Einbrecher
Nach einem Einbruch: Kriminalhauptkommissar Michael Schneider zeigt, wo der Einbrecher sein Werkzeug angesetzt hat. Foto: Wolfgang Teipel

Schalksmühle/Märkischer Kreis. Ein Fenster ist schnell geknackt, eine Terrassentür in Sekunden aufhebelt. Ein Schalksmühler Ehepaar hat das vor rund zwei Wochen schmerzlich erfahren. Es bekam zwischen 19 und 23.20 Uhr ungebeten Besuch. Einbrecher nutzten die Abwesenheit, um das Einfamilienhaus zu durchsuchen und mit Wertgegenständen zu verschwinden. „Ich glaube, dass die Täter bei unserer Ankunft gestört worden“, sagt die Betroffene. „Sie müssen gehört haben, dass wir das Garagentor öffneten.“ Beim Betreten des Hauses war aber gleich klar: Die Einbrecher hatten zugeschlagen.

Tipps gegen Einbrecher

Das soll nicht wieder passieren. Am Dienstag hatte das Ehepaar die Polizei zu Besuch. Kriminalhauptkommissar Michael Schneider, Leiter der Kriminalprävention der Kreispolizei, und sein Kollege Kriminalhauptkommissar Michael Hufnagel nahmen sich Zeit für ein ausführliches Beratungsgespräch. Ihre Tipps, wie Hausbesitzer Einbrechern das Leben schwer machen können, sind gratis und unverbindlich. Jeder, auch alle, die noch nicht Opfer von Einbrechern geworden sind, können die Dienste der Beratungsstelle in Anspruch nehmen.

Einbrecher
Die Tür ist in Sekundenschnelle geknackt. Innerhalb von fünf Minuten ist der Einbrecher wieder weg. Foto: Polizei NRW

UnserLünsche durfte dabei sein, als die beiden Fachleute das Haus auf der Suche nach Schwachstellen in Augenschein nahmen. Aus diesem Grund werden auch die Namen Opfer sowie der genaue Wohnort nicht genannt.

Gelegenheit macht Diebe

Dass der oder die Täter über die Terrassentür über die Rückseite des Hauses in das Gebäude eingedrungen sind, wundert Michael Schneider nicht. Die unmittelbaren Nachbarn des Ehepaars befanden sich im Urlaub, von den umliegenden Häusern ist das Gebäude nicht einzusehen. Das Risiko, entdeckt zu werden, war für den Einbrecher gering. „Gelegenheit macht Diebe“, sagt der Volksmund. Das war eine, zumal das Ehepaar entgegen seiner sonstigen Gewohnheiten vor dem Verlassen des Hauses alle Lampen ausgeschaltet hatte. „Das machen wir sonst eigentlich nicht“, versichert die Frau.

Schraubendreher immer dabei

Einbrecher lieben ungesicherte Balkontüren. Sie lassen sich aufgrund ihrer Bauweise ohne großen Aufwand, schnell und geräuscharm öffnen. „Einen Schraubendreher als Tatwerkzeug hat ein Einbrecher immer dabei“, sagt Michael Schneider. Das Werkzeug wird kurz in den Türrahmen gestemmt, ein wenig Druck zur Seite und schon springt die Tür auf. Die Suche nach Beute ist in fünf Minuten erledigt. So lange dauert laut Statistik ein normaler Einbruch. Wertgegenstände, kleinere Elektronikgeräte – das reicht den Einbrechern in der Regel. „Rechnen Sie sich mal den Stundenlohn aus“, sagt Michael Schneider.

Nachrüsten immer möglich

Am Dienstag empfahl er den Hausbesitzern die Nachrüstung der Terrassentür mit sogenannten Pilzkopfbeschlägen. Sie verschränken Tür und Rahmen so, dass die die Tür nicht aufgedrückt werden kann. Eine Alternative wären aufgesetzte Sicherheitsschlösser. Die Broschüre „Ungebetene Gäste“ der Polizei empfiehlt: „Die Sicherung sollte mindestens an der Griff- und Bandseite erfolgen. Darüber hinaus sollte die griffseitige Absicherung stets abschließbar sein.“

Wer mehr wissen möchte, kann sich im Internet auch unter www.zuhause-sicher.de informieren. Die Nachbarn der Einbruchsopfer nutzten übrigens schon am Dienstag die Gelegenheit. Sie nahmen am Beratungsgespräch in Schalksmühle teil. Sie wissen jetzt auch, dass Einbrecher nichts mehr scheuen, als das Risiko entdeckt zu werden. Aufmerksame Nachbarn können dabei eine große Hilfe sein.Riegel vor 4

Die Betroffenen werden übrigens in mehr Sicherheit investieren. „Auch wenn es statistisch gesehen unwahrscheinlich ist, dass wir ein weiteres Mal Opfer von Einbrechern werden“, sagt der Hausherr. Seine Frau verschweigt allerdings nicht, dass sie seit dem Einbruch immer eine gewisse Besorgnis beschleicht, wenn sie nach Hause zurückkehrt. Mehr Schutz vor einem Einbrecher Sicherheit zu haben, das ist eben auch ein gutes Gefühl.

Die Aktionswoche gegen Einbruchsdiebstahl unter dem Motto „Riegel vor“ dauert noch bis zum 26. Oktober. Mehr unter https://www.polizei.nrw.de/artikel__158.html

LEITUNG KRIMINALKOMMISSARIAT KRIMINALPRÄVENTION/OPFERSCHUTZ
Kriminalhauptkommissar Michael Schneider
Telefon 02373 9099-5510

TECHNISCHE SICHERHEIT
Einbruchs -und Eigentumsschutz
(Ausstellungsraum Friedrichstr.70)
Einbruch- und Überfallmeldeanlagen
Unterbringung von Waffen

 

 

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