Der Obdachlosen Freundeskreis der Gemeinde Oberrahmede feierte 25-jähriges Bestehen. Es gab Geschenke ;-) Fotos: Iris Kannenberg

Lüdenscheid. 25 Jahre Bestehen des Obdachlosen Freundeskreises (OFK) feierte die ev. Kirchengemeinde Oberrahmede an diesem Sonntag, 12. November, mit einem  Gottesdienst, zu dem auch Bürgermeister Dieter Dzewas und Superintendent Klaus Majoress eingeladen waren.

Ein Grund zu feiern

Auch Bürgermeister Dieter Dzewas hielt eine Ansprache und überreichte anschließend einen Scheck für die Obdachlosenarbeit.

Die Pastorin der Gemeinde, Monika Deitenbeck-Gosenberg, erinnerte in ihrer Predigt an die Gründung des Kreises im Jahr 1992.

Sie holte die anwesenden ehrenamtlichen Mitarbeiter nach vorne und alle gemeinsam wurden mit einem „Pflänzchen der Hoffnung“ beschenkt. Geschenke gab es auch von Bürgermeister Dieter Dzewas, nämlich eine Geldspende für den Freundeskreis und von Superintendent Klaus Majoress eine neue Altarbibel und einen Bildband zum Lutherjahr im Märkischen Kreis.

Beide wiesen auf die Bedeutung der Obdachlosenarbeit hin und darauf, was sich seit der Gründung des Kreises an Positivem für die Stadt und ihre Obdachlosen getan hat.

Kleine und große Wunder

Superintendent Klaus Majoress überreichte Monika Deitenbeck-Gosenberg eine neue Bibel.

Monika Deitenbeck-Goseberg erzählte, wieviel „Herzblut“ bereits in diese Arbeit geflossen ist und wie viele kleine und große Wunder sie in den letzten Jahren dort erlebt hat.

Das Hauptanliegen des OFK ist es, eine Lobby für Obdachlose zu sein, den direkten Kontakt zu den Betroffenen zu halten und in ihren individuellen Nöten für sie da zu sein. Die Pastorin sprach davon, wie schnell man auch in unserer „Wohlstandsgesellschaft“ in die Obdachlosigkeit abrutschen könne.

Bürgermeister Dzewas betonte zudem, dass immer eine Reihe von Schicksalsschlägen und besonders Süchte, gleich welcher Art, die Tür öffnen ins Bodenlose. Und einmal den Halt verloren, sei es schwer, sich wieder in ein sogenanntes „normales“ Leben zurückzufinden. Er plädierte auf ein im Grundgesetz geregeltes „Recht auf ein Wohnung“, was ihm viel Zustimmung einbrachte.

Respekt und Wertschätzung

Die Kirche war voll, das Interesse an der Obdachlosenarbeit ist groß.

Klare Ziele des Freundeskreises sind seit nunmehr 25 Jahren:

  • Freunde in der Not sein.
  • An der Seite derjenigen Menschen zu bleiben, deren Lebenssituation nicht
    mehr grundlegend zu ändern ist.
  • Diejenigen zu ermutigen, zu begleiten und zu unterstützen, deren Weg durch
    eine Entgiftung, Therapie und feste Einrichtungen führen muss.
  • Denjenigen, die noch viel eigene Kraft mitbringen, durch Wohnungsvermittlung und
    Begleitung wieder zurückzuhelfen ins Leben.

Der Freundeskreis, der über die letzten 25 Jahre von vielen Menschen mitgetragen wurde und hauptsächlich auf Spendengelder angewiesen ist, betonte: Obdachlose sind Menschen wie jeder andere auch und haben als solche das Recht, beachtet, wertgeschätzt und respektiert zu werden.

Sinnvolle Arbeit

Bürgermeister Dzewas vor der Gemeinde.

Angesichts von Zeiten, in denen sich Menschen einen „Spaß“ daraus machen, obdachlose Menschen zu quälen und sogar anzuzünden, wie gerade erst wieder in der Presse zu sehen, ist die Arbeit des Obdachlosen Freundeskreises (OFK) der Gemeinde Oberrahmede sinnvoller denn je.

Und ein Dienst an Menschen, für die unserer Gesellschaft leider immer weniger Platz zu haben scheint. Die Akzeptanz demjenigen gegenüber, der es „nicht schafft“, wird zusehends geringer und die Aggression gerade gegenüber Obdachlosen ist deutlich erhöht.

Aggression begegnen

Sie leisten wertvolle Arbeit. Und das ehrenamtlich. Die engagierten Mitarbeiter des OFK hatten heute allen Grund zu feiern.

Dieser Aggression zu begegnen, indem deutlich wird, dass Hilfe und Wiedereingliederung in ein sinnvolles Leben selbst für Menschen mit jahrelanger Obdachlosigkeit wieder möglich ist, wenn man sie wahrnimmt und ihnen auch mal wieder etwas zutraut, diese Botschaft ging auch heute noch einmal an die vielen Gottesdienstbesucher.

Und mit ihnen hinein in die Stadt. Eine sehr aktuelle Botschaft, die zumindest in Lüdenscheid seit 25 Jahren auf fruchtbaren Boden fällt und gute Früchte trägt.

 

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