Von Rüdiger Kahlke

Plettenberg. Auf 50 bis 60 Millionen Euro schätzt Torsten Kasubke den Finanzbedarf bei Dura für den Fall, dass die Belegschaft das Angebot annehmen sollte, das Unternehmen für einen Euro zu übernehmen. Für den 2. Bevollmächtigten der IG Metall im Märkischen Kreis ist das, was die Geschäftsleitung am Mittwoch vorgelegt und öffentlich gemacht hat daher „ein unmoralisches Angebot„. In einem am Donnerstagmittag kurzfristig anberaumten Pressegespräch nahmen die Arbeitnehmervertreter bei Dura Stellung zur Vorgehensweise des Unternehmens.

Was Kasubke und der Betriebsrat schilderten, wirkt wie ein Ultimatum. Der Deal zur Übernahme soll in 30 Tagen abgewickelt werden. Kasubke verwies auf ähnliche Übernahme-Fälle. Demnach müssten mindestens sechs Monate Zeit eingeplant werden, um das Notwendigste zu regeln. Zudem wäre auch das neue Unternehmen von Dura abhängig. Ein Weiterverkauf sei ausgeschlossen, berichteten die Arbeitnehmervertreter nach dem Gespräch mit dem Dura-Management. Es sollen nur die Gebäude übernommen werden. Die Maschinen können kostenlos gemietet werden. Patente, Forschung, Entwicklung und Verträge blieben aber bei Dura. Bemängelt wurde erneut die dürftige Information durch die Unternehmensleitung, die einer vertrauensvollen Zusammenarbeit nicht dienlich sei.

Für Kasubke ist klar, dass es dem Dura-Management nur darum geht, „den Schwarzen Peter zu verschieben“. Selbst wenn das Unternehmen neue Aufträge generieren würde, würden die nicht vor 2019 oder 2020 Geld in die Kasse spülen. Gleichzeitig, so Betriebsrats-Vorsitzender Faruk Ikinci, würden die Umsätze absehbar in den nächsten Jahren deutlich zurückgehen.

Gewerkschaft will sich massiv
für Arbeitnehmerrechte einsetzen

Dennoch werde man Kontakt zur Landesregierung aufnehmen und das Angebot prüfen. Gleichzeitig wolle sich die IG Metall „massiv dafür einsetzen“, dass Arbeitnehmerrechte nicht weiter durch das Dura-Management missachtet werden. Torsten Kasubke kündigte eine Mitgliederversammlung der Metaller bei Dura an. Am 12. April sollen dabei weitere Schritte beraten werden. Kasukbke brachte erneut einen Sozialtarifvertrag ins Gespräch (vgl. KOMPLETT-Magazin Ausgabe Januar/Februar 2016), mit dem eine Umstrukturierung begleitet werden sollte.

Faruk Ikinci verwies darauf, dass die Arbeitnehmer-Vertreter in Workshops bereits 22 Projekte erarbeitet hätten, wie Dura Kosten sparen könnte. Aber selbst kurzfristig wirksame Maßnahmen habe das Unternehmen bisher nicht angepackt. Torsten Kasubke betonte, dass die Beschäftigten und ihre Vertreter sehr wohl ein Interesse daran hätten, dass das Unternehmen profitabel arbeite.

Die nächsten Schritte will der Betriebsrat in der nächsten Woche in intensiven Beratungen abstimmen. Auch der Runde Tisch mit Beteiligung der Politiker und der Landesregierung soll beraten, wie es bei Dura weitergehen könnte.

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