Meinerzhagen. Ausgemergelte Kinder mit tiefliegenden Augen – an ihre ersten Eindrücke von Flüchtlingen kann sich die Helferin vom DRK Meinerzhagen noch gut erinnern. „Das ging einem schon nahe.“ Die Bilder sind noch frisch, auch wenn Einsatz in der Olper Notaufnahmeeinrichtung „Regenbogenland“ bereits im März 2015 war. Davon, dass sie in Sachen Notaufnahme ab September massiv beansprucht werden sollten, konnten die Meinerzhagener Ehrenamtlichen ebenso wenig ahnen, wie viele freiwillige Helfer in ganz NRW und Deutschland. „Darauf war niemand vorbereitet“, sagt Rotkreuzleiter Udo Maahs.

27 Frauen und Männer aus dem DRK-Ortsverein Meinerzhagen waren in den vergangenen Monaten in Erstaufnahmeeinrichtungen und Notunterkünften im gesamten Märkischen Kreis eingesetzt. Für ihr Engagement wurden sie am Samstag ausgezeichnet. In Anerkennung ihrer Verdienste erhielten sie das vom Präsidium des DRK-Landesverbandes gestiftete Einsatzabzeichen „Flüchtlingsnothilfe“ nebst Urkunde. Rotkreuzleiter Udo Maahs überreichte ihnen die Auszeichnung während einer kleinen Feierstunde im DRK-Heim am Hohschlader Weg.

Zahlreiche Aufgaben übernommen

Bei ihren Einsätzen an der Halveraner Susannenhöhe, in der Unterkunft am Lüdenscheider Raithelplatz und in Meinerzhagen waren sie am täglichen Unterkunftsbetrieb, der Mahlzeitenausgabe, der sanitätsdienstlichen sowie ärztlichen Versorgung, an Transporten und anderen lagebedingten Hilfestellungen beteiligt. „Da gingen viele an ihre Grenzen“, sagt Udo Maahs.

Rotkreuzlicher Udo Maahs: "Einsätze haben gezeigt, dass das DRK funktioniert."
Rotkreuzlicher Udo Maahs: „Einsätze haben gezeigt, dass das DRK funktioniert.“

Was die ehrenamtlichen in den ersten Monaten gestemmt haben, übernehmen jetzt überwiegend hauptamtliche Rotkreuzler. Das waren in den Anfangstagen gerade mal 150 Frauen und Männer. Heute sind beim Landesverband 1303 hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigt, die sich um Flüchtlinge kümmern.

64 Einrichtungen

Zurzeit unterhalt der DRK-Landesverband Westfalen-Lippe 64 Erstaufnahmeeinrichtungen mit insgesamt 18 536 Plätze. „Davon sind aktuell 8 532 belegt“, berichtete Udo Maahs am Samstag.

Der große Ansturm sei inzwischen abgeebbt. Auf was sie die Helfer künftig einstellen müssten sei aber völlig offen. Aus seiner Sicht haben die Einsätze gezeigt, dass „das DRK funktioniert“. Das habe insbesondere dem Märkischen Kreis sehr geholfen.

Ausgezeichnet wurden am Samstag. Joachim Abel, Cederick Berges, Andreas Brandt, Holger Busch, Lukas Friederich, Johann Hoffmann, Patrick Koerschulte, Beate Maahs, Christine Maahs, Katharina Maahs, Udo Maahs, Volker Neumann, Kyra Pawlowski, Kevin Raffenberg, Markus Schemann, Marvin Schiffbahn, Axel Schikowski, Jürgen Schikowski, Andreas Schmelzer, Verena Schmelzer, Sarah Schmelzer, Christian Schmidt, Elke Schmidt, Erika Seuthe, Anna Lena Stock und Christa Wagner.

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