Krocki, der alte Kämpe und Finchen, das Drachenmädchen, unterstützen die Prophylaxe-Helferinnen des Märkischen Kreises im Kampf gegen Karius und Baktus, Foto Erkens

Märkischer Kreis. (pmk). Der Tag der Zahngesundheit am 25. September steht dieses Jahr unter dem Motto „Gesund beginnt im Mund – ein Herz für Zähne“, statt. Die gute Nachricht ist: „Karies bei Kindern und Jugendlichen im Märkischen Kreis, wie in ganz Deutschland ist weiterhin rückläufig ist“, weiß Dr.Kerstin Kötter-Jelitte, Leiterin des Zahnärztlichen Dienstes des Märkischen Kreises. „Der Großteil der Eltern im Märkischen Kreis nimmt die Fürsorgepflicht gegenüber ihren Kindern sehr ernst, denn Zahngesundheit ist ohne den Einsatz der Eltern nicht zu erreichen“, erklärt die Zahnärztin.

Leider profitieren immer noch nicht alle Kinder von diesem positiven Trend. Untersuchungen ergaben, dass 10-30 Prozent der untersuchten Kinder 60-80 Prozent der diagnostizierten Karies aufweisen. Diese hohe Kariesrate findet man häufig in Familien in sozial schwierigen Lebenslagen. Kinder brauchen in den ersten Lebensjahren viel Unterstützung und Zuwendung. „Ohne verantwortungsvolle, informierte Eltern, die auf die Gesundheit der Kinder achten, ist kein gesundes Aufwachsen zu erreichen“, sagt Dr. Kötter-Jelitte. Unwissenheit und Überforderung hält Eltern davon ab, sich um die Kinder im gesundheitlichen Sinn zu sorgen und zu betreuen.

Besonders die frühkindliche Karies an den Milchzähnen bei Kleinkindern bis zum 3. Lebensjahr hat im Unterschied zu Karies an den bleibenden Zähnen in den letzten Jahren an Häufigkeit zugenommen. Die Experten gehen von einer Verbreitung von 7-20 Prozent aus. In den ersten Jahren nach dem Durchbruch der Zähne im Mund sind diese besonders empfindlich. Die unkontrollierte dauerhafte und besonders nächtliche Gabe von Saugerflaschen als Einschlafhilfe führt zur sogenannten „Early Childhood Caries“, der Saugerflaschenkaries. Diese beginnt an den oberen Schneidezähnen und breitet sich von dort auf das restliche Gebiss aus. „Eltern sollten sich bewusst sein, dass Karies an den Milchzähnen genauso schmerzhaft ist, wie Karies an den bleibenden Zähnen“, macht die Ärztin deutlich. Der vorzeitige Verlust der Milchzähne führt zu Problemen bei der Ernährung, der Sprache, des Kieferwachstums und zu seelischen Beeinträchtigungen. Unbehandelte Milchzahnkaries erhöht das Risiko einer Karies auch an den bleibenden Zähnen.

Kinder sollten nur im ersten Lebensjahr die Flasche bekommen. Sie können dann schnell erlernen, Waser, Tee oder stark verdünnte Fruchtsäfte aus einem Becher oder einer Tasse zu trinken. Übrigens: Ventilflaschen haben einen ähnlichen Effekt wie die Saugerflaschen und sind ebenfalls nicht für den Dauergebrauch geeignet. Regelmäßige Zahnpflege startet mit dem Durchbruch des ersten Zahnes. Eltern müssen die Kinder unterstützen. Erst im Grundschulalter sind Kinder motorisch in der Lage, die Zahnpflege allein durchzuführen.

Allein durch zahnärztliche Konzepte lässt sich dieses Problem nicht lösen- sie sind ein gesamt gesellschaftliches Problem. „Wichtig ist es, Eltern zu stützen, zu informieren und sie für die Gesundheit Ihres Kindes zu begeistern“, erzählt Dr. Kötter-Jelitte. Deshalb hat sich im Märkischen Kreis ein starkes Netzwerk von Institutionen gebildet, die Elternmit Rat und Tat zur Seite stehen, damit jedes Kind gesund aufwachsen kann.

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