Herscheid. Ein Mann lebt seinen Traum. Der Herscheider Triathlet Markus Gärtner startet am 10. Oktober beim härtesten Ausdauerwettkampf der Welt – dem Ironman-Run auf Hawaii. Markus Gärtner ist heiß auf den großen Kampf. Triathleten sind Grenzgänger am Gipfel körperlicher Leistungsfähigkeit. 3,86 Kilometer schwimmen, 180,2 Kilometer in die Pedalen treten und zum Abschluss ein Lauf über die Marathonstrecke von 42,195 Kilometer – das kostet Kraft, körperlich und mental. Die hohen Anforderungen schrecken den 41-Jährigen Mitgesellschafter des Herscheider Fitness-Studios „Feelgood“ nicht. „Training, das ist der Kampf. Der Wettkampf ist die Belohnung“, sagt er.

Vorbereitung läuft seit November 2014

Das Rennen auf Big Island hat er sich hart verdient. Die Vorbereitungen haben im November 2014 begonnen. Markus Gärtner arbeitet mit Trainer Michael Krell zusammen. Der Mann aus Nürnberg hat sich darauf spezialisiert, berufstätige Triathleten zu betreuen.

„Er schickt mir Wochenpläne, die ich mit eiserner Disziplin umsetze“, versichert Markus Gärtner. Und so absolviert er ungezählte Trainingsstunden in der Östertalsperre, im Herscheider Freibad und im Lüdenscheider Nattenberg-Schwimmbad sowie auf Straßen und Wegen rund um Herscheid.

Erfolg in der Hitzeschlacht von Frankfurt

Markus Gärtner
Geschafft: In der Hitzeschlacht von Frankfurt gelang Markus Gärtner die Qualifikation für den Ironman-Run auf Hawaii.

Mit einer von Krell ausgeklügelten Strategie schaffte er am 3. Juli beim Frankfurter Triathlon die Qualifikation für den Start auf Hawaii. „Das war eine Hitzeschlacht mit Temperaturen von 40 Grad auf der Strecke. Deshalb sollten wir jeden Kilometer zehn bis 15 Sekunden langsamer laufen als geplant.“ Das zahlte sich aus. Rund ein Drittel aller Starter stieg vorzeitig aus. Bei Markus Gärtner reichte die Kraft bis zum Schluss. Dass sein TriSpeed-Kollege und Betreuer Frank Holzmann aufgeben musste, bedauert Markus Gärtner ganz besonders. „Er hat den größten Teil meiner Vorbereitungen mitgemacht.“

Nach 9:45:51 Stunden überquerte der Herscheider die Ziellinie am Frankfurter Römer. Im Ziel stand neben der Zeit mit Platz 77 im Gesamtfeld, darunter 55 Profi-Triathleten, auch Platz 13 in Gärtners Altersklasse M 40 fest. Dazu kam Glück.

Markus Gärtner
Temperaturen von bis zu 40 Grad auf der Strecke: Der Marathonlauf zum Abschluss stellte die Teilnehmer vor höchste Anforderungen.

Es waren nur zehn Plätze für Hawaii zu vergeben. Aber schnell war klar, dass einige die Reise nach Kailua Kona nicht antreten würden. „Als bei der Siegerehrung mein Name aufgerufen wurde und ich ja sagte, brandete unbeschreiblicher Jubel auf.“ Gärtners Traum war in Erfüllung gegangen.

Respekt und Massen von Emails

Markus Gärtner ist ein Familienmensch. Seine Frau Adriane und die Kinder Fabian (3) und Pia (5) sollen einen zufriedenen Vater und keinen verbissenen Sportler erleben. So startet er sein Training in aller Herrgottsfrüh, wenn die Familie noch schlummert. Selbstverständlich machen die Gärtners auch gemeinsam Urlaub. Und dann ist da noch die Arbeit im „Feelgood“. „Das muss man alles erst einmal unter einen Hut kriegen“, sagt Markus Gärtner. Er schafft es und dafür zollen ihm viele großen Respekt. „Massen von Emails, eine unglaubliche Zahl von Posts auf Facebook, das hat mich schon überwältigt.“ Toll fand er auch die Geste vom Landgasthof Vedder. Die Gastronomen aus Nieder-Holte gratulierten zur „XXL-Leistung“ mit einem Gutschein über ein kräftiges Rumpsteak und ein Getränk.

Abflug mit der Familie am 30. September

Markus Gärtner
Markus Gärtner (links) in seinem Herscheider Fitness-Studio.

Vor sechs Wochen ist Markus Gärtner wieder ins Training eingestiegen. Jetzt fiebert er dem Start in Kailua Kona entgegen. Den Flug für sich und seiner Familie hat er seit langem gebucht. Am 30. September heben die Gärtners ab und fliegen nach Hawaii. „Dann habe ich noch zehn Tage Zeit mich zu akklimatisieren“, plant der Athlet. Dass er ohne Frau Adriane und die Kinder antreten könnte, ist für Markus Gärtner unvorstellbar. „Alle sollen dabei sein, wenn sich mein größter Traum erfüllt.

Herausforderung und Spaß gehören zusammen

Markus Gärtner liebt die Herausforderung. Radfahren war schon immer sein Ding. Vor einigen Jahren hatte er sich vorgenommen seine Schwiegereltern mit dem Mountainbike zu besuchen. 400 Kilometer Herscheid – Magdeburg in drei Tagen. Kein Problem. „Es muss auch in zwei Tagen funktionieren“, forderte sich der Herscheider heraus. Auch das ging gut. „Mit dem Rennrad an einem Tag“, sagte er der Strecke erneut den Kampf an. Er blieb Sieger und in Magdeburg empfingen ihn die Schwiegereltern mit einem improvisierten Zieleinlauf. Spaß muss eben sein.

Gründungsmitglied von TriSpeed Herscheid e. V.

„Sport ist einfach mein Ding“, sagt der 41-Jährige. So zählt er zu den Gründungsmitgliedern von TriSpeed Herscheid e. V. Er gilt er als das Herscheider Zugpferd im Liga-Triathlon. Die Ausdauersportler aus dem Ebbedorf treten mit zwei Teams in der Verbandsliga Nord bzw. Landesliga-Mitte an.

„Stärkste Disziplin: Multitalent“, schreiben die TriSpeed-Kollegen auf der Vereins-Homepage über Markus Gärtner. Er selbst bekennt sich aber zu einer Rangfolge: „An erste Stelle steht das Radfahren, dann folgen Laufen und Schwimmen.“

 

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