Lüdenscheid. „Die ungeheure seelische Erschütterung lässt uns unser ganzes Wissen und unsere Überzeugungen bis zum Grunde prüfen“, so schreibt der Expressionist Franz Marc am 2. November 1914 aus Hageville an seine Mutter.

Der Kriegsbeginn wurde von der Mehrzahl der Künstler, der Intellektuellen und der bürgerlichen Jugend begrüßt. Viele meldeten sich freiwillig zum Kriegsdienst, so auch Vertreter der modernen, avantgardistischen Malerei in Deutschland wie Otto Dix, Max Beckmann und August Macke.

Die Künstler erhofften sich ein „reinigendes Gewitter“, einen kurzen Krieg, der die politischen, geistigen und gesellschaftlichen Verkrustungen aufbrechen würde.

Doch schon bald erlebten die Soldaten an der Front, die Menschen im täglichen Kriegsgeschehen, unsägliche Grausamkeiten, Tod und Gemetzel. „Seit Tagen sehe ich nichts als das Entsetzlichste, was sich Menschengehirne ausmalen können,“ schreibt Franz Marc an seine Frau am 2. März 1916.

Fotografien der zerstörten Stadt Leuven und grafische Arbeiten auf Papier aus der Zeit des Ersten Weltkriegs zeigt eine Sonderausstellung in den Museen der Stadt Lüdenscheid.

Am Sonntag, 12. Oktober, um 16 Uhr haben die Besucher Gelegenheit in einer öffentlichen Führung Näheres über die historischen Zusammenhänge der schrecklichen Ereignisse in Leuven und die künstlerischen Zeugnisse der jungen Expressionistengeneration zu erfahren. (psl)

 

Öffentliche Führung: Sonntag, 12.m Oktober

Beginn: 16 Uhr

Eintritt: 1,00 Euro (zzgl. Eintritt)

Ort: Museen der Stadt Lüdenscheid, Sauerfelder Str. 14 – 20, 58511 Lüdenscheid, T. 02351 / 17 14 96

Öffnungszeiten: Mi – So 11 – 18 Uhr

 

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