Galeristin Bellis Klee- Rosenthal und ihr Künstler Lars Kohl. Fotos: Bellis Klee Rosenthal und Iris Kannenberg

Lüdenscheid. Wer die Galerie Klee an der Brügger Höh kennt, weiß, dass Bellis Klee-Rosenthal sie mit viel Liebe und Gespür für die Bildende Kunst betreibt. Und es so immer wieder schafft, besonders interessante Künstler nach Lüdenscheid zu holen.

Bilder des Dresdners Lars Kohl

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Tulpe. Acryl auf Leinwand

Seit dem 30. Oktober stellt der Dresdner „Master of Fine Arts“ und „Akademie-der-Schönen-Künste“-Absolvent Lars Kohl seine Bilder bei ihr aus. Lars Kohl, Meisterschüler des renommierten Professor Bömmels, lebt und arbeitet in seiner Geburtsstadt und ist dort ein bekannter Maler.

Seit 2012 stellt er sehr regelmäßig seine Werke in der Kulturmetropole an der Elbe aus, war aber auch schon in Köln, Frankfurt, Pirna und Leverkusen zu sehen.

Lasierende Farben

Wenn man seine Werke anschaut, fällt einem seine Liebe zur lasierenden, oft erdigen Farbe auf. Er malt wie die Avantgarde des beginnenden 20. Jahrhunderts, erinnert an Paul Klee, aber auch an August Mackes „Angler am Rhein“ oder die Seerosenbilder eines Claude Monet. Seine Bilder wirken zart, oft transzendent: Nie ist der Farbauftrag geschlossen. Lars Kohl lässt immer Raum auch für den Malgrund, der ein wichtiger Teil seiner Bilder ist. Mal wird die Struktur der Leinwand zur holperigen Decke einer Straße, mal unterstützt sie in ihrer Farbigkeit den Farbauftrag und erschafft so im Zusammenspiel von Lasierung und Untergrund eine ganz neue Farbe.

Seine Kunst wirkt leicht

Leicht wirkt seine Kunst, schlicht und doch ergreifend. Seine Bilder berühren und konzentrieren sich dabei doch immer auf ein zentrales Thema. Mal ist dies eine Tulpe, dann Wäsche auf der Leine, ein Insel mit drei Palmen oder seine Lieblingsfarben, in schnellen Kreisen auf die Leinwand gebracht. Das Thema springt dem Betrachter ins Auge und doch ist dahinter noch etwas anderes verborgen. Seine Bilder haben Tiefe, sind nur scheinbar schnell gemalt, ja skizzenhaft. Das Ganze jedoch mit einem Strich, der den Meister sichtbar werden lässt.

Wasser als Stilmittel

Wäsche auf der Leine.
Wäsche auf der Leine.

Wasser ist ein ebenfalls entscheidendes Stilmittel von Lars Kohl. Er setzt das Element großzügig ein. Farben dürfen lasieren und verlaufen, Papier darf sich wellen, Strukturen dürfen sichtbar werden. Das Wasser unterstützt dabei den Eindruck, als schaue man durch eine Oberfläche aus Glas in eine andere Welt. Die scheinbar lapidaren Dinge des Alltags bekommen so eine besondere Anmut, eine neue Bedeutung.

Eigenwillig und doch vertraut

"Alles super", Tempera, Gouache auf Leinwand
„Alles super“, Tempera, Gouache auf Leinwand

Lars Kohl lohnt sich. Er ist geheimnsivoll und trotzdem klar in seiner Bildsprache. Unstrukturiert und trotzdem voller Struktur. Was zufällig wirkt, ist es nur auf den ersten Blick. Da hat jemand gedacht, gefühlt, viel und gern gelebt und auch das eine oder andere Mal durchaus gelitten. Seine Bilder sind eigenwillig und doch vertraut. Er versteht es, einen Raum mit seinen Werken zu beseelen.

„Produzentengalerie“ Dresden

Der junge Künstler hat sich in Dresden mit neun weiteren begabten Künstlern zu der sogenannten „Produzentengalerie“ zusammengefunden.

Hier werken und wirken sie gemeinsam, stellen aus und leben zusammen, ganz wie es die berühmten Künstler vor ihnen auch getan haben. Kandinsky, Frank Marc, Macke, Münter, von Werefkin, Jawlensky, Alfred Kubin, Paul Klee und Hanns Bolz machten es Anfang des 20. Jahrhundert bereits in ihrem Zusammenschluss um den „Blauen Reiter“ herum vor, wie bahnbrechend und inspirierend eine Gemeinschaft junger Kreativer sein kann. Lars Kohl gehört zu einer sehr interessanten und hochbegabten Bewegung deutscher Künstler, die gemeinsam auf einer sehr spannenden Reise sind.

Gegen den Mainstream

Einiges hat er schon verkauft. Lars Kohl (Mitte) mit zwei Kunstfreunden.
Einiges hat er schon verkauft. Lars Kohl (Mitte) mit zwei Kunstfreunden.

Bellis Klee-Rosenthal bringt mit ihrer Galerie immer wieder das Außergewöhnliche, Avantgardistische nach Lüdenscheid. Eine „Außenseiterin“, die sich dem Mainstream nicht beugt und deshalb umso erfolgreicher der Stadt eine Tür für Kunstrichtungen öffnet, die sich gerade auf den Weg machen, die Welt zu erobern.

Lüdenscheider Kunstfreunde sollten Lars Kohl nicht verpassen. Er stellt seine Werke dort noch bis zum 18. Dezember aus. Geöffnet sind die Ausstellungsräume jeden Dienstag von 14.30 Uhr bis 17.00 Uhr und nach Vereinbarung (www.galerie-klee-lüdenscheid.de)

Wer Lust hat, die „Produzenten“ mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, findet sie unter dem Link: www.produzenten.net

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