Klaus Sonnabend kührt die Siegerband des diesjährigen "On Stage" Bandcontest im Lüdenscheider Kulturhaus. Fotos: Kannenberg

Lüdenscheid. Seit 2008 findet regelmäßig einmal im Jahr der Bandcontest „ON STAGE“ im Kulturhaus statt. Initiiert wird der Wettbewerb gemeinsam vom Lüdenscheider Kulturhaus und dem Kulturverein KultStädte e.V. Dieses Jahr fand der Contest am 9.5.2015 in dem gut besuchten Kulturhaus statt, mit dem Ziel, die beste der drei besten Bands als Sieger zu küren. Den Sieg heimsten die Plettenberger „ADAMS FALL“ für sich ein.

Klaus Sonnabend vom Verein KultStädte e.V. begrüßt das gespannte Publikum.
Klaus Sonnabend vom Verein KultStädte e.V. begrüßt das gespannte Publikum.

Dazu hatten sich im Vorfeld über das Bandportal „BackstagePro“ über 120 Bands beworben. In einer Vorauswahl wurden drei Bands ausgesucht, die für ein spannendes Finale im Kulturhaus sorgten.

Die drei Finalbands hießen:

ADAMS FALL
ROCCO KONSERVE
DER DUSTIN & BAND

Zusätzlich trat der Gewinner des Vorjahrs, BIG STROKE auf.  Wie jedes Jahr seit Bestehen des Contests, hatten die Zuschauer die Möglichkeit, mit ihrer Eintrittskarte für ihren Favoriten abzustimmen. Zudem gab es eine Jury aus zwei Musikerinnen und einem Musiker, die ebenfalls ihre Stimmen vergeben durften, und dem Geschehen auf der Bühne kritisch und mit Argusaugen bzw. -ohren folgten. Zur Jury gehörten in diesem Jahr Steven Stegnitz (Bassist bei der Band „Radionativ“ und Musikschullehrer), Melina Fuhrmann (Singer/Songwriter) und Julia Späinghaus (Sängerin).

Die erste Band, die auftrat war „ADAMS FALL“. Diese Band stammt aus Plettenberg und besteht aus den Bandmitglieder Björn Schulz (Vocals), Timo Könnecke (Gitarre), Veit Werdes – (Bass) und Christian Epe (Drums). Ihren Musikstil bezeichnen die Plettenberger Urgesteine als HEAVY FUNK und funky gings dabei auch tatsächlich von der ersten Minute an zu.

ADAMS FALL, die spätere Siegerband. Sie gaben alles.
ADAMS FALL, die spätere Siegerband. Sie gaben alles.

Die vier Plettenberger gaben alles, spielten dabei sehr charmant mit den Emotionen des Publikums und interagierten auch sonst sehr gekonnt mit ihren zahlreichen Fans.

Dazu kamen coole Groovs, eingängige Melodien und der eine oder andere schnelle Riff. Alles in allem machte die Band einen guten und professionellen Eindruck, den auch der am Schluss an der Gitarre baumelnde BH nicht komplett zerstören konnte. Welcher Dame danach dieses eher schlichte Teil fehlte, war zum Glück für die Umstehenden nicht genau zu erfassen.

Gitarrist Timo genoss diese unerwartete Beute jedoch sichtlich und holte danach noch einmal alles aus seiner Gitarre heraus. Die vier hatten sichtlich Spaß an ihrem Auftritt und wurden laut gefeiert, ehe sie mit ihrem Damen-Oberteil die Bühne in Richtung Backstage verließen.

Danach kündigte Klaus Sonnabend, der als Moderator und 1.Vorsitzender seine Gäste humorvoll und unerschütterlich durch den Abend führte, die nächste Band an, nämlich DER DUSTIN & BAND. Der Dustin entpuppte sich als eine Urgewalt, die irgendwo zwischen Samson und Bob Marley der Phantasie freien Lauf ließ.

Dustin, die Urgewalt und seine Mannen: Sein Lied "Farben" hatte es dem Publikum angetan.
Dustin, die Urgewalt und seine Mannen: Sein Lied „Farben“ hatte es dem Publikum angetan.

Mit einer kraftvollen Stimme und einer Band in ungewöhnlicher Formation im Rücken, zeigte Dustin, dass er und seine Truppe völlig zu Recht im Rahmen einer IG-Metall Veranstaltung schon vor 20.000 Leuten gespielt hatten. Sie sangen ihre deutschen Texte zu eingängigen Melodien aus dem Bereich Pop, Rock und Rap.

Die Band aus Hückeswagen, bestehend aus Dustin Stoy (Gesang / Bass / Gitarre), Marco Schwung (Schlagzeug), Sascha Waberowski (Gitarre), Norman Maassen (Gitarre), Kevin Gedert (Rap / Sprechgesang) und Dennis Speisser (2.Stimme / Background) hat ganz eindeutig eine Message politischer Natur.

Weiter ging es mit ROCCO KONSERVE. Diese Band machte Furore durch ihren einfachen, schlichten und sehr schönen Liedermacher-Pop mit deutschen Texten. Rock/Pop und auch Blues-Elemente mischten sich dabei zu einem kraftvollen Ganzen.

Rocco Konserve. Schöne, stilvolle Musik - coole Jungs.
Rocco Konserve. Schöne, stilvolle Musik – coole Jungs.

Aufgewertet wurden die Songs zudem noch durch Texte, deren Inhalte alles andere als oberflächig daher kamen. Diese Band hat Power und eine innere Überzeugung, die ihr einen besonderen Glanz verleiht. Charakter nennt man das wohl auch. Kein bisschen langweilig oder angepasst, sondern überraschend klar und taff, sorgten die fünf Jungs mit kraftvollen Beats dafür, dass alle Anwesenden und auch die Jury noch einmal richtig wach wurden und ganz genau hinhörten.

Diese Hagener Band um Nikola Placzek (Gesang und Akustik-Gitarre), Christopher Heimer (E-Gitarre), Sebastian Eichhorn (Bass), Josh Huff (Schlagzeug) und Tini Brühne (Tasten) wusste zu überzeugen und dürfte dabei die größte Aussicht haben, auch kommerziell erfolgreich zu werden. Sie wirkte einfach sehr geerdet und dabei erfrischend klug in dem, was sie da auf die Bühne brachte. Eine Band und ihre Musik, die gefiel.

Die Spannung steigt. Wer hat den Gig auf der Kultbühne gewonnen?
Die Spannung steigt. Wer hat den Gig auf der Kultbühne gewonnen?

Alle drei Bands haben an diesem Abend ihr Bestes gegeben und so war es kein Wunder, dass Klaus Sonnabend nach Abgabe der Stimmen und längerer Beratung der Jury, bei der Verkündigung des Siegers ein sehr knappes Ergebnis mitzuteilen hatte.

Jede Band kam auf ungefähr ein Drittel der Stimmen. Der Dustin lag nur hauchdünn hinter Rocco Konserve und kam damit auf den dritten Platz. Rocco Konserve, als Zweitplatzierte werden die Lüdenscheider beim Stadtfest auf der Kultbühne wiedersehen und ADAMS FALL gewann den Contest verdient mit rund 10 Prozent Vorsprung vor den anderen. Was vielleicht auch der Damenunterwäsche geschuldet war, die, für alle einprägsam, eventuell den entscheidenden Vorteil verschaffte. Eine „ansprechende“ Showeinlage ist halt immer noch irgendwie entscheidend für einen Sieg …;-)

Es war schwer, an diesem Abend einen eindeutigen Sieger zu küren, die drei Bands waren jede für sich ein Original und gaben jeweils ihr bestes. Jury und Publikum hatten es schwer, sich zu entscheiden, was man dem Voting letztendlich ja auch anmerkte. Der Bandcontest an sich war auch in diesem Jahr ein besonderer Event, der gut organisiert, reibungslos funktionierte. Die Jury war sehr ernsthaft bei der Sache und gab den Musikern aufmerksam zwischendurch das eine oder andere wertvolle Feedback.

Jury, Moderator und die zweitplazierten Rocco Konserve. es wurde voll auf der Bühne.
Jury, Moderator und die zweitplazierten Rocco Konserve. Dazu die Vertreter der örtlichen Presse. Es wurde voll auf der Bühne.

Alles in allem vermittelte der diesjährige Bandcontest durchaus den Eindruck, dass Lüdenscheid und sein Kulturhaus in Zusammenarbeit mit jugendfördernden Vereinen wie KultStädte e.V. ganz weit vorne mit dabei ist, wenn es darum geht, Musiktrends zu erspüren und innovative, junge Bands ins Rampenlicht zu holen.

Bands, die von ihrem Potential her durchaus das Zeug dazu haben, irgendwann in der oberen Musikliga mitzuspielen. Dazu Kulturschaffende, die sich engagieren und dafür sorgen, dass solche Bands an Aufmerksamkeit gewinnen.

 

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