Plettenberg. Etwa 300 Dura-Mitarbeiter/innen hatten sich heute (Dienstag) Nachmittag vor dem Gelände des Plettenberger Dura-Werks versammelt und zogen von dort durch die Stadt zur Schützenhalle. Mit dem Warnstreik protestierten sie gegen die Pläne der Dura-Geschäftsleitung, bis zu 850 Arbeitsplätze an den Standorten Plettenberg und Kirchhundem-Selbecke abzubauen.

Die Dura-Sparte Leisten und Blenden soll künftig nur noch hochwertige Teile für Fahrzeuge im Premium- und Luxussegment herstellen. „Das Gesamtvolumen hierfür wäre kleiner aber profitabel“, wiederholte gestern ein Unternehmenssprecher in einer Mitteilung die Auffassung der Geschäftsleitung. „Hierfür müsste Dura die Werke restrukturieren und erheblich verkleinern. Wir glauben fest daran, dass unser Ansatz zum nachhaltigen Erfolg des Unternehmens führen würde.“

Die Arbeitnehmervertreter sind anderer Meinung. „Wir kämpfen für einen Tarifvertrag, der den Standort erhält“, rief Torsten Kasubke (IG Metall MK) den Dura-Mitarbeiter/innen zu. Begleitet von Rockmusikklängen aus dem Lautsprecher des Führungsfahrzeugs zog die Belegschaft zur Schützenhalle, wo eine Mitgliederversammlung der IG Metall durchgeführt wurde. In den Protestzug reihten sich auch die SPD-Landtagsabgeordnete Inge Blask sowie die Plettenberger SPD-Ratsmitglieder Martina Reinhold und Wolfgang Schrader ein, um ihre Solidarität mit der Dura-Belegschaft zu zeigen.

Auf dem Wieden stießen weitere Kolleginnen und Kollegen zu den Teilnehmern der Demonstration, so dass sich in der Schützenhalle nach Gewerkschaftsangabe rund 800 Dura-Mitarbeiter/innen versammelten. Mit ihnen wollten die IG-Metall-Vertreter die Marschrichtung für die kommenden Gespräche mit der Geschäftsleitung festlegen.

„Eine langfristige Aufrechterhaltung der Produktion von Leisten und Blenden ist auch in unserem Interesse.

Im Raume steht deren Angebot an die Mitarbeiter/innen, die Produktion in Plettenberg und Selbecke für den symbolischen Preis von einem Euro zu übernehmen. Das Unternehmen begründete das noch einmal: „Die Arbeitnehmervertreter wollen am bisherigen Geschäft festhalten und glauben, dass dies ohne maßgeblichen Personalabbau möglich sei. Hier gehen unsere Meinungen auseinander. Deshalb haben wir angeboten, Leisten und Blenden den Arbeitnehmern schuldenfrei zu übergeben, damit sie ihre Strategie umsetzen können. Eine langfristige Aufrechterhaltung der Produktion von Leisten und Blenden ist auch in unserem Interesse.

Schon im Vorfeld der IG-Metall-Versammlung wurde deutlich, was die Arbeitnehmervertreter von diesem Angebot halten: „Davon halten wir nichts“, stellte Torsten Kasubke unter dem lautstarken Beifall der Arbeitnehmer/innen fest. „Wir wollen einen Tarif, der den Standort erhält, und dafür kämpfen wir“, kündigt Kasubke den Dura-Verantwortlichen einen „heißen Sommer“ an.

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