Am Dura-Standort Plettenberg sollen in diesem Jahr rund 240 Stellen abgebaut werden. Foto: Komplett-Magazin/Heiko Höfner

Plettenberg. Dura-Werksleiter Dr. Frank-Oliver Denzler ist am Mittwochabend und am Donnerstagmorgen vor die Stammbelegschaft von Dura Leisten und Blenden in Plettenberg getreten und hat sie über ein Angebot der Geschäftsführung informiert. Aus gut unterrichteter Quelle erfuhr der TACH, dass Boni und Prämien gezahlt werden sollen, wenn die Mitarbeiter/innen im Gegenzug vor allem die immer wieder von der Dura-Führung geforderte Mehrarbeit an Wochenenden leisten.

Die Geschäftsführung offeriert demnach einen Anwesenheitsbonus in Höhe von 5 Prozent pro Woche. Darüber hinaus soll eine Prämie von 10 Prozent pro Kalendermonat gezahlt werden, wenn die Effizienz gesteigert wird. Außerdem soll es die Zusagen geben, bis zum 31. März 2017 keine Entlassungen bei Dura Leisten und Blenden vorzunehmen und im ersten Quartal 2017 über einen Sozialplan zu diskutieren.

Verlässlichkeit gegenüber Kunden beweisen

Die Geschäftsführung fordert seit Wochen die Genehmigung von Mehrarbeit an den Wochenenden vom Betriebsrat. Nur so könnten die Kundenaufträge erfüllt und der Standort vor dem kompletten Aus bewahrt werden. Unter der Voraussetzung, dass durch eine Einigung über die Mehrarbeit die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts verbessert würde, werde Dura auf den Einsatz der aus Portugal eingeflogenen Arbeiter/innen verzichten. Es gelte aber Verlässlichkeit, Qualität und Liefertreue gegenüber den Kunden zu beweisen.

Betriebsrat erwartet verbindliche Abmachungen

Die Arbeitnehmervertreter von Betriebsrat und IG Metall bemängeln nach wie vor, dass diese Zusagen nicht in verbindlicher Schriftform festgehalten werden. Sie erwarten konkrete Informationen darüber, wie und wann der vor einem Jahr angekündigte Personalabbau von über 800 Arbeitsplätzen bei Dura Leisten und Blenden vollzogen wird. Es wurde von Seiten der Verhandlungsführer allerdings auch immer wieder betont, dass bei der Zusage, über einen Sozialplan zu verhandeln, die Mehrarbeit genehmigt würde.

Hashtag #waitingforlynn

Via Twitter versprach Lynn Tilton, vor Jahresende nach Plettenberg zu kommen.
Via Twitter verspricht Lynn Tilton, vor Jahresende nach Plettenberg zu kommen.

Mit einer Aktion im sozialen Netzwerk Twitter hatten Dura-Mitarbeiter zuletzt versucht, die Aufmerksamkeit von Konzernchefin Lynn Tilton auf sich zu ziehen. „Kommen Sie nach Plettenberg und sprechen Sie mit uns von Angesicht zu Angesicht“, lautet sinngemäß der Appell der Belegschaft an Tilton unter den Hashtags #waitingforlynn und #makeduragreatagain. Die antwortete (ebenfalls sinngemäß übersetzt) per Tweet: „Lasst uns den Rest des Jahres an Verbesserungen und Unterstützung für die Anforderungen unserer Kunden arbeiten. Ich werde zu euch kommen, bevor das Jahr zu Ende ist.“ Ein paar Wochen hat sie dafür ja noch Zeit.

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here