42 Meter lange Leinwand projiziert, die sich durch das Phänorama spannt. Außerdem werden elf Medienstationen aufgestellt, an denen die Besucher zusätzliche Inhalte abrufen können. Bald können die Besucher von hier aus durch ein sechseckiges Glasfenster in der Raumdecke das im Turm schwingende Pendel beobachten.

Die gesamte Erweiterung der Phänomenta ist im Rahmen des Strukturprogramms „Regionale 2013“ gestemmt  worden. Die Kosten betragen insgesamt rund 13 Millionen Euro. Der Turmbau schlägt mit zwei Millionen Euro zu Buche.

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