Sparkassen-Vorstand Thorsten Haering (li.) und Thomas Cordt, Leiter des Johannes-Busch Wohnverbundes (4.v.li.), eröffneten mit einigen Gästen die Ausstellung. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Ein Schlüssel symbolisiert immer ein Stück Selbstständigkeit und damit Selbstbestimmtheit. Deshalb heißt die neue Ausstellung des Evangelischen Johanneswerks auch „Ein Schlüssel für mich“. Sie ist bis zum 10. September im Beratungszentrum der Sparkasse Lüdenscheid an der Lennestraße zu sehen.

Besucher laufen als erste auf eine Stellwand zu. Sie sehen, fast in Lebensgröße, einen jungen Menschen, der stolz einen Schlüssel in die Höhe reckt und dabei strahlt. So sieht ein Mensch aus, der sich trotz seiner Handicaps ein Stück Selbstbestimmtheit erobert hat.

Starker Wandel innerhalb von 30 Jahren

Für Thomas Cordt ist dieses Bild auch ein Symbol für den Wandel im Umgang mit Menschen mit Behinderungen. „In den vergangenen 30 Jahren haben wir den Umbruch von der Verwahrung zur Teilhabe erlebt“, sagte der Leiter des Johannes Busch-Wohnverbundes bei der Ausstellungseröffnung. Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fühlten sich inzwischen als Assistenten. „Das Bild in der Betreuung hat sich eben erheblich gewandelt.“ Im Wohnverbund leben zurzeit rund 300 Jugendliche, Frauen und Männer, rund 150 davon in eigenen Wohnungen mit der entsprechenden fachlichen Unterstützung.

Wie sehr sich das Leben in den Einrichtungen des Evangelischen Johanneswerkes verändert hat, verdeutlichte Hans-Jakob Matthes, Regionalgeschäftsführer des Johanneswerks.

Klettverschluss statt Schnürsenkel

Bis 2001 sei es um Eingliederungshilfen gegangen. Inzwischen sei die größtmögliche Selbstbestimmung das Ziel. Dazu lieferte er ein treffendes Beispiel. „Für alle, die sich nicht allein die Schnürsenkel ihrer Schuhe zubinden konnten, hieß es lange üben, üben, üben. Heute werden halt Schuhe mit Klettverschluss angeschafft.“

Angebote und Dinge des täglichen Lebens, so die Überzeugung des Johanneswerks, müssen individuell angepasst werden. Ein weiteres Beispiel: Ein Mensch, der im Rollstuhl sitzt und im Alltag Unterstützung benötigt, der aber selbst kochen kann, braucht eine unterfahrbare Küchenzeile. Und so können eben auch passende Möbel zum symbolischen Schlüssel für mehr Selbstbestimmtheit werden.

 

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