Edy Edwards zu Gast in Karolinas Kunst & Musik Café. Fotos: Kannenberg

Lüdenscheid. Am Samstag spielte Edy Edwards aus Herne in Karolina´s Kunst & Musik Café. Der junge Musiker stand mit seiner Gitarre recht unaufgeregt ganz alleine mitten in Karos Café und wurde erst einmal neugierig und eher skeptisch gemustert. Wie der gemeine Sauerländer eben so ist. Der traut nicht jedem. Und schon gar nicht denen aus dem Ruhrpott. Edy bemerkte dann auch zwischendurch irgendwann sehr trocken, dass er sich anfangs so durchschaut fühlte. Was ihm aber nicht wirklich etwas ausmachte.

12 Points von Lüdenscheid

Edy Edwards, der junge Musiker aus dem Ruhrpott hat eine Menge Selbstbewusstsein.
Edy Edwards, der junge Musiker aus dem Ruhrpott hat eine Menge Selbstbewusstsein.

Edy Edwards, der erst 25 Jahre alt ist, begann pünktlich mit seinem Konzert und den Gästen war bereits nach dem ersten Lied klar, dass dieser Abend keinesfalls langweilig werden würde. Eher das Gegenteil von „Langweilig“ stand da im Karolinas und strahlte seine Gäste an. Die anfängliche Skepsis verwandelte sich recht schnell in Begeisterung und der Ruhrpott bekam an diesem Abend 12 Points von Lüdenscheid. Was nicht verwunderte.

Edy kombiniert selbstgeschriebene deutsche Texte mit selbstkomponierter Musik. Das Ergebnis: Ein kraftvoller, energiegeladener Mix aus Folk, Rock, Pop, auch leichten Anflügen von Punk und einem Touch von ganz und gar nicht softem Singer/Songwriter. Oha. Eine Mischung, die das bis zu seinem Auftritt eher ruhige Publikum ordentlich aufweckte. Der junge Mann hat gewaltig Ausstrahlung. Und er kann etwas. Unbestritten. Das Ganze kombiniert er zudem mit einem schönen, subtilen, schwarzen Humor, der ohne Umwege mitten ins Eingemachte trifft.

Edy lässt sich nicht beirren

Lüdenscheid gefällt ihm. Er kommt gerne wieder.
Lüdenscheid gefällt ihm. Er kommt gerne wieder.

Edy ist in Dortmund geboren und wohnt z. Z. in Herne. Erst mit 18 Jahren begann er Gitarre zu spielen und zu singen. Autodidaktisch. Nach einem halben Jahr (!) und blutigen Fingerkuppen vom vielen Üben war ihm klar: Er wird Berufsmusiker. Was seine Umwelt erst einmal in Verblüffung versetzte.

Seine Eltern wussten Anfangs nicht viel mit dem Entschluss des Sohnes anzufangen, der so plötzlich und ohne Vorwarnung ins Showbiz einsteigen wollte. Mittlerweile unterstützen sie ihn, wo sie nur können, aber zu Beginn dürfte diese Nachricht eher ein Schock gewesen sein. Edy ließ sich davon jedoch nicht beirren.
Warum auch?

Offensichtlich mit Talent und jeder Menge Selbstbewusstsein gesegnet, ging seine Weg dann auch in relativ kurzer Zeit stetig nach oben. Für jemanden, der mit 18 Jahren noch nicht wusste, dass er mit 19 Berufsmusiker werden würde, stand er sehr zügig erst auf kleinen, dann auf mittleren und schließlich – gemeinsam mit seiner Band – auch auf großen Bühnen.

Seine Texte: Böse und hoffnungsvoll zugleich

Er rockte an diesem Abend ganz alleine das Musikcafé.
Er rockte an diesem Abend ganz alleine das Musikcafé.

Er spielt nicht nur richtig gut Gitarre, sondern hat auch die rauchig Stimme eines echten Rockstars. Dazu besitzt er ein durchaus angenehmes Äußeres und viel Ausstrahlung. Und die Musik? Die kann man sich anhören auf seiner Webseite: www.edy-edwards.de. Er selbst nennt sie Folk’n’Roll. Er singt ganz allgemein über das Leben, über die Liebe und überhaupt über alles, was sich und ihn bewegt. Seine Texte beschreiben Situationen, wie man sie zu kennt. Eigentlich Alltag und dabei bemerkenswert ins Schwarze getroffen. Böse und hoffnungsvoll zugleich. Textzeilen wie „Es geht uns schlechter als wir aussehen“ oder „Es tut mir auch leid, ich habe gerade keine Zeit, wirklich glücklich zu sein, komm doch später vorbei“, sprechen da für sich und müssen nicht zusätzlich kommentiert werden. Intelligent, seine Texte, tiefgründig und provozierend. Und sehr selbstbewusst: „Was man so über sich hört, hat mich noch nie gestört!“ Das möchten wohl die meisten von uns einmal so gelassen über sich sagen können.

Edy ist entweder alleine unterwegs und dann unplugged oder mit seiner Band „Line-up“, bestehend aus Ian Stewart (bs), Daniel Knop (dr) und Henning Leise (git). Diese Jungs spielten schon mit Nelly Furtado, Aretha Franklin, Starlight Express, Nathalie Akoma und bei zahlreichen TV-Shows. Und jetzt eben mit Edy, den sie, allesamt älter und wohl auch erfahrener als er, trotzdem als ihren Frontmann akzeptieren. Man kann sich seiner Persönlichkeit eben nur schwer entziehen. Auf die Frage, wie er an diese hochkarätige Band gekommen ist, sagt er das gleiche, wie auf die Frage, wie man in nur sieben Jahren und von keinerlei Vorwissen beschwert, so eine ausgereifte Musik kreieren kann. „Ich habe halt irgendwie immer Glück gehabt, bin herumgereicht worden und habe die richtigen Leute kennengelernt.“

Ab November auf Deutschlandtournee

Edy. Foto: Anja Hecker Fotografie
Edy. Irgendie echt gut drauf. Foto: Anja Hecker Fotografie

Mittlerweile ist er bei einer Bochumer Agentur unter Vertrag und bringt gerade seine 3. CD heraus. Im November
planen er und seine Band eine Deutschlandtournee!

Lüdenscheid steht da dann auch auf dem Programm. Edy nimmt´s gelassen und zieht an seiner zigsten Zigarette des Tages: „Den Zigaretten verdanke ich dieses besondere Timbre in der Stimme!“ (Klar, wem sonst?). Derweil reibt sich sein Publikum drinnen im Café immer noch verwundert die Augen und fragt sich, welcher Orkan da gerade über sie alle hinweggefegt ist. Einer aus dem Ruhrgebiet jedenfalls, das ist mal sicher.

 

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