Carsten Kamp leitet das Geodatenzentrum der Stadt Hagen. Foto: Stadt Hagen/Esther Schöttke

Hagen. Einmal über Hagen fliegen? Digital gibt es das für jeden. Das Geodatenzentrum der Stadt Hagen hat mit dem Geonetzwerk.metropoleRuhr, dem insgesamt elf kreisfreie Städte und vier Landkreise angehören, einen Kooperationsvertrag für neue Luftbildaufnahmen, so genannte Orthophotos, geschlossen. In den nächsten zwei Jahren findet die Befliegung von Hagen und den kooperierenden Kommunen und Kreisen im Ruhrgebiet statt, so dass Luftbilder über städtische Grenzen hinweg bereit stehen.

Gemeinsame Datengrundlage

„Wir haben damit die Möglichkeit, Kartendienste über das Internet zusammenzulegen und Kompetenzen zu bündeln. Gleichzeitig aber auch Geld zu sparen“, sagt Carsten Kamp, Abteilungsleiter Geodatenzentrum und Geobasisdaten. Mit der Luftbildkooperation findet ein weiterer Schritt in der Zusammenarbeit aller Geoinformationszentren der Ruhrgebietsstädte statt. Das Geonetzwerk.metropoleRuhr bündelt seit 2013 Geoinformationen, um eine gemeinsame Datengrundlage zu schaffen und diese für die Bevölkerung, die Wirtschaft und die Verwaltungen nutzbar zu machen. Eine gemeinsame Geodateninfrastruktur macht es möglich, städteübergreifend Projekte zu planen, abzustimmen und durchzuführen.

Hilfe im Katastrophenfall

Das hilft sowohl im Alltag, wie es bei der Planung von Radwegenetzen beim radrevier.ruhr der Fall ist, als auch in Ausnahmezuständen bei Evakuierungsmaßnahmen im Katastrophenfall. Wie wichtig eine gemeinsame Datengrundlage für alle Projektpartner ist, betont Kamp: „Wir sind nahezu an allen Verwaltungsprozessen beteiligt. Jeder Mitarbeiter, der eine Adresse, einen Ort oder eine Hausnummer braucht, wendet sich an uns. Das sind knapp 80 Prozent aller Arbeiten in der Verwaltung.“ Das Geodatenzentrum der Stadt Hagen stellt dabei nicht nur Stadtpläne, sowohl online als auch offline zur Verfügung, sondern sorgt dafür, dass Wahlbezirke zugeteilt, Rettungswege richtig navigiert werden und Grundstücksverhältnisse geklärt sind. Damit bildet das Geodatenzentrum einen Knotenpunkt in der Kommunikation.

Knotenpunkt in der Kommunikation

Kamp: „Geodaten sind der Dreh- und Angelpunkt sämtlicher Entscheidungen. Durch den Kontakt zu den vielen verschiedenen Ämtern macht der Job richtig Spaß.“ Wofür Geodaten benötigt werden, zeigt ein Blick auf die Internetseite des Zentrums. Unter www.hagen.de/GeoDatenZentrum gibt es sowohl kostenlose Stadtpläne als auch Karten zum Wandern sowie Mountainbike fahren und die kostenlose Auskunft des Liegenschaftskatasters kann hier beantragt werden.

Das virtuelle Rathaus

Die Idee, bestimmte Karten und Formulare kostenlos den Bürgern zur Verfügung zu stellen, resultiert aus dem E-Government-Gesetz, das seit 2016 in Kraft ist. „Das virtuelle Rathaus ermöglicht es, Arbeiten in der Verwaltung zu optimieren. So spart am Ende auch der Bürger wertvolle Zeit“, sagt Kamp. Online gibt es die Möglichkeit, Anträge herunterzuladen, auszufüllen und einige mit dem digitalen Personalausweis direkt verifizieren zu lassen. Dann ist der Gang zum Bürgeramt sogar überflüssig.

 

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