"Wir machen das." Der Weihnachtsmarkt rund um die Erlöserkirche ist die Vision 68. Sie nehme bereits Gestalt an, versichern André Westermann, Willi Denecke und Matthias Czech vom Lenkungskreis der Visionäre. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Ein großes Buch für eine große Sache. 70 Visionen sollen Lüdenscheid in den nächsten Jahren auf dem Weg zur lebens- und liebenswerten Stadt vorantreiben. Sie sind in einem überdimensionalen Band festgehalten. Bisher gibt es erst fünf dieser Wälzer. Willi Denecke vom Lenkungskreis der Visionäre, einem Zusammenschluss von Geschäftsleuten, Kreativen und Bewohner der Oberstadt, findet: „Eigentlich müsste das Buch in allen Personalabteilungen Lüdenscheider Unternehmen liegen.“

Zünden der nächsten Stufe

Warum? Der Foliant zeichnet das Bild einer Stadt, die sich in vielen Bereichen verändern kann. Und zwar so, dass Unternehmen mit ihr werben können. Wie die Visionen langsam aber sicher die nächste Stufe erreichen sollen, darüber informierten Mitglieder des Visionäre-Lenkungskreises am Donnerstag Mitglieder der CDU-Fraktion und Gäste aus den Ratsfraktionen von SPD, Grünen und der FDP.

Weihnachtsmarkt nicht mehr nur ein Traum

Der kleine aber feine Weihnachtsmarkt rund um die Erlöserkirche, die Vision 68, ist schon längst nicht mehr nur ein Traum. „Wir machen das“, sagt Willi Denecke. Er hat die Patenschaft über dieses Projekt übernommen. Die Planungen für die Veranstaltung vom 8. bis 10. Dezember liefen schon auf Hochtouren. Auch weitere Visionen kämen voran. Inzwischen hätten sich 40 weitere Persönlichkeiten bereit erklärt, Patenschaften zu übernehmen.

Positives Grundrauschen

„Es hat schon etwas verändert in Lüdenscheid“, hat Denecke festgestellt. Er spüre ein „positives Grundrauschen“. Das sei in einer Stadt, in der viel genörgelt werde, schon etwas Besonderes. Matthias Czech vom Lenkungskreis berichtete von Gesprächen mit Unternehmern, die durchaus bereit seien, einige der Visionen mit eigenem Geld voranzutreiben.

Setzen auf Eigendynamik

CDU-Fraktionschef Oliver Fröhling konstatierte den Visionären enormes Engagement. „Sie haben einen regelrechten Hype unter den sonst überwiegend zurückhaltenden und kritischen Bürgern ausgelöst“, sagte er beim Treffen im Wirtshaus zum Schwejk. Er setzt auch darauf, dass sich bei einigen Projekten jetzt eine „gewisse Eigendynamik“ entwickelt.

Die großformatigen Plakate mit den 70 Visionen wurden bereits im Stern-Center und im Bürgerforum des Rathauses ausgestellt. Foto: Wolfgang Teipel

Dass zunächst aber dicke Bretter gebohrt werden müssen, berichtete Matthias Czech. Zu seinen Anliegen zählt die Sperrung der Hochstraße an zwei Abenden in der Woche. Dann soll die Straße zur Flaniermeile werden. „Totale Zustimmung nach der ersten Zusammenkunft, absoluter Gegenwind beim zweiten Treffen“, zog er eine ernüchternde Bilanz. Aufgeben gehöre allerdings nicht zu den Eigenschaften der Visionäre. „Wir bleiben dran“, versicherte Matthias Czech.

Suche nach Fördermitteln

Wichtig sei der Dialog mit allen Beteiligten, betonte Oliver Fröhling. Von zentraler Bedeutung sei auch die gemeinsame Suche nach Fördermitteln, gleich ob aus öffentlicher oder privater Quelle. „Vor allem müssen wir gemeinsam ausloten, was sich wie umsetzen lässt.“

Die Visionäre haben einen klaren Zeitplan. Projekte wie der Weihnachtsmarkt oder eine Street-Art-Aktion zum Stadtjubiläum in der Prioritätsstufe 1 sollen in den nächsten zwölf bis 18 Monaten umgesetzt werden. Visionen in der Prioritätsstufe 2 haben 18 bis 36 Monate Zeit. Bei anderen darf die Umsetzung auch drei bis fünf Jahre dauern.

Hohe Erwartungshaltung

Die Erwartungshaltung in der Bevölkerung sei hoch. Das lasse sich auch aus den rund 1000 Rückmeldungen von Bürgern ablesen. Nach dem großen Aufschlag im Kulturhaus und den beiden Ausstellungen sei klar: „Jetzt müssen wir auch liefern“, sagte Matthias Czech. Die Welle der Zustimmung werde dabei helfen, ist sich André Westermann vom Lenkungskreis sicher. „Wir spüren ganz klar den Schwung nach oben“, sagte er am Donnerstag.

 

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