Eine Delegation des Geschichts- und Heimatvereins Lüdenscheid überbrachte am Mittwoch die Ehrenplakette. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Seit 35 Jahren genießt das Ehepaar Adam als Mieter die Vorzüge des stadtnahen Wohnens im Haus an der Jockuschstraße 13. Das für eine Knopffabrikantenfamilie im Jahr 1864 erbaute Wohnhaus ist ein echtes Schmuckstück. Jetzt hat der Geschichts- und Heimatverein (GuH) die Besitzer mit einer Ehrenplakette für einen vorbildlichen Beitrag zur schönen Stadt ausgezeichnet.

Am Mittwoch übergab Vorsitzende Dr. Arnhild Scholten die Plakette an Norbert Adam. Er nahm die Auszeichnung stellvertretend für die Eigentümer Corinna und Richard Brinker entgegen.

Bei der Renovierung wurden prägende Details wie dieses Schmuckband erhalten und herausgestellt. Foto: Wolfgang Teipel

Schmuckelemente sorgsam erhalten

Dr. Arnhild Scholten dankte den Eigentümern des Gebäudes dafür, dass es ihnen gelungen ist, die bei der Renovierung die noch vorhandenen Details zu bewahren und durch eine ansprechende Farbgebung herauszustellen. „Auch wichtige Schmuckelemente im Gebäudeinneren, insbesondere im schon durch die Tür betonten Eingangsbereich, wurden sorgsam erhalten“, sagte die GuH-Vorsitzende. Insgesamt sei es gelungen, den Charakter des Hauses als ehemalige herrschaftliche Fabrikantenvilla zu wahren. Damit könne es seiner Aufgabe gerecht werden, zusammen mit der umgebenden Bebauung den historischen Charakter dieses Stadtviertels zu prägen.

Bergische Tür eine Besonderheit

Zu den Besonderheiten zählt auch die bergische Tür. Foto: Wolfgang Teipel

Die Besonderheiten des Gebäudes werden in der Denkmalliste der Stadt Lüdenscheid unter Punkt 110 beschrieben.  Danach handelt es sich um ein Satteldachgiebelhaus von zwei Geschossen, das um zwei Achsen mit Schwebegiebel, rechts um eine gleichfalls barockisierende Achse mit der „bergischen“ Tür erweitert ist. Hierüber befindet sich ein Mansarddach. Links befindet sich ein traufenständiger Flügel mit Attikageschoss unter einem Satteldach. Das Dach hat eine Eternitschieferdeckung. Diamantierte Bänder und Bosseneckquader schmücken das Erdgeschoss.

Gründerzeitliche Stadterweiterung

Das Gebäude ist bedeutend für Lüdenscheid, weil es im Rahmen der wichtigen gründerzeitlichen Stadterweiterung südlich der Sauerfelder Straße entstand. Die südliche Stadterweiterung ist ein Ergebnis der industriellen Entwicklung Lüdenscheids des 19. Jahrhunderts, die vor allen Dingen auf der Buntmetallverarbeitung beruhte; Lüdenscheid erwarb sich den Ruf einer „Knopfstadt“. Der Erbauer war selbst Eigentümer einer Knopffabrik, die bis 1922 noch Knöpfe herstellte.
Das Gebäude steht in Privatbesitz und ist seit dem 4. Juli 1991 in der Denkmalliste der Stadt Lüdenscheid verzeichnet.

 

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3 KOMMENTARE

  1. Sehr geehrter Herr Teipel,
    vielen Dank für den netten Bericht über die Verleihung der Plakette.
    Herzl. Gruß Norbert Adam

  2. Hallo Herr Teipel,
    im Bericht steht der Name der Straße richtig, in der Überschrift jedoch falsch (Jockusch ist richtig, nicht Jokusch). Nur so als Tipp von einem, der das ständig buchstabieren muss ;-).
    Carsten Groll

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