Am Dura-Standort Plettenberg sollen in diesem Jahr rund 240 Stellen abgebaut werden. Foto: Komplett-Magazin/Heiko Höfner

Plettenberg. Am heutigen Donnerstag (28. Juli) wurde der Schlichtungsspruch in der Angelegenheit um die Zukunft der DURA-Standorte im Sauerland den Beschäftigten von DURA vorgestellt. Die Belegschaft hat diesem Spruch mit großer Mehrheit zugestimmt.

Der von Landesschlichterin Anja Weber vorgelegte Vorschlag sieht vor, dass der Betriebsrat Mehrarbeit erst mal bis zum Jahresende genehmigt. Bis Ende 2017 sollen rund 800 Arbeitsplätze abgebaut werden. Im Gegenzug soll DURA eine Standortgarantie für Selbecke bis Ende 2017 geben und die Zusage, bestimmte Fertigungslinien langfristig in Plettenberg zu lassen.

Zu diesem Schlichtungsergebnis erklärt Torsten Kasubke, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis und Verhandlungsführer für die Arbeitnehmerseite:

„Der Vorschlag der Landesschlichtungsstelle ist ein tragfähiger Kompromiss, der eine Zukunft der DURA-Standorte über 2017 möglich macht. Das war unser erklärtes Ziel. Die Parteien haben sich verpflichtet, bis zum 31. August die Vereinbarung in Form von Betriebsvereinbarungen und Tarifverträgen verbindlich umzusetzen. Zu den einzelnen Vereinbarungen gehören einerseits Pläne zur Steigerung der Produktivität und Senkung des Krankenstands. Die Maßnahmen zur Mehrarbeit sind vorerst bis zum 31. Dezember diesen Jahres genehmigt. Damit haben die Beschäftigten ein weites Zugeständnis gemacht, um die Produktion der erwähnten Fertigungslinien zu sichern.

Auf der anderen Seite steht die klare Zusage, dass bestimmte Fertigungslinien, die DURA zurzeit in Plettenberg fertigen lässt, langfristig in Plettenberg bleiben. Sollten etwaige Ersatzpläne zur Steigerung der Produktivität funktionieren, verblieben auch weitere Fertigungslinien im Sauerland. Für die Dauer der Schlichtungsvereinbarung, also bis zum 31. Dezember 2017, bleibt der Standort Selbecke in jedem Fall gesichert. Ebenfalls bis zum 31. Dezember 2017 soll das Personal schrittweise auf 532 Stellen zurückgefahren werden. Hierfür sind bereits erste Abmachungen getroffen worden, um dieses Vorgehen möglichst sozialverträglich gestalten zu können. Dazu gehört unter anderem eine Regelung zur Altersteilzeit. Über einen zu erwartenden Sozialplan werden wir in Kürze verhandeln. Des Weiteren wird eine ständige Einigungsstelle eingerichtet, um eventuell anfallende Differenzen zügig im Sinne der Fortführung von DURA im Sauerland zu klären.

„Das tut weh.“

Die Belegschaft hat auf einer Betriebsversammlung am Nachmittag mit großer Mehrheit diesem Vorhaben zugestimmt. Noch steht die Zustimmung von Arbeitgeberseite aus. Man sollte bedenken, dass viele Beschäftigte ihr Okay zu diesem Schlichtungsspruch gegeben haben, obwohl dies für viele auch die Zustimmung zum Jobverlust bedeutet. Das macht man nicht leichtfertig. Das tut weh. Ich hoffe, dass der Arbeitgeber das bei seinen Beratungen bedenkt und dem Schlichtungsspruch ebenfalls zustimmen wird.

Landesschlichterin Anja Weber Foto: Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW
Landesschlichterin Anja Weber Foto: Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW

Ich möchte der Landesschlichterin Anja Weber ausdrücklich für ihre Bemühungen bedanken. Unser Vorschlag, eine Schlichtung einzuschalten, war der richtige Weg. Es war und bleibt unser Auftrag, den Fortbestand von DURA im Sauerland zu gewährleisten und die Situation für alle Beteiligten zügig zu klären – gerade für diejenigen, die ihren Arbeitsplatz verlieren könnten. Durch die im Schlichtungsspruch vorhandene Absichtserklärung des Arbeitgebers, DURA weiter im Sauerland laufen zu lassen, haben wir auch eine gesunde Grundlage, um gemeinsam an diesem Fortbestand zu arbeiten.“

 

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1 KOMMENTAR

  1. Der Kompromissvorschlag von Anja Weber von der Landesschlichtungsstelle trägt in die Zukunft der DURA-Standorte, es muss gelingen!

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