"Empfänger unbekannt". Die evangelische Kirchengemeinde Oberrahmede lädt zur Lesung ein. Foto: Pixabay

Lüdenscheid. „Empfänger unbekannt“ ist der Titel eines fiktiven Briefwechsels, den die amerikanische Autorin Kressmann Taylor im Jahr 1938 angesichts der Zeitereignisse in Nazi-Deutschland geschrieben hat.

Sie benutzt dazu einen fiktiven Briefwechsel zwischen einem Deutschen und einem amerikanischen Juden in den Jahren 1932 – 34. Der kurze „Roman“ von Kressmann
Taylor erschien 1938 in einer New Yorker Zeitung und erweist sich heute noch als ein literarisch-politisches Meisterwerk von beklemmender Aktualität.

„Adressat unbekannt“

Das Werk beschriebt den Verlauf einer Freundschaft zweier deutsch-amerikanischer Geschäftsleute am Anfang der NS-Herrschaft. Foto: Pixabay

Im Original mit dem Titel „Adressat unbekannt“ beschreibt das Werk den Verlauf einer Freundschaft zweier deutsch-amerikanischer Geschäftsleute am Anfang der NS-Herrschaft. Der jüdische Geschäftsmann Max Eisenstein und sein „arischer Partner“ Martin Schulse besitzen eine gut situierte Kunstgalerie in San Francisco. 1932 zieht Schulse von San Francisco nach München.

Schulse wird im Folgenden mehr und mehr bekennender Nationalsozialist, später zum glühenden Fanatiker, der sich von seinem jüdischen Freund und Partner distanziert. Eisenstein nimmt eine Korrespondenz mit Schulse auf, die diesen durch die Verbindung zum Judentum in Bedrängnis bringt.

Unübertrefflicher Spannung

Elke Heidenreich schreibt im Vorwort der Buchausgabe: „Ich habe nie auf weniger Seiten ein größeres Drama gelesen. Diese Geschichte ist mit unübertrefflicher Spannung gebaut, in irritierender Kürze. Kein Wort zu viel, keines fehlt.“

Klaus Finke und Rudolf Sparing nähern sich in dieser Lesung den erfundenen und doch so authentischen Figuren einer tragisch ausgehenden Korrespondenz.

„Empfänger unbekannt“ wird am Freitag, den 20.10. im Kirchenhaus der evangelischen Kirchengemeinde Oberrahmede ab 19.30 Uhr von Klaus Finke und Rudolf Sparing vorgelesen. Die Gemeinde bietet ihren Besuchern begleitend etwas zu essen und zu trinken an. Der Eintritt ist frei.

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