Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen weiter um den Fortbestand der DURA-Standorte Plettenberg und Selbecke bangen. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Die DURA-Geschäftsführung hat den am Donnerstag vorgelegten Schlichtungsvorschlag abgelehnt. Ein Unternehmenssprecher teilte heute (Freitag) mit, dass im Entwurf der Landesschlichterin Anja Weber Kundeninteressen nicht ausreichend berücksichtigt würden.

Die Stellungnahme der Geschäftsführung: „Dura kann nach eingehender Prüfung dem jetzigen Schlichtungsvorschlag bedauerlicherweise nicht zustimmen, da er unsere Kundeninteressen nicht ausreichend berücksichtigt. Dura ist klar, dass eine Einigung immer beiderseitiger Zugeständnisse bedarf und keine der beiden Parteien voll und ganz zufriedengestellt werden kann. Wir können jedoch keine Kompromisse eingehen, wenn es um die vertragliche Erfüllung der Aufträge und Anweisungen unserer Kunden geht. Dura ist weiterhin verhandlungsbereit, sofern diese Probleme behoben werden können.“

IG Metall: DURA gefährdet Erfüllung der Kundenwünsche

Die Belegschaft der DURA-Standorte Plettenberg und Selbecke hatte am Donnerstag in einer Betriebsversammlung dem Schlichtungsvorschlag mehrheitlich zugestimmt, wenn auch schweren Herzens. Demnach sollte bis Ende 2017 ein stufenweiser Personalabbau von derzeit etwa 1350 auf 532 Stellen erfolgen. Im Gegenzug sollte die Geschäftsführung eine Standortgarantie für Selbecke bis Dezember 2017 geben und die Zusage, bestimmte Fertigungslinien in Plettenberg langfristig in Plettenberg zu belassen.

Zur Ablehnung des DURA-Schlichtungsspruchs durch die Arbeitgeberseite erklärt Torsten Kasubke, 2. Bevollmächtigter der IG Metall und Verhandlungsführer für die Beschäftigten:

Torsten Kasubke
Torsten Kasubke

„Die Ablehnung des Schlichtungsspruchs ist eine große Enttäuschung. Die Begründung ist nicht zu verstehen. Ich habe an den Erörterungen mit der Landesschlichterin teilgenommen. Es war zu keinem Punkt ersichtlich, dass der Arbeitgeber in dem erfolgten Schlichtungsspruch eine Gefährdung der Erfüllung vertraglicher Verpflichtungen sehen könnte. Im Gegenteil: Der Schlichtungsspruch macht einen Großteil der Aufträge, die in Plettenberg produziert werden, von der Produktivität abhängig. Gerade damit die Kundenwünsche erfüllt werden können.

Die Entscheidung des Arbeitgebers entwertet die Bemühungen der Landesschlichterin in großem Maße. Wir haben uns für eine unabhängige Schlichtung ausgesprochen, damit die Situation losgelöst von den Interessen der verhandelnden Parteien bewertet werden kann. Die Beschäftigten haben gestern mit großer Mehrheit einem Paket zugestimmt, das DURA im Sauerland eine Zukunft geben soll. Dazu gehört auch ein schmerzhafter Stellenabbau. Die umstrittene Mehrarbeit wäre bis zum Ende des Jahres ohne weitere Auflagen genehmigt worden. Die Ablehnung des Arbeitgebers gefährdet gerade an dieser Stelle die Erfüllung der Kundenwünsche. Ich kann diese Entscheidung nicht verstehen.

„Verdacht, dass der Arbeitgeber doch nur auf Zeit spielen möchte und keine konstruktive Lösung begehrt“

Wenn der Arbeitgeber zu weiteren Gesprächen bereit ist, werden wir uns diesen nicht verwehren. Allerdings werden wir an keiner Stelle einem Blankoscheck für Produktionsverlagerungen zustimmen. Im Laufe der Schlichtungsgespräche konnte man sich berechtigte Hoffnung auf eine Lösung machen. DURA hat eine tragfähige Lösung abgelehnt und sich einer Begründung bedient, die in den Gesprächen überhaupt kein Thema gewesen ist. Das erhärtet den Verdacht, dass der Arbeitgeber doch nur auf Zeit spielen möchte und keine konstruktive Lösung begehrt.“

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