Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Die aus Portugal eingeflogenen Arbeiter/innen werden auch an diesem Samstag in der Plettenberger Dura-Produktion arbeiten. Das Landesarbeitsgericht Hamm hat am Freitag im einstweiligen Verfahren entschieden, dass ihr Einsatz durch die Geschäftsführung von Dura Leisten & Blenden nicht gegen das Recht verstößt.

Geschäftsführung bedankt sich

In einer Stellungnahme begrüßt die Dura-Geschäftsführung dieses Gerichtsurteil. Es bestätige, dass der Einsatz portugiesischer Mitarbeiter im Plettenberger Werk samstags rechtens sei. „Dura L&B muss und will seine Kunden beliefern. Die Arbeiter aus Portugal stellen sicher, dass dies zeit- und ordnungsgemäß geschieht. Die Geschäftsführung bedankt sich bei den portugiesischen Kollegen für ihren Einsatz hier in Deutschland. Trotzdem wäre es Dura L&B lieber, die Plettenberger Stammbelegschaft für die Wochenendarbeit einzusetzen. Die Arbeitnehmervertreter lehnen dies jedoch bisher ab“, äußert sich die Dura-Geschäftsführung.

IG Metall sieht Politik gefordert

Torsten Kasubke, Zweiter Bevollmächtigter und Verhandlungsführer auf Arbeitnehmerseite, sieht nun die Politik gefordert: „Das Landesarbeitsgericht hat entschieden, dass es rechtlich zulässig ist, 300 Mitarbeiter des Konzerns nach Deutschland einzufliegen, sie am Wochenende einzusetzen und Stammbelegschaft zu verdrängen. Und das, während die Belegschaft im Kampf um ihre Arbeitsplätze steht. Wer in Portugal Mitarbeiter ist, kann in Deutschland als Werkvertragspartner eingesetzt werden. Das mag juristisch richtig sein. Politisch darf man das nicht stehen lassen. Das wird zur Folge haben, dass in allen internationalen Unternehmen in Krisensituationen Flugzeuge gechartert werden können, um die um ihren Job bangende Stammbelegschaft zu verdrängen. Da ist dringender Handlungsbedarf, der in Düsseldorf, Berlin und Brüssel auf die politische Tagesordnung gehört.“

„Das kann sich für Dura nicht lohnen“

Zudem bezweifelt er, dass die Maßnahme der Geschäftsführung einen Sinn macht: „Die Portugiesen werden ausschließlich am Samstag eingesetzt, weil ihnen die Genehmigung für die Sonntagsarbeit weiterhin fehlt. Die Kosten für Unterkunft und Überführung sind aberwitzig. Wenn man sich anschaut, wie stark unter dem üblichen Niveau am Samstag in Plettenberg produziert wird, kann sich das für Dura nicht lohnen.“

Kasubke kündigt an, dass die Dura-Arbeitnehmer im Sauerland weiter kämpfen würden. Gleichzeitig betont er, dass sie verhandlungs- und gesprächsbereit seien: „Nach elf Monaten seit der Ankündigung des Arbeitgebers, die Belegschaft in großem Maße abzubauen, muss Dura nun endlich eine Perspektive liefern. Wir sind gerne bereit, an dieser Perspektive mitzuarbeiten.“

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