Lüdenscheid. Schon ab 19 Uhr standen die ersten Gäste vor der Tür und warteten darauf, sich einen Platz ganz vorne an der Bühne zu sichern.

Nach Absage einer Sängerin am Abend zuvor, wurden spontan HonigMut mit Daniel Koroma und Fidelia als Ersatz gefunden, die eigentlich nur als Gäste an der Veranstaltung teilnehmen wollten. Nach der Begrüßung der zahlreichen Gäste durch die beiden Organisatioren Erkan Besirioglu und Farina Kirmse, wurde dann auch die erste Sängerin unter Applaus auf die Bühne gebeten.

Cass Mae, die bislang jüngste Musikerin im Lönne

Cass Mae udn Erkan. Sie wussten ihr Publikum zu begeistern. Foto: Kirmse
Cass Mae und Erkan. Sie wussten ihr Publikum zu begeistern. Foto: Farina Kirmse

Cass Mae ist erst 13 Jahre alt und damit bislang die jüngster Musikerin auf der Bühne des Lönneberga. Die Sängerin ist blind und zog trotz oder vielleicht gerade wegen dieses Handicaps die Aufmerksamkeit der Zuhörer derart auf sich, das es im Lönneberga sehr still wurde. Und sie bewies allen ganz mühelos, dass sie nicht nur in der Lage ist, ihr Publikum komplett zu fesseln, sondern es dann einige Minuten später ebenso zum Mitsingen zu animieren. Die Interaktion zwischen Publikum und Sängerin war perfekt.

Um sich auf diesen besonderen Auftritt gut vorzubereiten, hatten sich Erkan Besirioglu und Cass Mae im Vorfeld mehrfach getroffen. Ziel war es, ein abwechslungsreiches Set auf die Beine zu stellen. Das Resultat konnte sich hören lassen. Cass Mae saß am Klavier, Erkan fungierte als ihre Gitarrenbegleitung. Die junge Künstlerin überzeugte die Gäste mit ihrer witzigen und charmanten Art, sang dabei teilweise sehr kritische, selbstgeschriebene Lieder über Bulemie, Anne Frank und ihre eigenen Sehnsüchte. Man war erstaunt darüber, wie viel die junge Frau bereits an Lebenserfahrung in ihren Texten verarbeitet hat. Dass sie erst 13 Jahre alt ist, merkte man eigentlich nur daran, dass sie wegen des Jugendschutzes als Erste pünktlich um 22 Uhr die Bühne verlassen musste.

Sem Seiffert kam aus Köln nach Lüdenscheid

Ebenso Sem Seiffert mit seiner Gitarre.
Ebenso Sem Seiffert mit seiner Gitarre. Foto: Farina Kirmse

Weiter gings mit dem ebenso talentierten Sem Seiffert. Er kam extra zusammen mit Tweedcap und Gitarre aus dem schönen Köln ins noch schönere Lüdenscheid;-)

Nicht nur optisch zeigte Sem an diesem Abend, dass er durchaus irisch geprägt ist – auch in seinen Songs hörte man Erfahrungen deutlich heraus, die er auf seinen langen Reisen durch Schottland oder Irrland gesammelt hat. Sie inspirieren ihn. Sem nahm konsequenterweise auch sein erstes Album in England auf und präsentierte Songs daraus. Und diese Songs hatten es in sich! Sem Seifferts rauchige, dunkel gefärbte Stimme hat zudem das besondere Etwas und tat ihr übriges dazu, die Zuschauer zu begeistern.

N´golo sorgte für „Gänsehaut“

Einer von Cassis Begleitern an diesem Abend war N´golo. Schon vor Beginn des Abends war allen Anwesenden klar: dieser Mann hat Ahnung von dem, was er da tut. Fleißig packte er beim Aufbau der Technik mit an und schob alle Regler des Mischpultes in die exakte Position. Als dann im Laufe des Abends das Gerücht herumging, er sei selbst Musiker, wurde er vom Publikum aufgefordert, ebenfalls auf die Bühne zu kommen. Sein Auftritt erzeugte dann auch einfach nur Gänsehaut. Gut, dass man nicht locker gelassen hatte und er sein Können dann auch unter Beweis stellte.

Gemeinsame Jamsession zum Abschluss

Die Musiker arbeitetn spontan zusammen. Zur Freude des Publikums. Foto: Farina Kirmse
Die Musiker arbeiteten spontan zusammen. Zur Freude des Publikums. Foto: Farina Kirmse

Zum Abschluss dieses Abends kamen dann die Künstler noch einmal alle zusammen auf die Bühne, um gemeinsam Musik zu machen. Zu einer mindstens 30-minütigen Jamsession. Das Publikum war völlig hingerissen, wippte im Beat, klatschte und pfiff. Eigentlich wollte niemand so richtig nach Hause gehen.

Abschließend ist zu sagen, dass das Konzept, Singer/Songwritern eine Plattform in einem kleine überschaubaren Rahmen zu geben, durchaus aufgeht und mittlerweile viele Freunde in und um Lüdenscheid herum ins “Lönne” lockt. Die Veranstalter geben sich große Mühe, auch neue und sehr interessante Live-Acts aus den umliegenden Städten nach Lüdenscheid zu holen. Das führt verstärkt zu sehr fruchtbaren Netzwerken. Gerade ganz neue Singer/ Songwriter sind herzlich eingeladen, an dem regelmäßig stattfindenden Event teilzunehmen. Bei Interesse kann man sich einfach per Email an Farina Kirmse wenden (info@farinakirmse.de).

Dieser Text entstand in Zusammenarbeit mit Farina Kirmse.

 

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