Märchenhaft, die Stimmung bei "Fährmann" im vollbesetzten Karolina´s. Fotos: Kannenberg

Lüdenscheid. Märchenhaft gings zu in „Karolina´s Kunst und Musik Café“ an diesem winterlichen Samstagabend. Fährmann, ein Musik-Barde aus Dortmund, gab an diesem Abenden vor vollem Haus und in einem Ambiente, das mit seiner Illuminierung durch ca. 100 Kerzen eher mittelalterlich denn neuzeitmäßig daher kam, ein erstes Konzert in Lüdenscheid.

Poetische Texte zu stimmungsvollen Melodien

Der "Fährmann" erzählt seine Geschichten.
Der „Fährmann“ erzählt seine Geschichten.

In dieses Ambiente passte der Singer/Songwriter „Fährmann“ bestens, der mit seiner poetischen Musik an diesem Abend bewies, dass es nicht unmöglich ist, wertvolle Texte mit guten handgemachten Melodien zu verbinden. So waren seine Songs musikalisch mal näher am Chanson, mal eher folkig und dann wieder ganz eigenwillig. Man nahm ihm ab, dass seine Musik aus einem reichhaltigen, eigenen Erfahrungsschatz schöpft, durchlebt, durchlitten und durchliebt wurde. Melancholisch und gleichzeitig immer witzig und seinem Publikum sehr nahe, setzte er seine Zuhörer in seinem Liederboot zu weit entfernten Ufern über, die in der eigene Seele vergraben sind und die er so wieder ans Licht holte. Er lotste dabei sein Publikum gekonnt durch ein wildes Gewässer mit Klippen und Untiefen, um am Schluss alle heil und auferbaut ans rettende Ufer zu bringen.

Es ist zwar schwierig, aber nicht hoffnungslos

Gemütlich: Die Stimmung war entsprechend gut an diesem Winterabend bei Kerzenschein.
Gemütlich: Die Stimmung war entsprechend gut an diesem Winterabend bei Kerzenschein.

Begleitet von akustischer Gitarre, einem dynamischen Stompboard, das er selbst aus einer Weinkiste entworfen und gebaut hat und seiner Mundharmonika, lies er sein Publikum teilhaben an deutschsprachigen Liedern, die zum Teil aus eigenen Songs, aber auch gelungenen Adaptionen von Leonhard Cohen Liedern oder auch Reinhard Meys „Über den Wolken“ bestanden und Tiefgang und poetische Gedankenspiele in sich vereinten. Zwischen den einzelnen Liedern gab er immer wieder mit eigenen lyrischen Versen seine Sicht der Dinge auf die Welt zum besten, voller Ernsthaftigkeit, aber immer mit einer amüsanten Pointe, ganz nach dem Motte: „Es ist zwar schwierig, aber nicht hoffnungslos!“ Dies unterstrichen er dann auch wieder bei einer schönen Interpretation eines Songs von „Silly“, einer Band, die sich bereits zu DDR-Zeiten bildete und eine lange Tradition aufweist zu dem Thema: „Und jetzt erst recht, lasst uns das Leben feiern“.

Ungeplante Session

Spontane Session mit dem Gitarristen und Sänger Tom aus Attendorn.
Spontane Session mit dem Gitarristen und Sänger Tom aus Attendorn.

Dabei interagierte er die meiste Zeit mit seinem Publikum, nahm es mit hinein in sein Lebensboot und schaffte es so, dass die Grenzen zwischen „Fährmann“ und Publikum komplett durchlässig wurden. Dies war sicher auch der Tatsache geschuldet, dass man sich an diesem Abend durch das mit der Musik harmonisierende Ambiente sowieso fühlte wie in einer anderen, verzauberten Welt. Das Karolina´s war bis auf den letzten Platz besetzt und ein zufriedenes Publikum saß gemütlich bei Wein und Leckereien auch zu später Stunde noch zusammen. Da gab es nämlich dann noch ein besonderes, ungeplantes „Special“ mit Fährmann und einem anwesenden Gast, dem Gitarristen und Sänger Tom aus Attendorn. Die beiden begannen spontan und nicht abgesprochen eine Session mit bekannten Liedern, die dann auch mitgesungen und mitgeklatscht werden durften. Ein wirklich gelungener Abend.

 

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