Noch befindet das das Berufsbildungszentrum der Kreishandwerkschaft Märkischer Kreis im Gebäude an der Gustavstraße 35. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Die Zahl der Geburten in Lüdenscheid ist seit drei Jahren rasant gestiegen. Darauf muss die Stadt mit Veränderungen in der Grundschul-Landschaft reagieren. Ein erster Schritt ist getan. Am Dienstag hat der Schul- und Sportausschuss die Reaktivierung der ehemaligen Hauptschule Wefelshohl an der Gustavstraße Straße beschlossen. Eine weitere Maßnahme ist die Veränderung von Schulbezirksgrenzen. Der Ausschuss sprach sich mehrheitlich (zwölf Ja- und sieben Nein-Stimmen) für den entsprechenden Vorschlag der Verwaltung aus. Abgelehnt wurden CDU-Anträge, den Beschluss bis zur Hauptausschuss- oder Ratssitzung zu vertagen und eine zweite Kostenschätzung durch einen unabhängigen Gutachter vornehmen zu lassen.

Keine anderen Alternativen geprüft

Die geschätzten Kosten von rund 5,2 Millionen Euro, so CDU-Ratsherr Norbert Adam, seien „kein Pappenstiel“. „Diese Kosten erscheinen uns zu hoch.“ Außerdem sei in Vorgesprächen diese Summe nie genannt worden. Er bedauerte zudem, dass außer dem Umbau der ehemaligen Hauptschule keine andere Alternative in Betracht gezogen worden sei. Norbert Adam fürchtet auch, dass die geplante Digitalisierung der Schulen ins Stocken geraten könnte. „Wir investieren in Steine“, sagte er.

Kündigung ohne weitere Absprachen

Außerdem kritisierte er, dass dem aktuellen Mieter des Schulgebäudes, dem Berufsbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis ohne weitere Absprachen bereits zum 31. August gekündigt worden sei.

Start zum Schuljahr 2019/20

Matthias Reuver, Fachbereichsleiter Jugend, Bildung und Sport, verwies auf den Zeitdruck, unter dem die Verwaltung bei der Grundschulplanung stehe. Die ersten Schüler sollen schon zum Schuljahr 2019/20 anrücken. „Außerdem müssen wir dem Mieter ja ausreichend Zeit geben, neue Räumlichkeiten zu finden.“

Die Umbau- und Ausstattungskosten, erläuterte er, würden komplett aus dem Bundesförderprogramm „Gute Schule 2020“ bestritten. Die Schulpauschale, mit der die Stadt die Ausstattung der Schulen verbessern könne, bleibe unberührt. Allerdings werde die Reaktivierung des Gebäudes nahezu die gesamte Förderung aus dem Bundesprogramm aufzehren.

Ausreichend Platz

Im Gebäude an der Gustavstraße 35 war früher eine zweizügige Hauptschule untergebracht, somit sind dort zwölf Klassenräume vorhanden. Dazu kommen sechs Gruppenräume, die für Förder- und Differenzierungszwecke, auch im Hinblick auf Inklusion, genutzt werden können. Außerdem verfügt das Gebäude über weitere sieben große Räume in Klassengröße und zwei weitere Räume in halber Klassengröße; sie könnten zu Mehrzweckräumen sowie Räumen für einen Offenen Ganztagsbetrieb und sonstige Betreuungsmaßnahmen umgebaut werden.

Zudem kommen die üblichen Räume für Verwaltung, Lagerzwecke etc. hinzu. Dem Gebäude zugeordnet ist ebenfalls eine Turnhalle, die derzeit ausschließlich für den Vereinssport genutzt wird.

Maximal dreizügige Grundschule

Somit, so die Pläne der Verwaltung, könnte hier eine maximal dreizügige Grundschule untergebracht werden, die außerdem einen Offenen Ganztagsbetrieb und sonstige Betreuungsmaßnahmen anbieten könnte. Weiterhin könnte das in unmittelbarer Nähe liegende Stadion Wefelshohl für schulsportliche Zwecke mitgenutzt werden.

Aus Sicht von SPD-Ratsherr Rolf Breucker eignet sich der Standort für die Zeit, in der die Zahl der Grundschüler wieder sinkt. „Dann könnte die Schule Wefelshohl als Ausweichstandort für weiterführende Schulen diesen“, sagte er.

 

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