Torsten Kasubke, 2. Bevollmächtigter der IG Metall: "Im Märkischen Kreis wird es nie langweilig." Foto: Wolfgang Teipel

Plettenberg. Laut IG Metall hat die DURA-Führung aus den USA ein Angebot vorgelegt, nach dem für das Unternehmen bis zum Jahresende keine Insolvenz angemeldet werden soll. Außerdem, so die IG Metall, wolle DURA im ersten Quartal 2017 mit Betriebsräten in der Gewerkschaft über einen Sozialplan verhandeln. Zum aktuellen Sachstand zur Zukunft von DURA im Sauerland erklärt Torsten Kasubke, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis und Verhandlungsführer für die Arbeitnehmerseite:

„Vor über zehn Monaten hat das Management von DURA einen umfangreichen Abbau von Arbeitsplätzen angekündigt. Vor weniger als einem halben Jahr wurden die Mitarbeiter in Plettenberg und Selbecke dann darüber informiert, dass der seit Jahren bestehende Unternehmensverbund aufgelöst und bereits Wirtschaftsgüter vom Gesellschafter ins Ausland verlagert worden sind. Seitdem kämpft die Belegschaft um den Erhalt der Arbeitsplätze vor Ort.

Überstunden als Gegenleistung

Nun wurde ein Angebot aus den USA vorgelegt, das zusagt, bis zum Jahresende keine Insolvenz anzumelden und im 1. Quartal 2017 Verhandlungen mit den Betriebsräten und der IG Metall über einen Sozialplan vorsieht. DURA will damit als Gegenleistung für weitere Ungewissheit, dass unzählige Überstunden an Wochenenden und Feiertagen geleistet werden. Nur dann soll im nächsten Jahr über die Zukunft der Belegschaft und ihrer Familien gesprochen werden.

Kasubke: Arbeitgeber in der Bringschuld

Auf Druck des Betriebsrates und der IG Metall wurden zwar jetzt endlich die bereits fälligen Überstundenentgelte ausgezahlt. Die Beschäftigten wollen zudem auch über die weiter verlangte Mehrarbeit reden, wenn endlich in die Verhandlungen über die Zukunft der Kolleginnen und Kollegen bei DURA konstruktiv eingetreten wird. Nach fast einem Jahr hat die Belegschaft einen Anspruch darauf. Hier ist der Arbeitgeber in der Bringschuld – und schon lange im Verzug. Insbesondere nachdem die amerikanische Gesellschafterin den hier verhandelten Schlichtungsspruch der Landesschlichterin, den das lokale Management unterstützt hatte, ohne Angaben von Gründen abgelehnt hat.

Geschlossenheit und sachliche Klarheit

Zu den Vorschlägen der Arbeitnehmervertreter in dieser Woche steht eine förmliche Antwort noch aus. Die am Wochenende veröffentliche Pressemitteilung lässt aber noch mal deutlich werden, dass der Erhalt der Arbeitsplätze in Plettenberg und Selbecke nur mit Geschlossenheit und sachlicher Klarheit geschützt werden kann.“

 

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1 KOMMENTAR

  1. Einfach nur abstoßend, diese Haltung der Metall von oben herab. Wie wenn sie gleichgeschaltete Partner wären. Bei den Bewerbungsgesprächen zu Beginn der Arbeitszeit haben die Betriebsräte sicher nicht so gequasselt. ABer jetzt schwillt ihnen die Brust. Und wenn alles den Bach runtergeht, natürlich nur wegen der Arbeitgeberseite, nicht wegen dieser AN-Kampfhähne.

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